Auerkamp (1607 m) - Kampen-Überschreitung mit Fockenstein


Published by 83_Stefan Pro , 4 June 2019, 19h09.

Region: World » Germany » Alpen » Bayrische Voralpen
Date of the hike: 3 June 2019
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 6:30
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 1350 m 4428 ft.
Access to start point:B13 in Richtung Achenpass; nach Lenggries in Richtung "Hohenburg" abbiegen und dort parken (offizieller Wanderparkplatz 2 € pro Tag oder ein Stück früher kostenlos beim Privatgymnasium).
Maps:Bayerisches Landesamt für Vermessung und Geoinformation UK50-52 Bad Tölz Lenggries und Umgebung.

Wer an einem heißen Sommertag durch das lange Hirschbachtal auf breitem Fahrweg dem Hirschtalsattel entgegenstrebt, hat genügend Zeit um sich zu überlegen, dass der Sattel eigentlich "Hirschbachtalsattel" heißen müsste. Tut er aber nun mal nicht und das ist gut so. Und die noch bessere Nachricht: Die benachbarten Berge heißen nicht etwa "Hirschtalsattelberg" und "Hirschtalsattelnachbarberg", sondern ganz schlicht und einfach Fockenstein und Ochsenkamp. Wer sich nicht zwischen diesen Zielen entscheiden will, moppelt einfach doppelt und besucht sie beide. Weil es so schön ist, hängt man dann am besten noch Auer- und Spitzkamp dran und erhält eine Quattro-Tour. So rentiert sich der lange Anmarsch durch das Tal wenigstens. Wenn da nur nicht noch der lange Rückweg wäre...

Vorsprung durch Technik hat man, wenn man die Tour mit einem Radl angeht. Wer wie der 83_Stefan lieber auf Schusters Rappen unterwegs ist, der ist selber schuld. Vom Wanderparkplatz in Lenggries-Hohenburg folgt man dem breiten Fahrweg zunächst durch Wiesen, dann gleichmäßig ansteigend im langen, dicht bewaldeten Hirschbachtal hinauf zum Hirschtalsattel. Lediglich kurz vor dem Ziel wird es kurzzeitig etwas steiler. 

Zum Fockenstein geht es links weiter. Der Fahrweg leitet nach Norden zur Neuhüttenalm, die unter dem Gipfelaufbau des Fockensteins gelegen ist. Kurz vor der Alm führt der Weg ins freie Weidegelände mit schönen Ausblicken und verliert etwas an Höhe.

An der Alm hält man sich links und steigt zum Sattel zwischen Neuhütteneck und Fockenstein auf. Zunächst geht es ein Stück am Südrücken aufwärts, dann leitet der Weg durch die Südwestflanke hinüber zum Westkamm, wo er auf den Anstieg vom Geierstein trifft; der direkte Anstieg über den Südkamm ist offiziell gesperrt. Man hält sich rechts und folgt dem deutlichen Pfad hinauf zum obersten Gipfelaufbau. Eine kurze felsige Passage folgt und dann ist auch schon der höchste Punkt dieses typischen oberbayerischen Gipfelchens erreicht (kleines Gipfelkreuz). Hier lässt sich gut das weitere Tagesprogramm einsehen: Jenseits des Hirschtalsattels erheben sich die drei Kampen, die über einen kurzweiligen Grat verbunden sind. Bevor man mit dem zweiten Akt beginnt, sollte man unbedingt ausgiebig das Panorama bestaunen, das an klaren Tagen von München bis zur Zugspitze reicht.

Am Aufstiegsweg geht es zurück zum Hirschtalsattel, wo die Tour in die Verlängerung geht. Man folgt dem deutlichen Pfad in den Wald hinein, der bald von Latschenbuschwerk abgelöst wird. Steil geht es in der Flanke aufwärts, die Vielzahl an kleinen, felsigen Absätzen zieht einem ganz schön den Stecker. Höhepunkt ist eine markante Felsnadel, die hoch in den Himmel aufragt. Der Weg wird schließlich etwas flacher und erreicht die Kammhöhe. Dort geht man links weiter und erreicht wenig später den Ochsenkamp (Gipfelkreuz). Der anstrengendste Part ist nun geschafft.

Zunächst geht es zurück zur Verzweigung und dann in Kammnähe durch die Latschen weiter in Richtung Auerkamp, dem höchsten Punkt der Runde. Hierzu geht es erstmal ein Stück abwärts und dann wieder ansteigend um den höchsten Punkt herum. Wer diesen unbedingt besuchen möchte, der muss sich durch die Latschen wühlen.

Der Steig leitet in den Sattel vor dem Spitzkamm hinunter und von dort hinauf zum höchsten Punkt, kurz vor dem Ziel geht es kurzzeitig ein wenig ausgesetzt zur Sache. Der Spitzkamp (Gipfelkreuz) ist der vielleicht schönste Gipfel im Programm - zwischen dem Flachland im Norden und den Kalkzinnen im Süden kann man mit Blick hinab auf Tegernsee und Isartal die Seele baumeln lassen.

Man folgt dem Steig steil nach Südwesten hinab zu einer Fahrspur, dabei geht es teilweise felsig und durchaus etwas ausgesetzt zur Sache (Schlüsselstelle). Man hält sich rechts, verlässt den Kamm und trifft schließlich auf einen breiten Fahrweg, dem man nach rechts durch dichten Wald zum Hirschtalsattel folgt. Wer hier ein Radl deponiert hat, der hat Freude am Fahren, zu Fuß dauert das Ganze natürlich deutlich länger.

Schwierigkeiten:
Durch das Hirschbachtal zum Hirschtalsattel: T1 (breiter Fahrweg).
Abstecher zum Fockenstein: T2 (Wege und breit ausgetretene Steige, am Gipfelaufbau kurz felsig).
Aufstieg zum Ochsenkamp: T2 (unschwieriger Steig, aber steil und kraftraubend).
Über den Auer- zum Spitzkamp: T2 (am Spitzkamp kurzzeitig etwas ausgesetzt).
Rückweg zum Hirschtalsattel: T3+, I (steiler, felsdurchsetzter Abstieg am Spitzkamp, anschließend Fahrweg).

Fazit:
Eine aussichtsreiche 4*-Runde hoch über Isartal und Tegernsee; jeder Gipfel hat seinen eigenen Charme und lohnt einen Besuch. Der kurze felsige Abstieg am Spitzkamp bringt gut dosiert etwas Würze in die Unternehmung, ansonsten handelt es sich um eine über weite Strecken entspannte, aber anstrengende Wanderung. Wer auf den Abstecher zum Fockenstein verzichtet, der spart sich etwa eineinhalb Stunden. Der lange Hatsch im Hirschbachtal ist lästig, aber mit dem Radl kann man aus der Not eine Tugend machen.

Anmerkungen:
Wer es ruhiger angehen lassen möchte:
- Rundtour zum Fockenstein: *Fockenstein (1564 m) - Brotzeitgipfel über Oberbayern.
- Kampen-Überschreitung ohne Fockenstein: *Auerkamp (1607 m) - adieu Tristesse!.
Die beschriebene Tour lässt sich auch gut einer Überschreitung des Geiersteins kombinieren. Der Aufstieg von Hohenburg ist derzeit allerdings wegen Windwurf gesperrt.

Kategorie: Bayerische Voralpen.

Hike partners: 83_Stefan


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 44773.gpx Tourenskizze (kein GPS)

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