Im Sigriswiler-Rothorn


Publiziert von kopfsalat Pro , 18. Juni 2009 um 00:09.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum:16 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:Innereriz Säge - Ober Schöriz - Sichle - Justistal, Püfel - Ober Flüelauine - Schafloch - Berglischwand - Underbergli - Wilerallmi - Sigriswil
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus von Thun nach Innereriz
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus von Sigriswil nach Gunten/Thun
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel in Sigriswil
Kartennummer:1208 Beatenberg

eigentlich wollte ich gestern diese tour machen: Innereriz (1040m) - Mittaghorn (2014m) - Sigriswiler Rothorn (2051m) - Sigriswil (796m)

der wetterbericht verhiess nichts allzu gutes und so kam es, wie es immer kommt. es schüttete aus kübeln als ich in innereriz säge 1049 am 08:24 aus dem leeren bus stieg. gut fürs portemonnaie hatte die beiz auch zu. so stellte ich mich erst mal im schuppen gegenüber unter und montierte mein regenzeug.

gut eingepackt ging es los richtung unter- 1219 und ober schöriz 1356. die weglein versuchten tapfer mit den bächen mitzuhalten und einigen gelang es nicht übel. bei jedem schritt gluckste und gurgelte es unter mir.

bei der weggabelung oberhalb oberschöriz legte ich eine pause ein, um mein weiteres vorgehen zu überdenken, denn die berge schienen alle bei ca. 1800müm aufzuhören. darüber war nur erbsensuppe. es brauchte nicht viel überzeugungsarbeit meinerseits, dass ich beschloss, den aufstieg via oberes hörnli rechts liegen zu lassen und statt dessen erst mal auf die sichle 1679 zu steigen und die dortigen stellungen aus dem krieg zu erkunden (ein hobby von mir). (T2)

ganz im unterschied zu mir, hatten die alpensalamander einen freudentag. überall krabbelte es ungelenk und ich musste gut aufpassen kein salamanderfrikasse zu hinterlassen.

auf dem pass angelangt, stieg ich zuerst nach SE bis unter die felswand. leider war der zugang zu dem angeblich 50m lange stollen durch eine massive eisentür versperrt. so machte ich eben eine kurze rast und genoss den nebel, der jetzt nach dem regen die landschaft verzauberte. gestärkt ging es wieder hinunter in den sattel und auf der anderen seite rauf (es gibt schon seltsame hobbies!?!). dabei fiel mir auf, dass bei der schlüsselstelle des schafwegleins auf den burst (sac-führer, berner voralpen, route 712, BG) ein geländer-seil hängt. ganz im gegensatz zur ähnlich ausgesetzten passage zum felswerk NW. (T3+, ohne bunker T2)

während des abstiegs ins justistal hob sich der nebel mehr und mehr und über dem güggisgrat sah man mit viel phantasie sogar die sonne durchdrücken. (T2)

dass der wanderweg im talboden auf der asphaltstrasse verläuft, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. vorallem für die füsse. (T1 minus)

aber mit dem einen oder anderen lichtblick über mir, musste noch etwas drinliegen heute. so liess ich mich abermals von meinem (anderen) hobby leiten, welches ganz klar und deutlich zu mir sagte: "schafloch". also gings wieder rauf. zuerst gemächlich von püfel 1254 nach ober-flüelauine 1407, dann steil und immer steiler (leiter) zum schafläger 1700m und traversieren zum schafloch. (T3)

hier war zum glück nichts verschlossen und ich erforschte den stollen des langen (ca. 500m) und breiten, genoss die aussicht auf den thunersee und wunderte mich ab der hirnverbrannten idee, hier oben eine solche militäranlage zu bauen. vermutlich gedachte man, wie anno dazumal am morgarten, steine auf die böhösen deutschen hinunterzuwerfen ... wieder zurück beim schafloch, musste ich natürlich auch noch die beiden bergdohlen füttern. (T1) hier gibts weitere infos zum  schafloch

da der nebel sich immer noch zäh auf 1900m hielt, begrub ich die idee, das rothorn nicht nur von innen, sondern auch von oben zu besichtigen.

der äusserst attraktive, aussichtsreichte, sehr gut markiert (wäre zwar nicht nötig, da man sich unmöglich verlaufen kann. links gehts 300m runter, rechts gehts 200m rauf, das in der mitte ist der weg) und unterhaltene (leitern, seile, brücken) "untere rothornzug" führt leicht absteigend alles in der SW flanke des sigriswilergrats zum unterbergli p 1676 (route 706 in umgekehrter richtung) (T3-).

beim unterbergli wurde ich von einem ahv-sennenhund mit heiserem gebell empfangen, denn das war das einzige was er nocht konnte. laufen lage nicht mehr drin. via chälen den abstieg nach wilerallmi in angriff genommen. die wegbauer hatten es gut gemeint. sogar ein geländer hatten sie gezimmert. nur bei der tritthöhe haben sie wohl etwas leicht durcheinander gebracht. die 63cm gelten für tritthöhe plus trittlänge!

wie an so viel orten, besteht auch hier die krönung des tages in einem ca. 1.5km-langen asphalt-finish.

in sigriswil 807 angelangt, hatte das rothorn immer noch ein häubchen auf. ich genehmigte mir ein wohlverdientes bier und entledigte mich des überflüssigen balasts (auf empfehlung von hikr-kameraden habe ich als training 2.5kg unnötigen balast (wasser) mitgenommen). erst als ich eine stunde später (19:39) den bus richtung gunten/thun bestieg, waren auch die letzten wölkchen verflogen.

fazit:
- gut wenn man einen alternativ-plan hat
- mein neuer selbstgenähter rucksack (180g) hat gehalten, was ich von ihm erwartete. nämlich 10kg den berg rauf und runter zu tragen.
- mit turnschuhen gehen sich die asphaltpassagen wesentlich angenehmer
- regenwetter = wanderwetter. ich traf den ganzen tag, ausser einer handvoll älpler, keine menschenseele, dafür um so mehr gemsen

besten dank an janine für die inspiration.

Tourengänger: kopfsalat

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Kommentare (2)


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artishokka hat gesagt:
Gesendet am 18. Juni 2009 um 09:27
einmal mehr klar bewiesen: regen ist kein hinderungsgrund (und macht doch ausgesprochen schön!)
schöggeli-grüsse!
p.s. a pic of your homemade backpack perhaps?

kopfsalat Pro hat gesagt: RE: p.s.
Gesendet am 18. Juni 2009 um 10:32
guckst du hier, unten rechts


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