Balmfluh Südwände: Alleingang mit gepflegtem Rückzug


Publiziert von ossi , 29. Mai 2009 um 18:52.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:29 Mai 2009
Klettern Schwierigkeit: V (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Strecke:Balmfluh Südwände mit Rückzug nach 3SL.
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postbus Balm, P bei der Ruine Balm
Kartennummer:plaisir Jura

Eine diffuse Idee wächst zu einem konkreten Vorhaben heran: Zuerst befasst sich der Intellekt mit der Idee, dann wächst das Gefühl heran und reift zur Überzeugung: Doch, es geht...

Ausgerüstet war ich mit Kletterschuhen, Gurt, einem kurzen Seil, einigen Exen und Schlingen. Der Himmel roch nach Regen, weshalb ich meinen 50m-Duodess-Hardcorestrick ebenfalls in den Rucksack packte: Eine Entscheidung, die sich noch als "sehr klug+" erweisen würde.

Zustieg: Von Balm geht's in wenigen Minuten zur Ruine Balm und weiter dem Wanderweg entlang Richtung "Ruine/Balm/Solothurn". Nach einer Weile gelangt man zum nächsten Wegweiser. Hier wird der einzige nicht beschriebene Weg -ein gut sichtbarer Singletrail- Richtung Balmfluhwände gewählt. Nach Querung einiger weniger Runsen (der Weg ist rot markiert) folgt man einem hellblauen Pfeil steil aufwärts: Hellblaue und weitere rote Markierungen weisen den Weg zum Einstieg in die Südwände. Ab Balm ca. 45min.

Kletterei: Die Kletterei führt zumeist durch festen Fels. Dank häufiger Begehungen ist die Route von losem Gestein befreit, Steinschlag von weiter oben ist aber gut möglich. Die Tour führt mit einigen Gehpassagen von einer Wand zur nächsten, wobei jeweils schwierigere Varianten eingebohrt sind. Ein Blick ins Topo lohnt sich (übrigens recht übersichtlich gestaltet im plaisir Jura).

1. SL 4c: Erst gemüsig, dann durch eine Verschneidung zum Stand. Gute Absicherung.
2. SL 5a: Hier folgt man einem System von Rissen. Schöne solide Kletterei und gut abgesichert. Einige Stellen sind zwingend zu klettern, was zum einen oder andern hormonellen Entzücken führte.
3. SL 4b: Die guten Bohrhaken auf und knapp rechts der Kante gehören zur 5a+-Variante. Für die einfachere (und etwas dürftiger abgesicherte) Variante steigt man noch etwa drei Meter in die Nische hinein, quert dann zwei Meter nach rechts in die Wand hinaus und gewinnt so den gut sichtbaren, grossen Sicherungsring.

Zu Beginn der vierten Seillänge begann es dann zu regnen. Erst dachte ich, ich könnte gerade noch so hochklettern und anschliessend zu Fuss auf den Ostgrat aussteigen. Nach wenigen Metern fiel dieses Vorhaben dann aber buchstäblich ins Wasser und ich entschied mich für einen geordneten Rückzug. Mit dreimal 25m abseilen und einigen kurzen Gehstrecken kam ich dann wieder aus der Wand raus.

Im Nachhinein betrachtet hätte sich ein Blick auf die Uhr gelohnt: Das Zeitbudget hätte eine 30 minütige Pause durchaus erlaubt, dann hätte auch der Regen nachgelassen. Allerdings schien mir entschlossenes, defensives Verhalten im Moment objektiv und vor allem subjektiv sicherer als langes Abwägen.

Fazit: Gute Vorbereitung und Durchführung, muss aber trotzdem nochmals hin...

Tourengänger: ossi

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