Chli Aubrig 1642,4m


Publiziert von Sputnik Pro , 10. Februar 2019 um 09:31.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum: 9 Februar 2019
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Etzel-Aubrig-Kette   Zürcher Hausberge 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 750 m
Strecke:Zirka 10km (total)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Zürich mit der Bahn nach Wädenswil, von dort mit der S-Bahn nach Einsiedeln. Ab Einsiedeln Bus nach Weglosen Euthal (Station Drusberg).
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Analog Zufahrt zum Ankunftspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Keine am Berg, Hotels in Euthal.
Kartennummer:LKS 1:25000 Linthebene (Nr. 1133), Ibergeregg (Nr. 1152) und Klöntal (Nr. 1153)

MIT KAMPF UND SKI AUF DEN CHLI AUBIG.

Nach dem schönen Einstand nach meiner Schulterverletzung und der ersten gelungenen Skitour letztes Wochenende wollte ich nun eine Steigerung. Mein Plan war der Twäriberg bei Hoch Ybrig. Wegen erhöhter Lawinengefahr der Stufe 3 verwarf ich diese Idee und kam auf den Chli Aubrig nach Studium meines Zentralschweizer Skitourenführers.

Um 8:20 Uhr war ich in Euthal (892m) angekommen. Ich schulterte dort sogleich die Ski auf und wanderte dem Eubach entlang  Tal einwärts. Nach etwas mehr als einem Kilometer auf aperen Strässchen, kurz vor dem Weiler „Grund“, begann eine Schneeschuhspur weiter dem Eubach entlang talaufwärts. Ich tauschte die Turn- gegen die Skischuhe, zog die Ski an und folgte zunächst bequem etwa einen weiteren Kilometer dem Eubach. Bis zur Brücke auf knapp 980m bei „Sagenwald“ war das Gelände flach. Doch nun folgte der erste Steilanstieg in Richtung Chrummflue durch Bergwald. Nach der Brücke über den Eubach ging es gleich zur Sache, es hatte enge Wege und Kurven und unzählige tiefe Löcher von Schneeschuhwanderer. Nach 80 Höhenmeter war ich froh eine Waldlichtung erreicht zu haben wo ich bei zu wüster Spur meine eigene Aufstiegsspur legte. Bald ging es jedoch wieder in den Wald und die Spur wurde zunehmend flacher. Der bewaldete Hügel so Chrummflue wird umgangen und ich erreichte gegen halb Uhr die Alp „Vordere Chrummflue“ auf zirka 1120m, wo es eine Trink- und Esspause gab.

Über offene Hänge auf einer guten Ski- und Schneeschuhspur wanderte ich nun über offene Alpweiden in Richtung Waldrand zu P.1332m hinauf. Auf zirka 1200m unterhalb der Alphütte „Trittli“ traf ich auf die markierte, der Spur nach scheinbar äusserst oft begangene, Schneeschuhtour auf den Chli Aubrig. Bei P.1332m folgte also ein ebenfalls bestens begehbares Waldstück zu einer Waldlichtung welche ich auf zirka 1400m erreichte. Hier hatte es plötzlich enorm viel Schnee und ich gönnte mit bei der Ansicht des Chli Aubrig Gipfels nun nochmals eine Trinkpause.

Ich rechnete nun ab der zweiten Pause, in etwa 40 Minuten auf dem Gipfel zu sein - ich hatte aber doppelt so lange dafür! Denn wie aus heiterem Himmel begann der feuchte Schnee nun an den Fellen zu haften. Immer wieder musste ich die Ski nach einigen Schritten klopfen um die Kiloschwerde Zusatzlast an den Füssen abzuschütteln. So etwas habe ich noch nie auf einer Skitour erlebt! Ich folgte also der markierten Schneeschuhspur hinauf zur Wildegg (1509m), danach selber spurend die Hänge westlich von Altenberg (1566m) hinauf und zuletzt auf einer direkten Skispur über den Gipfelhang zum Kreuz auf dem Gross Aubrig (1642,4m). Um 11:40 war ich echt froh nach dem Knorz endlich auf dem Gipfel zu stehen. Ich blieb alleine für 20 bis 25 Minuten oben und genoss die Aussicht, auch wenn Wolkenfelder sie etwas eintrübten.

Ich dachte schon im oberen Aufstieg, dass die steile Westabfahrt wegen dem feuchten Schnee kein Vergnügen sein wird. Dabei hätten die bis 35° steilen Hänge, wie sie im Tourenführer beschrieben sind, bei kaltem Pulverschnee richtig Spass bereitet. Schon nach den ersten paar Abfahrtsmeter bestätigte sich mein Verdacht. Der Schnee war bleischwer und nur mit viel Kraft war es überhaupt möglich eine Kurve zu setzen. Die abschüssige Traverse in der Flanke hinüber zu den Hängen von Bärlau war immerhin fahrbar. Bei der Abfahrt über Bärlaui kamen nun auch noch Wolken zum schweren Schnee welche einem die Konturen der Schneeoberfläche nahmen. Bei der Alp Chrummfüeli (1087m) traf ich auf die markierte Schneeschuhroute auf der ich bald entlang des Eubachs abfuhr. Immerhin traf ich bei „Sagenwald“ die schneebedeckte Strasse wo es nun endlich flott Richtung Euthal ging. Dabei musste ich nur kurz die Skis beim Hof „Lattbach“ tragen und erreicht schliesslich die Postautohaltestelle mit etwas Stöckeln mit den Ski an den Füssen. Fazit: Zum Skifahren war die Tour eine Katastrophe, aber immerhin war ich draussen in der Natur!

Tour im Alleingang:

Genaue Route: Siehe beigelegte Karte beim Bericht.

Tourengänger: Sputnik


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Kommentare (2)


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Bombo hat gesagt: Skiwachs!
Gesendet am 10. Februar 2019 um 11:36
Gegen Stollen an den Fellen immer ein Stück Skiwachs im Rucksack mitführen. Zwischendurch das Fell mit Skiwachs einreiben und Du wirst keine Stollen mehr haben.

Kleiner Tip: es waren ja mit dem Südwestwind und später dann Föhneinfluss warme Temperaturen vorausgesagt. Wenn Du ein solch tiefes Tourenziel aussuchst, dann ist schwerer Schnee und ggf. Stollen an den Fellen fast nicht auszuschliessen ;-) Lieber ein wenig in die Höhe schweifen oder nordseitig angreifen - dann passt's und das Skifahren wird zum puren Vergnügen :-)

Viel Spass weiterhin, lg Bombo

Sputnik Pro hat gesagt: Nie mehr Stollen
Gesendet am 10. Februar 2019 um 15:53
Hi Bombo,

Danke dir mit dem Skiwachs, werde in Zukunft stets ein Stück dabei haben!

Ursprünglich wollte ich auch höhere Ziele angehen, aber ich traute der Lawinensituation nicht und wollte als Tagesausflug nich ans andere Ende der Schweiz reisen. Die Skisaison hat ja erst begonnen und werde bei den nächsten Touren den Aspekt Nordänge und Temperatureinfluss mehr Bedeutung schenken.

LG und weiterhi schöne Touren!

Sputnik


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