Skitouren in Japan: Mt. Shiribetsu


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 15. März 2019 um 12:21.

Region: Welt » Japan » Hokkaido
Tour Datum: 7 Februar 2019
Ski Schwierigkeit: ZS
Aufstieg: 1610 m
Abstieg: 1610 m

Der Mt. Shiribetsu ist der Nebengipfel des Yotei Zan. Auch er ist vulkanischen Ursprungs und vom Yotei Zan einige Kilometer entfernt. Grundsätzlich kann auch dieser Gipfel von allen Seiten erstiegen werden, jedoch empfiehlt sich die Südseite vom Shiribetsu-Skigebiet am meisten. Diese Seite des Berges weist wie die meisten Vulkangipfel Japans eine charakteristische Abfolge von Rinnen und Rücken auf, letztere sind am Shiribetsu von dichten Wäldern bewachsen, die einen wind- und lawinengeschützten Aufstieg ermöglichen. Die Rinnen hingegen sind baumfrei und steil, einer idealen Skitour steht also nichts mehr im Wege. 

Der Zustieg zum eigentlichen Berg ist rechts kurz, für Aufsehen sorgt ein Winterbiwak einer Gruppe, die hier Low-Budget-Urlaub machen, bei diesem Wetter nur etwas für Extremisten! Schon kurz darauf erreichen wir einen großen Kessel, hier suchen wir uns einen geeigneten Aufstiegsweg auf und beobachten eine amerikanische Gruppe bei der Abfahrt durch den Hang zu unserer linken Seite. In vielen Spitzkehren geht es nun hinauf, bald folgen uns die Amerikaner und wir müssen uns kräftig anstrengen, um die Distanz trotz schwerer Spurarbeit zu wahren. Als die Gruppe im Bereich einer wunderschönen Rinne beinahe auf uns aufgeschlossen hat, heißt es für uns im Eiltempo abfellen und den Hang für uns beanspruchen - und tatsächlich waren wir schneller als die amerikanische Gruppe. Wie diese uns etwas perplex und mehr als nur neidvoll bei der Abfahrt beobachten, lassen sie ihrem Ärger freiem lauf: "These fucking Scandinavians!", vermutlich geschuldet unserer Norröna-lastigen Ausrüstung und der Tatsache, das sich Vorausfahrer Matthias nach zwei Wochen ohne Rasur schon mit skandinavischem Vollbart zeigt.

Der Schnee ist heute nicht so tief, dafür aber umso flaumiger und locker. Und so schwingen wir durch die erste Rinne hinab. Ein zweiter Aufstieg führt uns auf den benachbarten Rücken und beschert und erneut eine unverspurte Traumabfahrt. Allerdings ist die Einfahrt es Hanges kaum möglich, eine alte aber gigantische Wechte versperrt uns den Weg. Durch einen Gleitschneeriss können wir aber etwas abenteuerlich den Hang betreten und eine Traumabfahrt eröffnet sich uns.

Und während unseres dritten Aufstiegs bessert sich das Wetter und der Himmel klart auf. Wir beschließen trotz fortgeschrittener Uhrzeit noch den Gipfel zu besteigen. Die Lichtstimmung ist fantastisch, die tief stehende Sonne beleuchtet die verschneiten Bäume und Nebelfetzen ziehen herum. Die Rast am Gipfel ist kurz, denn schon beginnt der Sonnenuntergang und wir genießen den Ausblick zum Yotei Zan. Kurz bevor die Dämmerung hereinbricht fahren wir durch einen steilen und wunderschönen Hang ab.

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


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