Wie der Zauber entschwindet und der Berg bleibt


Publiziert von Henrik , 22. Juni 2009 um 16:54.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:21 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 150 m
Strecke:Arcegno - Monte Verità
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PW ÖV
Unterkunftmöglichkeiten:Hundertfach in der Region
Kartennummer:1312

“There is a nature trail that shows visitors moors, tree-less granite hilltops, dense forests, chestnut groves and other fascinating glimpses of nature. The entire hike takes about 3 1/2 hours and comes back to the starting point. It starts off in Losone and follows the base of the Collina di Maia. Along the way, it tells you many interesting details such as why the American imported Weymouth pine grows well here, that previously farmers planted rye here, and which parts of the landscape were formed by glaciers”. (Quelle: Schweiz Tourismus)
 
„Der Weg durch die Collina di Maia führt an Tümpeln, Birkenwäldchen und rund geschliffenen Felsköpfen vorbei. Ein Naturlehrpfad macht uns heute auf die Besonderheiten dieser Landschaft aufmerksam. Hermann Hesse tat dies auf seine Art schon in den zehner Jahren in unzähligen Briefen. »Heute war ich den ganzen Tag in den Felsen hinter Losone und San Giorgio, meiner alten Lieblingsecke«, schreibt er im Frühjahr 1917“. (Quelle: Wanderweb – Hermann Hesse in Ascona)

 

Vor einigen Jahren sind wir hier im November mal unterwegs gewesen – es war ein Morgen mit viel Nebel, es regnete am Vorabend – wir kannten die Region außer dem Monte Verita nicht und stiegen von Losone auf. Claudia mag Orte und Landschaften, die mystische Wahrnehmung gewähren und erfahrbar machen. Wir wussten im Vorfeld nicht, dass diese Erhebung eine solche war und umso mehr tauchte Claudia in diese Sinnlichkeit ein – oben angelangt empfing uns wie mit ausgebreiteten Armen die Sonne, es war ein Arbeitstag für die Menschen unten – wir waren wie entrückt, stundenlang, tief berührt! Am Nachmittag dieses Tages waren wir noch in der Region Intragna unterwegs. Was uns in Erinnerung blieb, war die spätere Erkenntnis, dass dieser Ort irgendwo (...) als Kraftort beschrieben wurde....doch die heutige Nutzung und Nennung entlässt m. E. eine solchen Ort in eine Banalität abgleiten, die allein schon die Ruhe fehlen lässt. http://afw-ctf.ch/8-Tessin.pdf
 
Trotzdem schlug ich am Vorabend vor, die Collina di Maia wieder zu besuchen und danach einen Salat essen zu gehen auf dem Monte Verita. Wir begannen den Spaziergang in Arcegno, fanden nicht sogleich den Einstieg und folgten getreu der Beschilderung zum Tümpel bei Ciossa. Das Wegnetz wirkt begleitet, die gelben Rhomben sind in einem Maß vorhanden, den wir nicht so in Erinnerung haben. Oben, wo uns vor Jahren die Sonne empfing, tat sie da erneut...der Zauber blieb aus!
 
Zurück ging es auf bekanntem Pfad zur Kirche in Arcegno, weiter unterhalb der Gratena auf einem störenden Asphaltband (...) zum Monte Verita: die Sonne ließ uns im Restaurant einen Schattenplatz suchen und bestellten weißen Hauswein und zwei Salatteller, die üppig ausfielen, was uns begeisterte. Der Zauber, den der Monte Verita ausmacht, ist doch noch spürbar: die Pflanzenwelt ist urwaldmässig und irgendwie wird der Mensch hier noch zum Entdecker, er findet Ruhe und Stille, Kontexte und Dialoge – der Geist der 20er-Jahre ist nicht verflogen.

Thematisch sind auch wieder Bilder beigefügt, die nicht gestern entstanden!
 

 

 


Tourengänger: Henrik

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