Mit Kindern im Alpstein


Publiziert von sunnytom , 18. Juni 2009 um 23:27.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:13 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: L
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Schwägalp – Tierwies – Säntis – Lisengrat – Rotsteinpass - Altmannsattel - Altmann - Altmannsattel - Rotsteinpass -Schafboden - Thurwies - Aepli
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW zur Schwägalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem PW zum Parkplatz Aelpli
Unterkunftmöglichkeiten:Rotsteinhaus Säntis Tierwies

 Bei dem herrlichen Wochenendwetter war in diesem Jahr bereits das zweite Alpsteinweekend mit den Kindern angesagt. Die Übernachtungsplätze im Rotsteinhaus habe ich bereits Mitte der Woche reserviert. Da auch mein Vater und meine Schwiegermutter mitgehen wollten, musste eine  für alle entsprechend taugliche Route ausgewählt werden.

 

Ich teilte zwei Gruppen ein:

Damengruppe, bestehend aus meiner Tochter Kate (4 Jahre), meiner Frau Danny (39 Jahre) und meiner Schwiegermutter (74 Jahre). Diese sollte den einfachen Aufstieg vom Parplatz Aelpli über Thurwies, Schafboden, Fliess zum Rotsteinpass in Angriff nehmen.

 

Herrengruppe, bestehend aus meinem Sohn Max (6 Jahre), meinem Vater Peter (66 Jahre) und mir (38 Jahre). Wir wollten eine anspruchsvollere Strecken gehen. Für Samstag nahmen wir uns vor: Schwägalp – Tierwies – Säntis – Lisengrat – Rotsteinpass.

 

Unsere Frauen fuhren uns bis zur Schwägalp, wo wir den Anstieg zur Tierwies bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen sowie einem anständigen Wind begannen. Diesmal habe ich den Max nicht angeseilt, weil er die Strecke bereits zum dritten Mal gegangen ist und sie langsam kennt. Bereits im unteren Teil lang noch recht viel Schnee, so dass wir immer wieder ein Schneefeld queren konnten. Ausser uns waren noch andere Wanderer unterwegs, allerdings wie so oft im Alpstein, nur mit kurzen Hosen, T-Shirt und Turnschuhen – und das bei den Verhältnissen.  Wie immer, unglaublich, was manchen denken bzw. nicht denken. Nach 1,5 Stunden waren wir auf der Tierwies und genossen die fast schon obligatorische Gerstensuppe. 30 Minuten Rast müssen ausreichen da wir schon noch einiges vor uns hatten und ich nicht wusste, in welchem Zustand der Lisengrat war, letztes Jahr im Oktober hatten wir diesen bei Schnee und Eis erlebt, was deutlich mehr Zeit kosten würde. Also ging’s weiter Richtung Säntis. Der Sommerweg war an vielen Stellen noch nicht zu sehen. Wir gingen viel über Schnee und Max genoss die freestyle-Route. Vor dem Einstieg in den letzten Aufstieg vor der Himmelsleiter seilte ich den Max an mich an und montierte bei uns beiden jeweils das Klettersteigset -  für allfällige Sicherungen. Aus den bisherigen Erfahrungen zogen wir und vor dem Einstieg zur Himmelsleiter Handschuhe, Jacken und Mütze an – wohlweisslich, denn oben bliess ein kalter und heftiger Wind. Max schaffte den Aufstieg vor mir in weniger als der angegebenen Zeit ! Oben am Tunnelausgang wieder eine kurze Rast mit Rucksackverpflegung. Auf dieser Seite herrschte nun sonniges schönes Wetter, aber der Wind war immer noch kalt.  Wir kamen rassig voran, kein Schnee und kein Eis mehr, sondern beste Verhältnisse. Auch das Queren der drei Schneefelder war problemlos.  Bei 2/3 der Strecke rief ich Danny an, um zu sehen, wo sie steckten. Lieder kamen die drei nicht so voran wie gedacht und waren erst oberhalb des Schafbodens, wo wir sie alsbald von oben ausfindig machen konnten. Aber sie waren nicht die Einzigen. Wir konnten insgesamt fast 30 Steinböcke erblicken, die mitten auf dem Aufstiegsweg in der Sonne den Nachmittag genossen. Ein genialer Anblick !

Wir erreichten als erster das Rotsteinhaus und gingen den Frauen entgegen, um ihnen das Gepäck abzunehmen. Sehr erschöpft schaffte es auch die sonst fitte Schwiegermutter auf die Hütte, wo wir uns in der gewohnten unheimlich tollen Gastfreundschaft der Familie Wyss beim Abendessen die Tageserlebnisse erzählten. Um 21 h ging’s zufrieden und müde ins Bett.

 

Am nächsten Tag lachte die Sonne bereits am Morgen. Die Marschrouten wurden festgelegt. Die Frauentruppe ging auf dem gleichen Weg zurück, wie am Vortag.

 

Wir Männer wollten den Altmannsattel hinauf und oben entscheiden, wie es weitergehen sollte. Eine Option war der Abstieg über die Zwinglipasshütte und zurück nach Wildhaus. Max wurde wieder angeseilt und erreichte zusammen mit mir in 40 Minuten den Sattel. Es ist schon enorm, was so ein Knirps alles schaffen kann, wenn er Lust hat.

 

Oben entschieden wir uns, den Altmann so weit es geht zu besteigen.  Mein Vater blieb am Rucksackdepot zurück und Max und ich kraxelten die ungesicherte Passage hinauf. Wie von anderen Berggängern mehrfach beschrieben ist der Aufstieg stark abgegriffen und glatt, also alles andere als gute Verhältnisse. Wir durchstiegen den ersten Kamin und gingen von dort noch ca. 5 Meter weiter nach oben. Da der Abstieg deutlich mehr zeit und Konzentration in Anspruch nehmen würde, entschied ich mich, umzukehren und nicht ganz aufzusteigen. Das war eine glückliche Fügung. Nach zwei Metern Abstieg löste ca. 15 Meter über uns ein anderer Wanderer einen Steinschlag aus ! Ich konnte mich schützen über Max legen und versuchte, mit den Armen über dem Kopf in Kauerstellung dicht am Fels vor den Steinen in Deckung zu gehen. Der Grösste Brocken hatten ca. 30 cm Durchmesser. Nicht auszudenken, wenn der uns getroffen hätte ! Nach diesen Schrecksekunden stiegen wir weiter ab und waren froh, unten wieder heil angekommen zu sein. Nächstes Mal werden wir die Kletterhelme doch besser mitnehmen !

 

Nach einigen Metern auf dem Rückweg machten wir Mittagsrast in der Sonne direkt am Hang neben dem Weg. Herrlich, so ein Panorama. Zurück am Altmannsattel schlugen wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit den Rückweg zum Rotsteinpass und den anschliessenden Abstieg zum Auto und zu den Frauen nach Thurwies und Aelpli ein. Max moserte die ersten peer Minuten über den doofen und langweiligen Weg. Kein Wunder, wenn man gerne lieber stiel und schwierig hochklettert.  Wir erreichten planmässig um 16 h das Auto und liessen das Wochenende mit einem herrlich kalten Fussband in der Thur bei einem leckeren Kaffee am Parkplatz ausklingen.


Tourengänger: sunnytom

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Kommentare (3)


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ossi hat gesagt: Kann es sein...
Gesendet am 19. Juni 2009 um 15:03
dass wir uns begegnet sind? Berglurch und ich waren etwa um halb sieben abends auf dem Rotsteinpass, als uns ein Mann mit Kind entgegenkam. Sie hatten Sicherungsmaterial mit dabei. Wir hatten je ein Halbseil auf den Rucksack gebunden.

Gruss
ossi

sunnytom hat gesagt: RE:Kann es sein...
Gesendet am 20. Juni 2009 um 08:43
hoi ossi, genau, haben wir euch nicht noch gefragt, wie der altmann beschaffen ist? hattest du eine schwarze mammut jacke an? gruss und thomas

ossi hat gesagt: RE:Kann es sein...
Gesendet am 20. Juni 2009 um 20:06
Hmmm, vielleicht hatte Berglurch eine schwarze Jacke an, ich höchstens einen schwarzen Pullover. Die Familie, die ich meine, hat deutsch gesprochen: Wart Ihr das?

Wie auch immer: gute Touren und Gruss
ossi


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