Trois Mamelles Centre Peak (570 m)


Publiziert von Kraxinus Pro , 4. Dezember 2018 um 13:51.

Region: Welt » Mauritius » Rivière Noire
Tour Datum:21 März 2018
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: MS 
Zeitbedarf: 3:30
Aufstieg: 298 m
Abstieg: 298 m
Strecke:7,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Busstation "Palma - Govt. School" - Anfahrt z. B. mit Buslinie 57 von Flic en Flac - eine hilfreiche Informationsquelle ist http://www.mauritius-buses.com/

Auf das markante Dreigestirn der Trois Mamelles nahe der Westküste von Mauritius führt eine abwechslungsreiche und in Teilen alpine Route. Die Kombination aus der Wegsuche im unteren Teil durch den dschungelähnlichen Wald und den etwas luftigeren Gratabschnitten sowie einigen kurzen Kletterpassagen macht die Tour zu einem spannenden Ziel für eine halbtägige Unternehmung.

Zustieg zum Fuß des Berges

Unser Ausgangspunkt war die Bushaltestelle "Palma - Govt. School", ca. 200 m nördlich der Straßenkreuzung am großen Kreisel in Palma (Vorortteil südwestlich von Quatre Borne). Von dort wählten wir als Zustiegsweg den Weg entlang der Straße südlich des Kreisels. Diese macht nach 300 m eine Kurve nach Osten, wo man auf den landwirtschaftlichen Fuhrwegen, parallel zur Straße entlang der Zuckerrohrfelder, gut und sicher vorankommt. Von Anfang an hat man die Trois Mamelles im Blick. Nach 1,7 km gelangt man zu einem landwirtschaftlichen Maschinenpark, bei welchem man nach Süden abbiegt und dem breiten landwirtschaftlichen Weg mitten durch die Zuckerrohrfelder folgt. Nach ca. 500 m führt der Weg durch eine Furt, über welche der Riviere Papayes fließt.

Der weitere Weg wird nun abwechslungsreicher, ergibt sich eher intuitiv und führt durch die Zuckerrohrfelder immer näher an den Fuß der Berge heran (s. auch GPS-Track). Wir hatten vorab keinen GPS-Track dabei, daher haben wir den aus unserer Sicht logischsten Weg gewählt. Nach einiger Zeit kommt man an einem Autowrack vorbei, anschließend geht es weiter bergauf. Bis hierher folgt man noch teils überwachsenen Fuhrwegen, dann verschwinden die Wege und Pfade bald unter der üpiggen Vegetation.

Anstieg zum Sattel zwischen Zentral- und Ostgipfel

- Ungefähre Wegführung vom Fuß der Trois Mamelles zum Gipfel -
Der Weg führt ungefähr entlang der eingezeichneten Linie. Immer wieder sind Pfadspuren zu finden, im weiteren Verlauf folgen auch einige Markierungen an Felsen oder Bäumen sowie vereinzelte Steinmänner. An der einen oder anderen Stelle muss man sich einen Weg durch die Vegetation suchen. Sobald man im "Colouir" im Aufstieg zum Sattel zwischen Zentral- und Westgipfel angekommen ist, wird die Orientierung besser und der Weg alpiner und spannender. Der Pfad schlängelt sich durch die interessante Vegetation weiter aufwärts, es eröffnen sich erste Blicke in die Ebene. An einigen Stellen müssen die Hände zum Weiterkommen eingesetzt werden, vor allem um zwei bis drei etwas steilere Felsplatten zu überwinden. Diese können vor allem bei Nässe sehr rutschig werden, in diesem Fall (wie bei uns beim Abstieg) versucht man am besten die Vegetation links und rechts des Weges als Stütze mit zu nutzen (T3+).

Beim Sattel angekommen eröffnen sich tolle Tiefblicke in Richtung der Black River-Ebene und des Black River Nationalparks im Süden und es weht eine erfrischende Brise. Bei uns zogen vermehrt Wolken auf, weshalb die Sicht etwas eingeschränkt war.

Vom Sattel über den Westgrat zum Zentralgipfel

Die erste Passage führt ansteigend vom Sattel über eine Gras- und Felsflanke auf den Westgrat (T4).

- Die erste Passage vom Sattel führt über die Flanke auf den Westgrat. -

Oben angekommen folgt die erste Schlüsselstelle: Nach der Überquerung eines einer ein bis zwei Meter langen, etwas schmaleren Gratpassage folgt ein Aufschwung über einen Felsblock, an welchem eine Eisenklammer angebracht ist, die man bei Bedarf als Griffhilfe nutzen kann (T4+, II).

- Erste Schlüsselstelle: Auf eine schmalere Passage (unterhalb des Fotos, nicht im Bild) folgt ein Aufschwung mit Eisenklammer (rot markiert). -

Der weitere Weg führt erst unschwieriger durch niedrigen Bewuchs weiter den Westgrat hinauf, bevor die zweite Schlüsselstelle folgt. Ein großer Felskopf muss nordseitig umgangen werden. Die spannende Passage quert direkt am Felskopf entlang. Man kann noch gehen, muss sich aber etwas ducken und aufgrund der schmalen Querung recht nah am Fels halten. Hier sollte man die Hände zur Stabilisierung nutzen, ein Abrutscher kann hier schnell unschön 100 hm tiefer am Wandfuß enden (T5-, I).

Anschließend müssen noch einige kurze Aufschwünge über kleine Felsblöcke und Kanten erklettert werden, hier ist die Absturzgefahr aber schon wieder deutlich geringer. Der weitere Anstieg führt teils ausgesetzt, aber auf einem relativ guten Pfad, über den Rest des Westgrats zum Gipfel (T5-). Das kleine Gipfelplateau ist ausreichend groß um dort sicher und in Ruhe eine Weile auszuruhen und die tolle Aussicht zu genießen - vorausgesetzt, der Berg ist nicht mittlerweile vollständig von Nebel umhüllt, wie es bei uns der Fall war.

- Gipfelgrat im Rückblick: In der oberen Bildhälfte ist rechts des Felskopfs die ausgesetzte Querung zu sehen. -

Der Abstieg erfolgt auf dem Aufstiegsweg. Die teils ausgesetzte Gratpassge und die Querung um den Felskopf, aber auch der weitere Abstieg vom Sattel erfordern noch einmal Konzentration. Insbesondere bei Nässe können diese Abschnitte sehr heikel werden. Auch im nicht absturzgefährdeten Teil unterhalb des Sattels ist ein Ausrutscher auf den nassen Felsplatten nicht empfehlenswert.

Zur (möglichen) Aussicht und zu den Schlüsselstellen sind auch im Bericht von Stijn einige schöne und aufschlussreiche Fotos zu sehen.

Schwierigkeiten der Wegabschnitte im Überblick
Straßenkreuzung Palma bis zum Fuß des Berges T1
Anstieg zum Sattel T3+
Vom Sattel über die Flanke auf den Westgrat T4
Westgrat mit Felsaufschwung T4+, II
Querung des Felskopfs und Gipfelgrat T5-, I

Ausrüstung
  • Feste Schuhe sind ratsam, wobei ein Kompromiss aus gelände- und hitzetauglichem Schuhwerk sinnvoll ist. Ich hatte Trekkingsandalen an, welche sich auch in unwegsamem Gelände und bei leichter Kletterei bewährt haben, gleichzeitig aber barfuß getragen werden können (und daher auch gut für die Flussdurchquerung geeignet waren).
  • Ausreichend zu trinken (mindestens 1,5 l pro Person) - aufgrund der meist dauerhaft sehr warmen und feuchten Verhältnisse verliert man schon ohne Anstrengung sehr schnell Flüssigkeit.
  • Sonnenschutz
  • Im unteren Teil in der üppigen, teils schon dschungelartigen Vegetation wimmelt es vor stechfreudigen Insekten, daher ist ein Schutz vor Stechmücken sinnvoll.
  • Selbst wenn es sehr heiß ist, ist eine lange Hose auf der Tour ratsam. Im unteren Abschnitt kratzt man sich sonst schnell die Beine auf und auch aufgrund der Stechmücken ratsam.
  • Auch wenn ich generell den Helm lieber einmal zu oft nutze ist er auf dieser Tour nicht notwendig. Es gibt kaum steinschlagegefährdete Bereiche, wenngleich gerade bei der Querung Steinschlag natürlich nie ganz auszuschließen ist.

Verhältnisse
  • Die Tour ist zwar relativ kurz, dennoch sollte die Situation am Berg nicht unterschätzt werden. Das Wetter auf Mauritius ist sehr wechselhaft und kann in recht kurzer Zeit von Sonnenschein zu Regen oder Schauern und Gewittern umschlagen. Durch aufziehenden Nebel kann außerdem die Orientierung erschwert werden.
  • Bei Nässe kann die Tour sehr heikel werden. Bei uns begann es am Abstieg leicht zu regnen. Die oberen Passagen waren noch gut machbar, unterhalb des Sattels waren die Felsplatten aber bereits feucht und es rinnte Wasser herab, was den Abstieg an einigen Stellen rutschiger gestaltete.

Tourengänger: Kraxinus


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Geodaten
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T5- I

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