Goms Oktober 2018, 1|3: Strahlhorn


Publiziert von Felix Pro , 2. November 2018 um 12:44. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:17 Oktober 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 925 m
Abstieg: 925 m
Strecke:Bergstation Fiescheralp - P. 2196 - P. 2180 - Salzgäb - P. 2329 - Obers Tälli - Tunneleingang Märjelen - P. 2347 - Gletscherstube - P. 2357 - Platta - südlicher Ausläufer Geissblatte - in nordöstlicher Richtung zur "9" von (P. 2749) - nördlich haltend zum mächtigen Steilcouloir südlich des Gipfels - Strahlhorn - "9" von P. 2749) - Richtung (P. 2501) - Märjela - Gletscherstube Märjelen > Bergstation Fiescheralp
Zufahrt zum Ausgangspunkt: PW via Konolfingen, Autobahn Kiesen - Spiez, Kandersteg, Autoverlad Lötschberg, Goppenstein - Visp und Brig nach Fiesch, Talstation LSB, Bergstation Fiescheralp
Unterkunftmöglichkeiten:Haus Wiederseh'n Blitzingen
Kartennummer:1269 - Aletschgletscher

Für drei wunderschöne Herbsttage fahren wir ins Wallis, ins Goms; unser „Hauptquartier" beziehen wir in Blitzingen, im Haus Wiederseh’n der Familie Walpen - Famile, Wohnung, Wetter und unsere Touren sind erstklassig. Und überdies kann Ursula eine Tour (welche leider aus Hikr entfernt wurde) wiederholen - und mir den doch grantigen Aufstieg und die sensationelle Sicht vom Gipfel auf den grandiosen Aletschgletscher (leider massiv dahinschwindend) und hohe Berner und Walliser Gipfel zeigen J

 

Nach der Fahrt mit der LSB von Fiesch zur Fiescheralp dürfen wir bei prächtigem Herbstwetter und von vielen intensiven Herbstfarben begleitet erst einmal flach abwärts wandern; ab P. 2180 leitet der BWW doch erst einmal wieder höher zur Alp auf Salzgäb.

 

Ein leichter Anstieg - stets das Oberaarhorn vor Augen - führt uns zu P. 2329, danach wenige Meter abwärts zum Obers Tälli, und schliesslich sanft hoch zum Tunneleingang Märjelen.

 

Durch diesen, gut einen km lang und gut beleuchtet, marschieren wir hindurch zum Tunnelende bei P. 2347 sowie den Tümpeln zwischen Märjelen-Stausee und Märjelenseen - dort ergeben sich schönste Landschaftsbilder und -ausblicke.

Vor der Gletscherstube gönnen wir uns einen Kaffee und ein alkoholfreies Bier, bevor wir hinüber traversieren zur Platta.

 

Nach einem ersten feinen Blick über den in unmittelbarer Nähe unten durch fliessenden Aletschgletscher geht’s zur Sache: sogleich sehr steil steigen wir im Schrofengelände hoch, einmal benötige ich sogar „von oben“ Seilunterstützung, um durch einen schmalen Felsspalt wieder auf steiles Grasgelände zu gelangen. Danach suchen wir uns im weiterhin bedeutend steilen Gras-Felsgelände die optimalen Durchschlupfe. Wenig vor dem langen Erklimmen des nun nahe vor uns aufragenden Gipfelziels erfreuen wir uns an eines flacheren Abschnittes; danach steilt die hier noch „kombinierte“ (Gras mit Felsbesätzen) Bergflanke wieder sehr auf.

Stets orientieren wir uns an Yealk66s Hinweis, die „9“ von (P. 2749) anzusteuern - das Steilgelände mit zahlreichen Geröll- und Felsabschnitten bekräftigt diese „Wegleitung“ … Sind wir teils auf rutschigem Untergrund unterwegs - sandig-erdige Steilhalden zwischen Felsrippen, so suchen wir indes gerade auch die felsigen Abschnitte, und verlassen so auch gelegentlich sichtbare Spuren - wir werden diese mehrheitlich im späteren Abstieg nutzen.

Freude bereitet die Kraxelei im meist festen Fels; wo dieser etwas mutzgriffig ist, jedoch auch mehr Schwierigkeiten. Beinahe etwas unerwartet erreichen wir die südliche Abbruchkante des eindrücklichen Couloirs unterhalb des Gipfels, welcher hier mit enorm steilen und imposanten Plattenfluchten nach Süden abfällt. So „turnen“ wir nun im hier meist nur noch reinen Felsgelände in westlicher Richtung zum oberen Beginn der gewaltigen Rinne - und gleichartig weiter höher. Noch immer ist der Gipfel im kaum enden wollenden Blockfeld (hier immerhin leicht zurückliegend) nicht zu erkennen - vielleicht 50 m davor wird erst das schüttere Gipfelkreuz ersichtlich. Und wie wir das Strahlhorn erreichen, kann ich bestens nachvollziehen, wieso Ursula gern ein zweites Mal hier hinauf wollte: welch eine fantastische Sicht auf den Aletschgletscher, den  Konkordiaplatz (sogar die  Konkordiahütte) ist knapp erkennbar) sowie zu Jungfrau und Mönch ergibt sich auf dieser superben Aussichtsloge! Besonders angetan sind wir auch vom Blick hinüber zum einst begangenen Geisshorn mit dem „hängenden“ Zenbächengletscher. Wenn auch die hohen Gipfel im Süden im leichten Dunst nur erscheinen, so sind doch Fletsch- und Lagginhorn und Weissmies sowie Alphubel, Dom und Weisshorn deutlich auszumachen - und bereichern das Rundumpanorama; das vor gut sieben Jahren „hart erkämpfte“ Oberaarhorn zeigt sich im Osten zudem von einer wilden, faszinierenden, Seite.

 

Nach unserer Mittagsrast auf diesem selten schönen Aussichtsgipfel steigen wir auf ungefähr selber Strecke durch die Felslandschaft ab zum Couloir und wenig weiter südwärts, bis wir auf die Wegspuren stossen. Nicht immer deutlich leiten sie wenig schwierig, doch steil - meist in südlicher Richtung - hinunter; rutschige Passagen erfordern doch vorsichtiges Gehen.

Wohl oberhalb von 2600 m halten wir weglos in südöstlicher Richtung, stets die möglichen Durchschlupfe zwischen einzelnen Felsbändern oder ober- oder unterhalb grosser Felsplatten und -wände suchend. Das Terrain, nun vielfach grasbesetzt, flacht weiter ab, so dass wir schliesslich leicht zum BWW (nach Platta) gelangen und uns nach wenigen Metern zurück bei der Gletscherstube Märjelen einfinden.

 

Nach Kaffee und Bier - und kurzem Austausch mit einer Dreigenerationen-Gruppe (welche hier übernachtet) - brechen wir auf, um die letzte Talfahrt nicht zu verpassen.

Durch den Stollen streben wir wieder dem Tunneleingang zu, marschieren zügig übers Obers Tälli zurück zu P. 2329, und queren hinüber zur Hütte auf Salzgäb.

Leicht abfallend legen wir knapp 100 Höhenmeter zu P. 2180 zurück, bevor die letzte sanfte Steigung uns zurückführt zum Ausgangspunkt, Bergstation Fiescheralp - derart zügig sind wir unterwegs gewesen, dass wir sogar die vorletzte LSB erwischen …

 

Nach kurzer Bahn- und Autofahrt (nach Blitzingen) werden wir dort freundlich von Frau Walpen im Haus Wiederseh’n in Empfang genommen - den verdienten Apéro geniessen wir auf der Sonnenterrasse mit Blick tal(Rotten)auswärts.

 

▲ 1 h 10 min bis Gletscherstube

 

► 20 min bis Platta

 

▲ 2 ½ h bis Gipfel

 

▼1 h 25 min bis Gletscherstube

 

▼ 50 min bis Fiescheralp


Tourengänger: Ursula, Felix


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