Hohe Tour - in 53 km vom Erzgebirge in die Sächsische Schweiz


Publiziert von Sarmiento , 8. Februar 2019 um 17:04.

Region: Welt » Deutschland » Östliche Mittelgebirge » Elbsandsteingebirge
Tour Datum: 5 Februar 2019
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CZ   D 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:53 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:- Buslinie 360 ab Dresden HBF bis Altenberg, dann weiter mit der 367 nach Zinnwald bzw. der 398 bis Cinovec. Dort ist der Start.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:- S1 vom Haltepunkt Schöne nach Dresden HBF
Unterkunftmöglichkeiten:- Turisticka Chata Tisa (Touristenbaude Tisa, direkt an den Tissaer Wänden / auf ca. halber Strecke) - Penzion a Restaurace Pod Rozhlednou (Schneebergbaude, direkt auf dem Hohen Schneeberg gelegen / nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke)

An einem T  ag mit Skiern von Zinnwald (880 m) im Erzgebirge bis nach Schöna / Elbe (125 m) in der Sächsischen Schweiz

Die Hohe Tour ist quasi die Sächsische Haute Route. Man macht sie an einem Tag, folgt dabei fast immer dem Kammverlauf des östlichen Erzgebirges, wechselt dann in die Sächsische Schweiz und fährt schließlich zur Elbe ab. Da es keine feste Route gibt, und auch der Ausgangspunkt variabel ist (meist Zinnwald bzw. Cinovec, manchmal auch Altenberg), schwankt die Streckenlänge zwischen 50 und 60 km.
Und da die Tour auf ca. 200 m.ü.M. endet, ist kaltes Wetter mit ausreichender Schneedecke Pflicht - die Tour ist also nur an ganz wenigen Tagen im Jahr machbar. Der 05.02. diesen Jahres war so ein Tag - am 03.02. hat es überall ordentlich geschneit, selbst in Dresden lagen 20 cm Neuschnee. Beste Voraussetzungen also, sich frei zu nehmen und diese einmalige Gelegenheit zu nutzen!

Nützliche Infos für Nachahmer:

Ich bin morgens um 6:39 Uhr ab Dresden HBF mit dem 360-er Bus nach Altenberg gestartet, sodass ich (nach Umstieg in den 367-er in Altenberg) um genau 8:00 Uhr in Zinnwald war. Alternativ kann man auch den Bus um 5:45 oder 7:39 ab Dresden HBF nehmen - beide bringen einen ohne Umstieg bis zur Skibrücke am Hotel Pomezi, also nochmal ein paar Meter weiter. Sofern man "nur" bis Zinnwald (also auf der deutschen Seite) fährt, kann man ein VVO-Ticket der Tarifstufe 4 kaufen - oder gleich ein Tagesticket, in dem dann auch die Fahrt ab Schöna zurück nach Dresden mit drin ist. Wer mit dem Bus die 3 Haltestellen über die Grenze bis zum Hotel Pomezi (Haltestelle Ceske Pomezi) will, muss nochmal ein Extra-Ticket für ein paar Euro / Kronen ziehen. 

Ich habe mich dafür entschieden, in Zinnwald an der Haltestelle "Zum Lugstein" auszusteigen und noch die paar HM zum Lugsteinhof hochzulaufen, sodass ich mir direkt am höchstmöglichen Punkt die Skier unterschnallen konnte. Effektiv gestartet bin ich dann gegen 8:30 Uhr. Mit samt allen Pausen, Abschnallen und Tragen etc. war ich 9:30 Stunden unterwegs, die reine Laufzeit waren 7:00 Stunden. Ich bin daher in der letzten Stunde der Tour noch in die Dunkelheit gekommen, und war doch sehr froh meine Stirnlampe eingesteckt zu haben - die sollte also bei dieser Tour definitiv mit in den Rucksack!

Die Abreise ab Schöna ist im Übrigen einfacher: Ca. alle halbe Stunde, ab 19 Uhr alle Stunde, fährt ein Zug direkt bis nach Dresden HBF zurück.

Um potentiellen Nachahmern die Planung zu erleichtern, habe ich meinen GPX-Track mit drangehängt, außerdem habe ich ein Bild der Tourenverlaufs in die Galerie geladen.

Tourenbeschreibung:

Streckenabschnitt Zinnwald - Mückenberg (Komáří hůrka)


Die ersten Meter folge ich einer frisch präparierten Loipe und bin bereits nach 300 m in Tschechien. Es geht durch die zerstreuten Häuser von Cinovec (Böhmisch Zinnwald) bis zur Skibrücke am Hotel Pomezi und dann weiter am Husuv vrch (Gänsehügel) vorbei. Ca. 1 km nach der Skibrücke macht die Loipe einen Rechtsknick, geradeaus führt hier ein kleiner Weg genau in den Wald hinein. Den nehme ich, da er die Loipenstrecke (die ich später wieder treffe) abkürzt und mir auch ein paar HM spart. Es geht eigentlich immer geradeaus durch den Wald, immer leicht auf und ab, aber im Schnitt doch abfallend. Nach ca. 2,5 km gibt's wieder Licht - ich komme raus aus dem Wald. Es geht rechterhand nochmal für ca. 1 km am Waldrand entlang, dann wird nach einer kurzen Abfahrt eine offene Senke gequert, an deren Ende man dann wieder auf die Loipe trifft. Die nächsten 3 km geht es -  der Loipe folgend - erst leicht bergan, und dann wieder leicht runter. Die Loipe endet an einer Kreuzung, an der man sich im Normalfall links auf dem kleinen Fahrweg hält. Ich folge den bereits bekannten "Hohe-Loipen-Spuren" neben dem Fahrweg fast genau geradeaus, bis an die Zufahrtsstraße zum Mückenberg, und quäle mich dann auf dem zugeeisten Weg den kurzen aber knackigen Anstieg zum Mückenberg hoch.

Streckenabschnitt Mückenberg (Komáří hůrka) - Tisa


Jetzt kommt der "raueste" Abschnitt der Tour, da man hier fast nur über ungespurte Felder oder kleine, ungespurte Waldwege fährt. Auch gibt's hier ständig kleine Gegenanstiege.
Zunächst fahre ich vom Mückenberg her in eine große und breite Senke ab, und laufe auf der anderen Seite wieder hoch. Das Gelände ist hier weitgehend baumlos, was bei dem (noch vorhandenen) Sonnenschein natürlich traumhaft ist. Es gibt eine kurze Abfahrt nach Habartice (Ebersdorf) und danach wieder einen Gegenanstieg. Der weitere Weg nach Adolfov (Adolfsgrün) folgt einer kleinen, ungeräumten Straße, prinzipiell wieder leicht ansteigend, die man zumindest an den Baumreihen neben der Straße erkennen kann. Durch Adolfov geht's genau einmal auf der zwar geräumten, aber dennoch schneebedeckten "Dorfstraße" durch, und hinter der Gaststätte "Adolfovsky Dvur", am Parkplatz, rechts. Hier geht's endlich mal wieder ab auf eine Loipe. Die Loipe meandert direkt am rechtsseitigen Waldrand entlang, immer leicht ansteigend, und ich folge ihr für knapp 3 km. Dann - kurz bevor die Loipe einen Linksknick zu einer längeren Abfahrt macht, sehe ich rechts wieder die "Hohe-Tour-Spuren".aus der Loipe herausgehen. Erstmal muss ich über einen kleinen, aber unproblematischen Weidezaun klettern, dann folgt wieder einmal eine kurze Abfahrt eine offen Senke. Unten wird ein Bach gequert, bevor es einigermaßen steil auf der Gegenseite wieder hochgeht. Oben quere ich eine kleine Fahrstraße und folge den Spuren, immer noch ansteigend, übers Feld und rechts am Wald entlang. Eine zweite, kleine Straße wird gequert, es geht geradeaus weiter durch sehr lichten Wald, und links um einen kleinen, gestauten Weiher herum. Am Ende des Weihers muss man eine kleine Brücke aus Gitterrost überqueren; die ist aber so kurz, dass ich hier ohne Abzuschnallen drübergefahren bin. Jetzt geht's wieder recht ordentlich den Berg hoch, immer rechts am Wald entlang. Dann geht's endlich mal wieder runter, und nach Querung der Straße fahre ich durch das kleine Örtchen Panenskà, das übrigens direkt über dem Tunnel der A17 liegt. An der Kreuzung im Ort halte ich mich rechts, und am Ortsende tauchen wieder die "Hohe-Tour-Spuren" auf, die abwärts gehend in den Wald führen. Nach einem halben Kilometer komme ich wieder auf ein freies Feld und quere es. Am vor mir liegenden Waldrand wird erneut ein kleiner Bach gequert, dann geht's leicht links in den Wald, dann kurz später wieder rechts, und schließlich leicht bergab eine ganze Weile geradeaus durch einen großen Birkenwald. Nach weiteren 2 km im Wald überquere ich wieder einmal einen geräumten Fahrweg und komme auf eine große, baumlose Hochfläche. Die Spuren gehen hier genau geradeaus übers Feld, erst leicht bergauf, dann wieder abfallend, genau auf das oberste Ortsende von Tisa zu.

Streckenabschnitt Tisa - Schöna

Der Weg an Tisa vorbei bzw. durch Tisa durch ist einer der wenigen Abschnitte der Hohen Tour, der nicht ganz eindeutig ist, und zudem es daher auch viele mögliche Varianten gibt.
Ich sehe kurz vorm obersten Ortsende von Tisa, dass die Spuren rechts weg führen. Das bedeutet, dass die Spuren noch einige HM weiter unten herauskommen und die Hauptstraße queren. Daher entscheide ich mich, die geräumte, aber zugeschneite Straße vor mir ins eigentliche Dorf abzufahren. Unten angekommen schnalle ich ab, quere die Hauptstraße und laufe erst einmal entlang der Straße Richtung Sněžník. Alternativ könnte man hier auch die Wege entlang bzw. durch die Tissaer Wände nehmen - wichtig ist nur, dass man an der Turisticka Chata (Touristenbaude) rauskommt, da hier die Loipe wieder weitergeht. Um mir ein paar Meter weg zu sparen, lasse ich die Touristenbaude links liegen und gehe weiter bis zur Kreuzung, an der die große Loipe quert. Hier folge ich rechts der bestens gespurten Loipe bis ins nächste Dorf nach Sněžník, schnalle dort kurz ab und biege an der Kreuzung links ab. Am Ortsende schnalle ich wieder an und laufe rechts neben der Straße bis zur Hřebenová bouda. Ab da geht's steil den Weg zum Sněžník (Hoher Schneeberg) hoch, daher schnalle ich nochmals ab und quäle mich langsam zu Fuß den halben Kilometer bis zur nächsten Abzweigung hoch. An einem großen Holzschild sehe ich links in den Wald gehend wieder die "Hohe-Tour-Spuren" und schnalle wieder an. Der Weg fällt insgesamt leicht ab, insgesamt ist es jedoch ein ständiges Hoch und Runter. Nach gut 3.5 km ist der Sněžník umkurvt, und ich komme an eine Kreuzung mit einem überdachten Pausenplatz. Mein Weg bzw. die Spuren biegen hier scharf links ab und es geht weiter runter. Und plötzlich wird es steil - zwar nur kurz, dafür aber so steil, dass ich seitlich absteige und nicht mehr abfahre. Unten muss ich nochmal kurz abschnallen um die nächste Straße zu überqueren, hinter der es nochmals kurz, aber steil hochgeht. Dann folgt ein langes Stück auf einem Bergrücken, bevor ich nach ca. 3.5 km wieder auf eine Kreuzung treffe. Ich folge dem linken, leicht ansteigenden Weg, der mich an Maxičky (Maxdorf) vorbeiführt. Nach einem weiteren Kilometer treffe ich auf eine große Kreuzung, und halte mich leicht links, wieder weiter den "Hohe-Touren-Spuren" folgend. Ab jetzt folge ich einem großen, breiten Fahrweg, der jedoch nicht geräumt ist. Nach ca. 2 km verliert der Fahrweg in einer Rechtskurve an Höhe und führt genau auf eine Einsattelung bzw. Kreuzung zu, an der die "Hohe-Touren-Spuren" links den Berg wieder rauf gehen. An der nächsten Kreuzung verlasse ich den Fahrweg, der rechts abbiegt, geradeaus. Dann komme ich am Böhmischen Tor wieder an die Deutsch-Tschechische-Grenze und kurz danach an die nächste Kreuzung - auch hier gehe ich den Spuren folgend geradeaus weiter. Die Spuren enden an der nächsten Kreuzung auf einem großen Fahrweg, der dieses mal (leider) geräumt, aber zumindest noch schneebedeckt ist. Ich fahre weiter bis zur großen Kreuzung an der Kalkbude, und dort links den schnurgeraden Weg nach Schöna runter. Die nächsten 2.5 km komme ich schnell vorwärts, da es hier vergleichsweise steil runtergeht. Hier ist es gar nicht mal so schlecht, dass der Weg geräumt ist - die Pflugbremse wird dadurch deutlich einfacher. Am Reuterhof passiere ich dann links von mir noch eine Kleingartenanlage, bevor ich nach langer Zeit endlich mal wieder raus aufs freie Feld komme, wo vor mir Kaiserkrone und Zirkelstein liegen. Genau hier finde ich auch die "Hohe-Tour-Spur" wieder, die (von oben gesehen) schnurgerade links am Zirkelstein vorbeizielt. Mitten durch ein Feld, in dem ein paar Überreste vom letzten Sommer stehengeblieben sind, führt mich die Spur auf den Gegenhang links vom Zirkelstein zu. Nochmal die letzten paar HM des Tages hoch, die Zirkelsteinstraße und den dahinter liegenden Bach queren, und dann laufe ich - immer noch der Spur folgend - auf die Straße zu, die runter zum Bahnhof an der Elbe führt. Kurz vor der Straße macht die Spur einen Rechtsknick und folgt ihr im Abstand von einigen Metern bis nach unten zum Waldrand. Und da die Straße selbst komplett geräumt ist, ist hier auch Schluss mit Langlaufen.

Fazit:

Eine geniale Tour, die man leider nur an sehr wenigen Tagen im Jahr fahren kann. Ich hab's mit Skating-Skiern probiert (für die langen Abfahrten), was sich allerdings an den vielen, kleinen Gegenanstiegen im tiefen Schnee als äußerst dämlich rausgestellt hat. Daher am besten mit klassischen Langlaufskiern machen! Die paar wenigen anderen Hohe-Tour-Fahrer, die ich getroffen habe, haben alle eine lange Mittagspause in der Turisticka Chata / Touristenbaude in Tisa gemacht, das ist wohl ein richtiger Treffpunkt für Hohe-Tour-Läufer. Wer also nicht alleine laufen will - hier findet man immer Anschluss. Nur ich war wohl heute der einzige, der dran vorbeigelaufen ist... Falls die Spur mal nicht so perfekt wie heute vorhanden sein sollte, ist es sicher empfehlenswert eine Karte bzw. einen GPS-Track auf dem Handy dabei zu haben, um nicht an jeder Kreuzung den richtigen Weg suchen zu müssen, oder um v.a. nicht die Stellen zu verpassen, an denen man über offenes Gelände laufen muss.
Ich werde es nach Möglichkeit wieder machen, dann aber mit klassischen Langlaufskiern.

Tourengänger: Sarmiento


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Geodaten
 43595.gpx Hohe Tour am 05.02.2019

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