Val de Moiry Juli 2018, 1|2: Garde de Bordon


Publiziert von Felix Pro , 11. Oktober 2018 um 16:09. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:14 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 875 m
Strecke:Lac de Moiry, Parkplatz Staudamm - P. 2374 - P. 2483 - P. 2836 - P. 2831 - Col de Sorebois - Arête de Sorebois (P. 2882 - P. 2914) - P. 3046 - (P. 3139) - P. 3129 - Garde de Bordon - SW-Grat - Comba Rossa - P. 2810 - Lé Ahon - P. 2522 - P. 2590 - Cabane de Moiry
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Grünen - Lauperswil - Konolfingen, Autobahn Kiesen - Spiez, Reichenbach - Kandergrund, Autoverlad Lötschberg, Goppenstein - Steg - Turtmann - Sierre-Est - Vissoie und Grimentz zum Lac de Moiry
Unterkunftmöglichkeiten:Cabane de Moiry
Kartennummer:1307 - Vissoie, 1327 - Evolène

Lang gehegte Bergwünsche sollen an den zwei Tagen im Val de Moiry in Erfüllung gehen - so gibt es eine frühe Tagwacht für die doch längere Anreise zum Lac de Moiry; auf dem Parkplatz des Staudamms stellen wir den PW bei schönstem Wetter ab.

 

Und gleich geht’s steil - über sattgrüne Alpweiden - knapp 600 Höhenmeter höher; prächtige Eringerkühe und vielerlei bezaubernde (und teils seltene) Alpenblumen säumen den Weg über P. 2374 und P. 2483 hoch zum Übergang Corne de Sorebois.

Eine erste kurze Pause legen wir ein - und sind doch erstaunt ob des langen Grates zu unserem Gipfelziel (bereits von hier aus auszumachen) - danach folgt ja noch der Ab- und Gegenanstieg zur Hütte; zwar lange, doch interessant zu begehen, stellen wir uns vor, die Schlüsselstelle zwischen P. 3046 und P. 3139 jedoch als Fragezeichen verbleibend …

 

Die ersten flacheren Wegabschnitte zum P. 2831 und Col de Sorebois sind von einfacher Art; wenig später verläuft die Wegspur ansteigend in Felsgelände - mal am Grat oder leicht seitlich davon.

Anregendes Gelände birgt die Arête de Sorebois (von P. 2882 bis P. 2914): mal unproblematisches Gehen, dann wieder eher kraxlige Abschnitte. Doch nach Gewinnen von P. 3046 taucht dann vor uns bald das mächtige Felsband auf, welches doch auf den ersten Blick kaum überwindbar scheint - beim Näherkommen jedoch eine klare Rinne aufzeigt, durch welche die (beschriebenen) Aufstiege ausfindig zu machen sein werden.

 

Steil und sehr rutschig präsentiert sich die steile Rinne, so dass wir bald einmal in festeren Fels zur linken Seite ausweichen; eine Rutschpartie einerseits, das Prüfen der Felsgriffe anderseits unbedingt nötig. Doch dann gewinnen wir ein zwar nur kurzes, doch senkrecht abfallendes Felsband - wo ich doch froh bin ums Vorsteigen und Sichern seitens Ursula

Darauf, oberhalb des Couloirs, folgt erst einmal angenehmes Gehgelände, bevor sich ein weiterer felsiger, steiler Aufschwung (mit zwei lose hängenden Seilen, welche wir ausser Acht lassen) anschliesst. Auf eigener Route bewerkstelligen wir die letzten kraxligen Meter zum Übergang zum vergleichsweise flachen, leicht schiefrigen, Gelände Richtung (P. 3139); vorher lassen wir uns jedoch zu einer verdienten Stärkungspause nieder.

Die erwähnte Erhebung lassen wir angesichts des noch längeren Tageswerks aus, unterschreiten sie, und streben im leichten, gerölligen, Gelände P. 3129 zu; einige wieder leicht kraxlige Stellen leiten auf die letzten Meter zum lang ersehnten Garde de Bordon hinauf über.

 

Noch scheint erst die Sonne, doch die heranziehende Schlechtwetterfront lässt uns die Gipfelrast sehr kurz abhalten, so dass wir rasch den unschwierigen Gang über den SW-Grat antreten. Schnell nähert sich die Regenfront; eiligst Regenschutz angezogen - und auf einer ersichtlichen Spur in der steilen SE-Flanke ebenso rassig hinunter trabend nach Comba Rossa.

 

Den Zubringerbach zum Lac de Châteaupré in der kleinen Ebene auf Comba Rossa, P. 2810 querend - vom Regen nun eingeholt - wählen wir weglose, etwas ruppige Weideabschnitte über Lé Ahon, um hinunter zum BWW bei P. 2522 zu gelangen.

 

Eine wenig ansteigende Passage leitet über in die reichlich schneegefüllte Senke zwischen der Seitenmoräne und P. 2590; immerhin verbleibt die Regenfront am SW-Grat des eben erreichten Gipfels, so dass wir bald einmal bei wieder trockenen Verhältnissen den steilen Schlussanstieg in Angriff nehmen können. Eine letzte Herausforderung besteht im steilen, abschüssigen, Schneefeld (immerhin mit Fixseil eingerichtet), welches überleitet zum ebenfalls gesicherten Felsband sowie zum schrofigen Zickzackweg zur Hütte. Erfreulicherweise sind bereits hier erste blaue Flecken am Himmel zu erkennen; und wie wir endlich bei der Cabane de Moiry CAS ankommen, darf das überaus verdiente Bier bereits auf der Sonnenterrasse konsumiert werden.

Stets schöner wird die Sicht zum zerklüfteten Glacier de Moiry, selbst unser morgiges Gipfelziel ist nun klar zu erkennen - eine überaus sympathische „Bedienung“ empfängt uns, das Verweilen und Speisen im modernen Anbau rundet ein Bergerlebnis perfekt ab.


Tourengänger: Ursula, Felix


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