Klettern im Säli


Publiziert von ossi , 9. Juni 2009 um 20:27.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum: 4 Juni 2009
Klettern Schwierigkeit: VII+ (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AG   CH-SO 
Zeitbedarf: 1 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bhf. Olten oder P beim Tennisplatz
Kartennummer:plaisir Jura

Selbstverständlich kann man auch im Hirschen im Säli an den Eichentischen herumbouldern, die Kletterei an den Felsflühen im Säli gleich bei Olten um die Ecke macht aber bedeutend mehr Spass. Das Gebiet ist sowohl mit OEV, als auch mit PW gut erreichbar, der Zustieg ist nur kurz und ungefährlich und eine grosse Feuerstelle an den Ausstiegen der Fluhköpfe macht das Gebiet kinderfreundlich. Eisenbahn und Hauptstrasse bilden den akustischen Rahmen.

Zustieg:
Vom Bhf. Olten der Hauptstrasse entlang (ca. 700m) Richtung Aarburg, dann in die Sälistrasse einbiegen und hoch bis an den Rand der Wohnsiedlung. Hier biegt man nach rechts in den Fustligweg ein und folgt ihm bis zuhinterst zum Tennisplatz (hier auch P). Vom Tennisplatz folgt man einem gut erkennbaren Pfad aufwärts in den Wald hinein, bis nach einigen Minuten die grosse Feuerstelle erreicht wird: Hier in einer Minute unter die Säliflue.

Allgemeines:
Die Klettereien sind eher kurz, das 70m-Seil darf gerne zuhause bleiben. Die Touren sind insgesamt recht steil und nicht sehr offensichtlich zu lesen: Hier gilt es die optimale -sprich kraftschonendste- Route zu finden, wobei die guten Griffe gelegentlich etwas gesucht werden müssen. Tritte hingegen hat es genug. Der Fels ist nicht ganz überall über jeden Zweifel erhaben, hält insgesamt aber ganz gut; mindestens die sichernde Person setzt sich mit Vorteil einen Helm auf. Die Absicherung hält den Ansprüchen an einen Klettergarten absolut stand, auch wenn das Material nicht mehr der allerletzte Schrei ist. Schwierigkeiten findet man in ansehnlicher Breite von 4b bis 6b+, daneben gibt es einige schwerere Brocken.

Gekletterte Touren:

Final Fantasy, 6b:
zweimal gilt es einen abdrängenden Wulst zu überwinden. on sight durch einen unmotiverten Fehler vergeigt, RP beim zweiten Versuch.

Viva las Vegas, 6b+: Abdrängende Stelle gleich beim ersten Haken. Mit einem Querzug linksherum kann man sich geschickt durch die Schlüsselstelle kämpfen. Anschliessend an guten Griffen steil aufwärts. RP im zweiten Versuch.

Ophelia, 6b+: Zuerst ein toller Riss, dann ein Band zum Zelt aufschlagen, dann steil und gutgriffig zum Stand hoch. Meiner Meinung nach überbewertet. on sight.

Homeless, 6c: sehr kurze Tour mit Bouldercharakter. Ein harter Zug folgt auf den nächsten. Am besten lässt man sich bei der ersten Begehung Zeit für die richtige Routenwahl und macht die Tour nachher in einem Stück und mit deutlich weniger Kraftaufwand. Beim RP-Versuch einmal ins Seil geflogen.

kids and hike: Der kurze, gutmütige Zustieg sowie Feuerstelle und Gelände an den Ausstiegen machen das Gebiet kinderfreundlich. Für Kleinkinder allerdings ist der Bereich der Einstiege nicht besonders attraktiv (trotz der Wege ist das Gelände abschüssig) und bietet wenig Auslauf. Wegen der Gefahr herabfallender Steine müsste man auch dauernd herummeckern: also besser oben bei der Feuerstelle bleiben (ca. 2min). Kinder im Kletteralter kommen dank der vielen einfachen Routen sicher auf ihre Kosten.

"Fachhochschule and hike": Der ultimative Brüller für alle faulen, hochbegabten Sozis und jene, die es gerne werden möchten! Die Fachhochschule beim Sälipark ist etwa 30min entfernt. Wer also die Mittags- und andere Pausen etwas freizügig interpretiert, kann hier Ausbildung und Klettern perfekt miteinander verbinden.

Tour mit Michèle


Tourengänger: ossi

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Kommentare (2)


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mde hat gesagt: Kletterverbot
Gesendet am 10. Juni 2009 um 13:19
Das war leider vielleicht bald das letzte Mal, dass Du im Säli geklettert bist...

Die Säliflueh ist kein Kletterfelsen

Den Aarburger Ortsbürgern wird vom Gemeinderat vorgeschlagen, eine Altholzinsel Säliflueh auszuscheiden. Gleichzeitig soll im Naturschutzgebiet Säliflueh ein Kletterverbot erlassen werden. Die Säliflueh ist ein Naturstandort von besonderer Bedeutung für Pflanzen und Tiere.

Als einziger Jurafels im Kanton Aargau hat die Säliflueh in Aarburg die Ausrichtung gegen Süden, weshalb sie besonders sonnig ist, schreibt der Gemeinderat «seinen» Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern. Dieser Umstand führt dazu, dass auf dem Felsen und zu seinen Füssen einige seltene Pflanzen und Tierarten gedeihen und leben. Als prominenteste Vertreterin sei hier die «Grenobler Nelke» erwähnt, die im Aargau einzig an der Säliflueh vorkommt. Um deren Bestand zu sichern, wurde 1994 für das Naturschutzgebiet ein Schutzkonzept erarbeitet, welches aber nur einen kleinen Teil der Felsköpfe umfasst.

Die Säliflueh ist anderseits ein beliebter Kletterfelsen, betont der Gemeinderat. Wurden die Felsköpfe bis vor 15 Jahren lediglich von wenigen Kletterern aus dem Mittelland genutzt, hat sich mittlerweile ein regelrechter Tourismus eingestellt. Es sind zur Sommerzeit heute Kletterer aus ganz Europa auf dem Felsen anzutreffen. Darunter leider auch viele, die sich nicht an die Naturschutzvorgaben halten. Diese intensive Nutzung hat in den vergangenen zehn Jahren zu sichtbaren, mittlerweile weit vorgeschrittenen Schäden am Felsstandort und zu seinen Füssen geführt. Die dortigen Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Fortbestand ernsthaft bedroht.

Der Kanton Aargau hat den Felsen als schützenswerten Naturstandort von kantonaler Bedeutung eingestuft. Er ist interessiert, das Naturschutzgebiet um sein Vorgelände zu erweitern und mittels gezielter Pflegeeingriffe die Besonnung der Felsköpfe weiterhin zu gewährleisten. Damit können den Pflanzen- und Tierarten optimale Lebensbedingungen geboten werden. Für dieses Spezialreservat bietet der Kanton der Orstbürgergemeinde Aarburg als Eigentümerin eine Vereinbarung an, die für den Nutzungsverzicht der betreffenden Waldabschnitte während 50 Jahren eine Entschädigung von 23 000 Franken vorsieht. Pflegemassnahmen zur Gewährleistung des Lichteinfalls werden im Auftrag der zuständigen kantonalen Stellen durch den Forstbetrieb Aarburg ausgeführt und dem Kanton jeweils separat in Rechnung gestellt.

Der Gemeinderat und die ortsbürgerlichen Kommissionen stehen hinter dem Konzept, sind aber der Meinung, dass die Altholzinsel und die Pflegemassnahmen nur dann Sinn machen, wenn auch das Klettern an den Felsen der Säliflueh verboten wird. Nur so könne gewährleistet werden, dass die seltenen Pflanzen- und Tierarten auch längerfristig überleben können. Alle seien sich bewusst, wie der Gemeinderat erklärt, dass mit einem Kletterverbot sinnvolle Feizeitbeschäftigungen eingeschränkt werden. Leider habe aber die jüngere Vergangenheit gezeigt, dass ohne ein Verbot die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt der Säliflueh zugrunde gehen werde. Wissenschaftliche Untersuchungen von ähnlichen Felsköpfen im Kanton Baselland hätten diesen Umstand bestätigt.

Aarburgs Ortsbürgerinnen und Ortsbürger treffen sich am Donnerstag, 11. Juni, 19.30 Uhr, im Kurthhaus, zur Gmeind.

Weiteres auch unter:

http://www.juraclimber.ch/viewtopic.php?f=5&t=915

ossi hat gesagt: RE:Kletterverbot
Gesendet am 10. Juni 2009 um 17:04
Yep, davon hab ich auch schon gehört. Deshalb hab ich am Vorabend nach Olten angerufen und mich nach dem aktuellen Stand erkundigt: Wär ziemlich ungünstig gewesen, ich wäre am Einstieg gestanden und hätte erst da vom Verbot Kenntnis erhalten. Mal schaun, wie sich die Lage entwickelt....

Gruss
ossi


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