FUERTEVENTURA: Hiken und leichtes Klettern (1. Bericht); Pico de la Zarza (höchster Punkt der Insel)


Publiziert von johnny68 Pro , 5. Juni 2009 um 20:00.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln » Las Palmas de Gran Canaria
Tour Datum:18 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Jandía - Pico de la Zarza - Jandía

Ich habe Mitte Mai eine Woche zum Hiken und leichten Klettern auf Fuerteventura verbracht. Ich stelle meinen sechs Touren allgemeine Ausführungen voran.
 

Fuerteventura ist flächenmässig nach Tenerife die zweitgrösste der Kanarischen Inseln, mit rund 100'000 Einwohnern aber nur dünn besiedelt. Hauptsächlich drängt sich die Inselbevölkerung und die (nicht besonders schön anzusehende) touristische Infrastruktur in vier Zentren an der Ostküste zusammen: in der Inselhauptstadt Puerto del Rosario, in Corralejo im Norden (mit den kilometerlangen weissen Sanddünen am Meer), in Caleta de Fuste südlich des Flughafens (mit einigen Golfplätzen) sowie in Costa Calma/Jandía/Morro Jable im Süden, ebenfalls mit kilometerlangen weissen Sandstränden. Im Hinterland gibt es einige kleinere oasenartige Orte wie die alte Inselhauptstadt Betancuria. Die Westküste ist trotz Traumstränden von dutzenden Kilometern Länge praktisch unbewohnt. Diese Strände können nicht genutzt werden, weil die Meeresströmung und die Brandung viel zu stark sind. Das Baden ist hier an vielen Orten offiziell verboten (letztes Jahr hat es 7 Ertrunkene gegeben!). Ein Teil der Westküste ist zudem militärisches Sperrgebiet. 

Es mag erstaunen, dass ich auf dieser Insel nicht Badeferien, sondern Hiker-Ferien verbrachte. Die Insel ist mit den weissen Sanddünen in Corralejo und Jandía ideal für Badende. Ferner ist sie wegen des ständigen Nordost-Passatwindes ein Mekka für Windsurfer. Bekannt ist die Insel zudem bei Bikern. Die Landschaft ist leicht hügelig und strassenmässig gut erschlossen, der Verkehr zudem gering. 

Unter diesen Umständen begegnet man beim Hiken auf der Insel kaum andern Personen. Mit Wander-/Bergausrüstung wird man angeschaut wie ein Mann vom Mond. 

Fuerteventura liegt von allen Kanarischen Inseln der afrikanischen Küste (Westsahara) am nächsten (Distanz rund 100 km). Die höchsten Inselerhebungen sind mit rund 800 m niedrig, hier können sich die Nordost-Passatwolken kaum anstauen. Die Insel hat unter diesen Voraussetzungen nur wenig Regen und ist wüstenähnlich. Das Brauchwasser wird durch Meerwasserentsalzung gewonnen. 

Die Landschaft ist vulkanischen Ursprungs, rot-/ockerfarben und durchsetzt mit einigen weissen Sandwüsten. Im Norden gibt es schöne Vulkankegel. Landwirtschaft wird kaum mehr betrieben. Ziegen- und Schafherden (Käseherstellung) sind allerdings allgegenwärtig. Die Ziegen- und Schafhaltung verstärkt die Wüstenbildung. Die Tiere fressen das letzte Gras aus dem Sandboden. Über Land trifft man als Folge davon vielerorts auf gravierende Spuren der Erosion. Nur in eingezäunten Naturschutzgebieten wie dem Pico de la Zarza kann sich das Grün halten. Wald gibt es keinen. Die einzigen Bäume, die man sieht, sind die kanarischen Dattelpalmen.

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Meine erste Tour führte auf den höchsten Punkt der Insel, den Pico de la Zarza (810m). Von Osten her gesehen ist dieser Pico der höchste Punkt eines sich langsam hoch schwingenden Hügelzuges, der erst zuoberst etwas steiler wird. Von Westen her gesehen ist der Pico der höchste Punkt einer langgezogenen steilen Felsbastion mit mehreren Gipfeln, die jäh rund 700 m Richtung Atlantik abfällt. 

Ausgangspunkt der Tour ist der stark überbaute Ferienort Jandía Playa. Man geht vom Faro durch die sich ausbreitende Siedlung Richtung Wasserreservoir hoch. Bei diesem lässt man die letzten Häuser hinter sich und folgt dem Feldweg, der sich auf dem Bergrücken langsam emporzieht. Links ins Tal (Valle de Vinamar) schaut man auf einen hier seltsam anmutenden sattgrünen Golfplatz hinunter. Der Feldweg, welcher der Überwachung der Ziegenherde dient, endet auf einer Höhe von 600 m. Man benützt für den weiteren Aufstieg einen Bergpfad, der auf 700 m eine eiserne Einzäunung erreicht. Durch ein Tor, das man wieder gut schliessen sollte (die Ziegen sind hier rausgesperrt), geht es in einer blühenden grünen Landschaft zum Pico hoch. Zuoberst ist der geodätische Vermessungspunkt. 

Eigentlich wäre hier eine super Aussicht über die ganze Insel. Bei meinem Aufstieg war der Pico jedoch in eine Passatwolke gehüllt, so dass ich oben nur Nebel sah. Zudem blies während des ganzen Aufstiegs der Gegenwind mit Orkanstärke. Es war oben empfindlich kalt. 

Rückkehr nach Jandía Playa auf demselben Weg.


Tourengänger: johnny68

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