Pizzo di Vogorno 2442,4 m


Publiziert von Ivo66 Pro , 27. Juni 2009 um 20:27.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:24 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cima dell'Uomo 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 1650 m
Abstieg: 1650 m
Strecke:Monti della Motta - Monti della Gana - Alpe di Sasello - Forcola - Capanna Borgna - Pianca - Südrücken - Pizzo di Vogorno
Kartennummer:1:25000 - Bellinzona (1313)

Ein herrlicher Berg, dessen Gipfelpanorama seinesgleichen sucht. Ein absolutes Muss für jeden Bergfreund, der das Tessin liebt. Allerdings will die Gipfelbesteigung verdient sein, sind doch alle Zugänge mit einer grossen Höhendifferenz verbunden. Als Alternative zu einer Tagestour mag eine Übernachtung in der Capanna Borgna von Vorteil sein. Da Hüttenübernachtungen nicht so unser Ding sind, blieb uns nichts anderes übrig, als die nach meiner Einschätzung am wenigsten mühsame Zustiegsvariante zu wählen.

Mit dem Auto gelangt man aus der Magadinoebene (Gordola bzw. Cugnasco) auf einem schmalen Strässchen (ausgeschildert Monti di Motti) bis zu einem Parkplatz auf knapp 1100 m Höhe. Abzweigung bei P. 1026 nach rechts nicht verpassen (nicht ausgeschildert). Die Weiterfahrt nach Monti della Gana ist grundsätzlich verboten - unter der Woche wäre es aber das (geringe) Risiko einer Busse wert - wir trauten uns trotzdem nicht... Also gingen wir auf der Teerstrasse weiter bis zum Weiler Monti della Gana - langweilig, aber als gutes Einlaufen für die lange Tour gut geeignet.

Von Monti della Gana steigt der Bergweg - ausgeschildert nach Capanna Borgna - dann an und man erreicht bald die Alpe di Sasello und wenig später die Krete bei "Forcola".  Hier erschrickt man ob der Distanz zum Pizzo di Vorogno! Der Weiterweg zur Capanna Borgna bedingt dann noch einen Abstieg von über 100 Höhenmeter (wohlgemerkt: ein Gegenanstieg auf dem Rückweg heute bei sengender Sonne des Südens!).

Ab der Capanna Borgna ist die Wegfindung nicht immer ganz einfach (der Pizzo di Vogorno ist zwar in der Regel sichtbar und die Richtung dadurch in etwa vorgegeben). Man benützt zunächst das Strässchen von der Hütte in westlicher Richtung (wiederum kurzer Abstieg und auf dem Rückweg somit Gegensteigung...). Bei der ersten Verzweigung folgt man wieder einem steinigen Strässchen rechts ansteigend. Ab dessem Ende ist die Route spärlich weiss-rot-weiss markiert. Es finden sich zum Teil aber auch nur noch verblasste rote Striche oder Punkte. Wichtig ist, dass man sich nicht durch Wegspuren, die auf der Landkarte eingezeichnet sind, verleiten lässt, zur Btta. die Rognoi hochzusteigen (wie wir dies heute taten...). Dies ist der markierte Passübergang von der Capanna Borgna nach Lavertezzo im Verzascatal. Der direkte Zustieg zum Pizzo di Vogorno über den Ostgrat von der Btta. di Rognoi ist ohne Seilsicherung nicht zu empfehlen, wie mir später ein Einheimischer berichtete.

Wichtig ist also, dass man südlich des markanten Geröllfelds unterhalb der Btta. di Rognoi quert, egal ob man noch den Markierungen folgen konnte oder nicht. Man wird später so oder so den nun gut ausgetretenen Bergpfad, der knapp unterhalb der Felswand verläuft treffen. Dieser Pfad führt schliesslich zum Coulour, welches man schon von weitem erblickt und dessen oberes Ende mit einem Steinmann gekrönt ist (ebenfalls von weitem sichtbar).

Dieses Couloir scheint auch aus der Nähe noch bedrohlich und kaum durchsteigbar... Doch sind wie wir heute feststellten zwei Varianten möglich (beide sind weiss-rot-weiss markiert). Wir wählten zum Aufstieg die linke Route und zum Abstieg die rechte und hielten die Wahl für gut. Es ist gute Konzentration erforderlich, aber eigentlich sind keine grösseren Probleme zu erwarten. Dennoch: Die Tour auf den Pizzo di Vogorno wäre grundsätzlich als T3 zu bewerten, diese Stelle ist aber eindeutig als T4 zu klassifizieren - es fehlen Ketten- oder Seilsicherungen und es geht ganz ordentlich hinunter....

Ist man dann aus diesem Couloir ausgestiegen verläuft die Route wieder ganz einfach, relativ steil der Nase nach über den Südrücken auf den Gipfel des Pizzo di Vogorno.

Und wie schon eingangs erwähnt: Das Gipfelpanorama ist einmalig. Der Lago Maggiore liegt über 2200 Meter weiter unten - auch der Lago di Lugano ist sichtbar; das Wahrzeichen von Lugano, der Monte San Salvatore gleicht einem kleinen Hügelchen. Vom Blick zu den Walliser Alpen ganz zu schweigen!

Tourengänger: Ivo66, Lena

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