Grattour vom Rosskopf zur Telfer Weißen (2588 m)


Published by Uli_CH Pro , 11 August 2019, 18h15.

Region: World » Italy » Trentino-South Tirol
Date of the hike:10 August 2019
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 4:00
Height gain: 715 m 2345 ft.
Height loss: 970 m 3182 ft.
Route:9.1 km
Access to start point:Parkplatz der Talstation der Rosskopfbahn nördlich vom Zentrum von Sterzing. Eine Berg- und Talfahrt kostet 16 €.
Maps:Tabacco 038, Sterzing - Stubaier Alpen (1:25'000); KOMPASS-App mit Offline-Wanderkarte

Heute steht der Wechsel zwischen der Hüttenwoche und der stationären Woche meiner Alpinwanderferien an. Auf der Suche nach einer Tour auf dem Weg zwischen Gossensass und Sand in Taufers sticht mir der Telfer Weissen aus dem Führer von Maurizio Marchel ins Auge. Durch die Unterstützung der Rosskopfbahn sinkt die Schweissproduktion auf ein urlaubskompatibles Mass.

Ich starte von der Bergstation der Panoramabahn (2120 m) knapp unterhalb des Gipfels. Ich quere zum Weg auf dem Nordostgrat des Rosskopfs und stehe nach einer Viertelstunde auf dessen Gipfel. Der Telfer Weissen und die meisten umliegenden Berge hüllen sich in Wolken; Nebel steigen aus dem Tal. Auf dem Weg war eine Panoramatafel, die aber bei diesem Wetter keine Hilfe war.

Der Hinweis "Solo per esperti" beim Einstieg in den Grat ist durchaus ernst zu nehmen. Absolute Trittsicherheit und eine ziemliche Schwindelfreiheit sind unabdingbar (Ich schreibe bewusst "ziemlich", da ich selber nicht absolut schwindelfrei bin). Sicherungen gibt es keine. An wenigen Stellen wollen Büsche den Begeher vom Steig drängen. Dafür gibt es Heidelbeeren bis zum Abwinken.

Nach 50 Minuten habe ich den Grat hinter mir und komme bei der Ochsenscharte an. Eine dreiviertel Stunde voller Konzentration zehrt an den mentalen Kräften. Zudem gab es einen stetigen Wechsel von bergauf und bergab. Der Telfer Weissen hüllt sich immer noch in Wolken. Jetzt geht es noch ein wenig unschwierig den Grat hinauf, bevor der Weg in der Ostflanke der Telfer Weissen eine Riesenserpentine beschreibt und anschliessend auf den Gipfel zuläuft.

Vor den Gipfel hat der Herrgott aber noch einen grossen Felsen gesetzt, durch dessen Spalt ein mit Stufen und Seil gesicherter Kamin abwärts führt. Der Fels ist speckig und vom Morgennebel noch feucht, also nicht so angenehm. Auf der anderen Seite geht es dann steil, ebenfalls versichert, zum Gipfel empor (1:10 ab Scharte, 2:15 insgesamt).

Leider sind die umliegenden Berge in Wolken und es steigen immer noch Nebel aus dem Tal auf. Nach einer kurzen Gipfelrast mache ich mich wieder an den Abstieg. In der Ostflanke der Weissen komme ich gut voran und erreiche nach einer Dreiviertelstunde wieder die Ochsenscharte. Hier nehme ich den Weg, der rechts abwärtsführt. Nach zehn Minuten gabelt er sich und ich folge dem Weg 23 links in Richtung Bergstation Rosskopf.

Als ich auf der Höhe der Kuhalm bin, zweigt ein nicht markierter Pfad direkt zu ihr hinunter ab. Ich folge dem Pfad und stärke mich auf der Kuhalm. Von der Ochsenscharte habe ich eine halbe Stunde benötigt.

Gestärkt ziehe ich weiter und folge dem Fahrweg aufwärts, der als Weg 5A Richtung Bergstation Rosskopf ausgeschildert ist. Nach einer Weile zweigt der Weg 23 rechts Richtung Bergstation vom Fahrweg ab. Dieser Weg ist sehr schön neu angelegt und führt durch eine wunderbare Weidelandschaft, vorbei an einzelnen Baumbeständen und schliesslich durch Wald selber. Auf meiner Tabacco-Karte ist er noch nicht eingezeichnet und auf der KOMPASS-Online-Karte nicht ganz korrekt.

Schliesslich erreiche ich die Bergstation der Seilbahn (eine gute halbe Stunde ab der Kuhalm) und schwebe zufrieden wieder ins Tal.

Orientierung: Einfach. Bis auf meinen Abschneider bei der Kuhalm, sind alle Wege markiert und ausgeschildert.

Ausrüstung: Bergwanderausrüstung, inkl. fester Bergschuhe mit rutschfesten Sohlen, Teleskopstöcke, ev. Kletterhandschuhe zum besseren Grip bei den versicherten Stellen.

Führer: Maurizio Marchel, Einsame Gipfel in Südtirol, Band 1, 2012, Tour 58

(Dies ist ein Tourenbericht. Es handelt sich daher um meine persönlichen Gehzeiten und meine subjektive Einschätzung der Schwierigkeit ohne Anspruch auf Objektivität. Jeder, der diesen Tourenbericht als Basis für eine eigene Unternehmung verwendet, ist persönlich für seine eigene Sicherheit verantwortlich.)

Hike partners: Uli_CH


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