Traumberg Dufourspitze


Publiziert von ckleiner , 3. Januar 2019 um 23:17.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:11 September 2018
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage

Hier mein Kurzbericht zu dieser phantastischen Tour. Nach einem gescheiterten Versuch am 2. September (zuviel Neuschnee) und der damit verbundenen relativ tiefstimmigen Abreise, hatte ich irgenwann relativ unbedacht die Bemerkung „Wenn es nächste Woche eine stabile Hochdruckblase gäbe, könnte man es ja noch einmal versuchen….“ fallen gelassen. Und in der Tat hiess es kurz darauf „der Sommer kehrt zurück“ und Traumwetter war angekündigt. Was tun? Das Aufbautraining war geleistet und warum nicht diesen Traum noch dieses Jahr verwirklichen? Kurzerhand noch einmal alles organisiert, Bergführer gebucht und bei der Arbeit Freitage eingegeben; der Rucksack stand ja glücklicherweise noch halb gepackt im Wohnzimmer…
 
Es blieben aufgrund anderer Termine nur der 10. und der 11. September (;-)) für Anreise und Gipfeltag. Um halb zehn Uhr lief ich nach einer langen Zugfahrt über Bern, Lötschbergtunnel und Visp auf dem Rotenboden los und war drei Stunden später (wieder) auf der Monte Rosa Hütte, wo’s den gewohnten Kartoffelsalat zur Stärkung (an einem der allerletzten Tage der Saison 2018) gab. Die Wetterprognose für den 11. war ausgezeichnet und am Abend gab’s am Himmel spektakuläres Abendrot zu bewundern.
 
Frühstück wie üblich um 2 Uhr nachts, und halb drei ging’s dann in Richtung Obere Plattje los. Die Bedingungen waren ausgezeichnet, und um 3:30 zeigte der Höhenmesser 3200m an – Steigeisen montieren und weiter auf dem Gletscher. Die nächsten 1000 Höhenmeter waren unglaublich anstrengend für mich und ich empfehle jedem, genügend Zeit zur Aklimatisierung einzuplanen; für mich war der halbe Tag auf der Hütte auf 2800 Meter definitiv zuwenig gewesen; ich hatte zuwenig Sauerstoff im Blut und musste häufig kurz stehenbleiben, was natürlich für einen guten Laufrhythmus Gift ist. An’s Aufgeben dachte ich in diesen Momenten durchaus auch…. Kurz nach sechs Uhr waren wir schliesslich trotzdem auf dem Sattel – ein wunderschönes Morgenrot kündigte einen herrlichen Tag an. Windstill – perfekte Bedingungen.
 
Für den Grat montierte ich die GoPro am Helm und liess sie einfach die ganze Zeit laufen. Die herrliche Blockkletterei war ein echter Genuss und die Tiefblicke auf beiden Seiten waren würdige Vorboten des Gipfel-Rundblicks. Um 8:36 schliesslich ging’s nicht mehr weiter nach oben und ich stand auf dem „Dach der Schweiz“, auf dem Gipfel, von dem ich von Kindsbeinen an geträumt hatte. Wunderbare Ruhe hier oben, Blick in’s Tessin, zu den Berner Alpen, meine geliebten Urner Berge – Dammastock, Galenstock, Gross Windgällen, Oberalpstock – alle waren zu sehen… Titlis, Tödi und auch den Piz Bernina konnte ich später auf den  Photos ausmachen. Die Signalkuppe mit ihrem zauberhaften Licht/Schattenspiel – alles liegt einem hier zu Füssen, ausser der in der Ferne grüssende Mont Blanc.
 
Viel zu schnell hiess es dann Abschied nehmen, und um 12 Uhr waren wir dann bereits wieder auf der Hütte, wo das Team noch einmal kulinarisch alles gab. Der Fussmarsch zurück zum Rotenboden ist gut machbar; man muss sich einfach Zeit lassen – aber mit so einem Gipfel im Herzen und im Rücken fällt das leicht. Die Symphonie von Eis und Fels dieses Berges ist (für mich) einfach magisch. Es war ein herrliches Erlebnis und ich werde diesen Tag nie mehr vergessen!

Tourengänger: ckleiner


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