Mont Blanc 4810 (par les trois monts)


Publiziert von 3614adrian , 1. Juni 2009 um 17:03.

Region: Welt » Frankreich » Massif du Mont Blanc
Tour Datum:30 Mai 2009
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 2 Tage

29.5.2009, Cosmiques Hütte
Nach zwei Akklimatisationsübernachtungen und Touren von der Grand Mountet Hütte  sind wir in Chamonix angekommen. Von hier geht's mit der Bahn im Nu auf die Aiguille du Midi. Kurzer Abstieg mit Steigeisen und kurze Abfahrt mit Skis, sowie kurzer Aufstieg und schon ist man in der Cosmiques Hütte auf 3613. Die Hütte ist sehr schön gelegen, bietet viel Komfort und die Bewartung ist super. Von der Terasse kann man den Aufstieg auf den Tacul, die Flanke des Mont Maudit und den Gipfel des Mont Blanc sehen. Alles scheint perfekt zu sein.

30.5.2009, Mont Blanc (par les trois monts)
Nach einem feinen Z'Nacht gibt es um 01.00 Uhr bereits wieder Frühstück. Die Nacht ist klar. Wir fahren als erste mit den Skis runter auf den Col du Midi. Ab hier alles mit Skiern auf die Schulter des Tacul.  Wir entscheiden uns, dass ich voraus und meine beiden Kollegen langsamer hinterher laufen. Zügig geht's weiter zur Mont Maudit Flanke. Ab hier zu Fuss eine neue Spur gelegt (alte Spuren teils zugeweht). Die meisten gehen ab hier alles zu Fuss bis auf den Gipfel. Ich entschied mich mit den Skiern zum Col de Brenva zu queren (war weder schneller noch langsamer). Bei der Brenvaflanke müssen die Skier nochmals aufgeschnallt werden. Danach wird's flacher und ich ging wieder mit Skiern. Der Gipfel ist längst in Sicht, doch diese letzten 400 Höhenmeter habens in sich. Zudem ist der Nordwind hier oben ziemlich giftig. Um 07.15 erreiche ich den Gipfel. Auf dem Dach Europas! Unter mir ein Wolkenmehr. Ein phantastischer Anblick. Was es bedeutet, wenn diese Wolken den Gipfel einhüllen mussten an diesem Tage viele erfahren.
Doch zuerst fahre ich mit einem Franzosen, welcher alleine unterwegs ist über die Nordflanke zum Grand Plateau. Eine eindrückliche Abfahrt, welche momentan beste Verhältnisse aufweist. Oberhalb des Petit Plateau muss ein Gletscherabbruch mittels 10m Abseilstelle überwunden werden. Jemand erneurt die Sanduhren im Eis. Bis zur Grand Mulets Hütte ist der Schnee hart und verfahren. Die Jonction lässt sich gut überqueren. Danach muss noch teils zu Fuss, teils mit Skiern zur Mittelstation der Aiguille du Midi traversiert werden.
Beim Blick zurück ist der Gipfel entgegen der Wetterprognose in Wolken eingehüllt. Ich erfahre von meinen Kollegen, dass sie etwa mit 30 Personen im Biwack Vallot festsitzen bei Null-Sicht. Andere würden auf dem Gipfel festsitzen. Abends um 21.00 Uhr klart es auf. Es bleibt wenig Zeit, bevor es Nacht wird. Die ca. 30 Leute vom Biwack können sicher zur Grand Mulets Hütte abfahren. Helikopter fliegen ununterbrochen, sie nützen das Zeitfenster um die Personen vom Gipfel zu retten.
Am nächsten Tag sind wir wieder vereint und können uns zum Gipfel gratulieren. Doch wieder einmal hat sich gezeigt, dass das Wetter an solchen Bergen fatale Folgen haben könnte.

Nebenbei
Viele Leute steigen ohne Akklimatisation in die Cosmiques und am folgenden Tag auf den Mont Blanc! Ich empfehle jedem, der nicht von sich behaupten kann, dass er höhenresistent ist, eine angemessene Akklimatisation.
Für Sportliche: der Rekord von der Kirche in Chamonix bis auf den Gipfel (=3800Hm) mit Ski beträgt 4h07min. Die Abfahrt nahm dann noch 1h08min in Anspruch (http://www.volopress.net/volo/spip.php?article188)

Tourengänger: 3614adrian

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Kommentare (2)


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MaeNi hat gesagt: Gratulation..
Gesendet am 3. Juni 2009 um 09:07
..zu dieser Super-Tour! Uns blieb der Mont Blanc diese Skisaison leider versagt...jä nu..er ist ja noch eine Weile da. Übrigens sehr informativer Bericht!

Gruss und auch weiterhin gute Touren!

3614adrian hat gesagt: RE:Gratulation..
Gesendet am 4. Juni 2009 um 20:37
Wir mussten dafür im April auch wetterbedingt auf's Finsteraarhorn (euch herzliche Gratulation) und Aletschhorn verzichten. Gereicht hatte es damals nur für's Gross und Hinter Fiescherhorn. Aber auch diese Berge werden wohl noch einige Zeit da stehen bleiben.

Gruss und Bergheil, Adrian


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