Jabal Umm ad Dami (1854m)


Publiziert von Linard03 Pro , 26. Oktober 2018 um 09:48.

Region: Welt » Jordanien » Wadi Rum
Tour Datum: 5 Oktober 2018
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: JOR 
Zeitbedarf: 1:15
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 400 m

da in Sachen europäische Landeshöhepunkte die Ziele langsam ausgehen (bzw. bereits ausgegangen sind) und wir trotzdem hin und wieder mal eine gemeinsame Tour unternehmen möchten, werden Markus und ich wohl auch weiterhin versuchen, so einmal pro Jahr eine „Landeshöhepunkt-Tour“ zu unternehmen.
 
Für dieses Jahr haben wir uns Jordanien ausgesucht. Wo liegt dieses Königreich schon wieder? Genau, eingeklemmt zwischen Saudi-Arabien, Irak, Syrien, Israel & Ägypten – quasi von einem Pulverfass umgeben …
Wie immer legen wir bei solchen Unternehmungen den Fokus auf die Bergbesteigung. Sollte dann noch Zeit übrig bleiben, darf es gerne auch noch etwas Kultur bzw. Sightseeing sein.
 
Anreise / Intro
Mit der Austrian flogen wir via Wien nach Amman. Dort den Mietwagen gefasst und den langen Weg nach Aqaba im Süden gefahren. Zwei Dinge fallen uns sofort auf: die enorme Polizeipräsenz im ganzen Land. Teilweise stehen die Streifenwagen alle 1-2 Kilometer und machen Geschwindigkeits- und/oder Verkehrskontrollen. Zu den Ausländern scheinen sie jedoch äusserst freundlich zu sein: „welcome!“ ist das Erste, was sie sagen, danach meistens „go!“ … ;-)
Bei grösseren check points kann es dann auch mal vorkommen, dass man auch mal den Kofferraum öffnen muss – mehr ist jedoch nicht; man wird als Tourist wirklich sehr freundlich behandelt.
 
Das Zweite, was uns aufgefallen war, ist die unglaubliche Kargheit. Kein Wunder, besteht doch das Land aus 90% Wüste; es ist eines der 10 Wasserärmsten Länder der Welt.
Zunächst durch zahlreiche Baustellen, dann auf immer besser werdenden Strassen ging’s nach Süden. Um ca. 20 Uhr abends erreichten wir schliesslich unser Hotel in Aqaba.
 
Gipfeltag
In ca. 1 Stunde fuhren wir mit unserem Mietwagen vom Hotel zum Wadi Rum. In diesen Nationalpark darf man nur mit Führer. Man löst also am Visitor Center den Eintritt und darf dann, wenn man den Namen eines Guides vorweisen kann, noch bis zum Dorf Rum weiterfahren.
 
Die meisten interessieren sich wohl für einen Kamelritt oder einen Fussmarsch in der Wüste. Wir haben tatsächlich einige Leute (mit Führer) mitten im Niemandsland „spazieren“ sehen; erschloss sich uns nicht ganz, stundenlang im Sand einzusinken und sich in sengender Sonne braten zu lassen; sei die Landschaft noch so schön …
 
Wie auch immer, unser Guide erwartete uns pünktlich beim Parkplatz. Wir stiegen auf die Ladebrücke des 4x4 und ruckelten los. Bereits am Dorfrand ist Schluss mit Strasse; fortan bewegen wir uns auf Sandpisten. Man wird also ordentlich durchgeschüttelt, doch die Landschaft ist einfach atemberaubend und man möchte gleich Hunderte von Fotos schiessen …
 
Irgendwann verliert man auch etwas die Orientierung, denn gewisse Felsformationen sehen irgendwann mal ähnlich aus … Wir hatten schon in verschiedenen Berichten gelesen, dass das Schwierigste am Berg die Anfahrt wäre; dass viele Fahrer nicht wüssten, wo sich der Berg genau befindet. Unser Fahrer und Guide hatte jedoch keine Mühe, war bereits diverse Male auf diesem Berg.
 
Kurz vor Ankunft gab es in einem „Bachbett“ etwas Triebsand und es bedurfte mehrere Anläufe, um die Stelle zu meistern. Schliesslich erreichten wir nach den voranschlagten 1 ½ Std. Fahrt den Einstieg. Ganz alleine waren wir nicht am Berg, die Anzahl Leute waren jedoch überschaubar: vor uns gingen gerade 2 Personen mit Führer los (welche wir alsbald ein- und überholten) und im Abstieg befand sich eine Gruppe von etwa 6 Personen – mehr Leute sahen wir nicht.
 
Unser Guide tauschte noch schnell seine Sonntags-Sandalen mit Bergschuhen bzw. andere Sandalen … ;-)) – dann ging’s auch schon los. Ob wir eher langsame oder schnelle Läufer wären, wollte er noch wissen. Markus meinte dann, eher schnellere … - worauf unser Guide lossprintete. Und zwar den direkten Weg über die Felsen hinauf und nicht den einfacheren Weg, welche die Leute vor uns genommen hatten. Behende kletterte er die teils glatten Felsen hinauf, wir hinterher.
 
Nach dem ersten Aufschwung setzte sich der Guide hin; er benötigte eine Pause. Und so ging es weiter: zuerst sprintete er davon (wohl um zu zeigen, wie gut er drauf ist), um sich dann bald wieder hinzusetzen und sich auszuruhen …
War mir etwas zu hektisch, weshalb ich meinem Trott treu blieb und so auch immer wieder aufschliessen konnte, wenn der Guide eine Pause einlegte …
 
Zuletzt ging es nochmals steil hinauf, dann hatten wir den höchsten Punkt erreicht: Jabal Umm Adami, 1854m. Uns bot sich eine überwältigende Aussicht, wir konnten das ganze Wadi Rum überblicken, stand an der Grenze zu Saudi-Arabien und …
 
Wir genossen die Ruhe und wunderbare Aussicht bestimmt eine halbe Stunde, dann stiegen wir wieder ab – diesmal ohne Pausen … ;-). Zurück ging’s auf derselben Route, bis der Guide plötzlich einen grösseren Felsen anpeilte – er war offensichtlich auf der Suche nach einem Schattenplatz. Prompt hielt er an geeigneter Stelle an und hiess uns auszusteigen. „Lunch!“ Tatsächlich lud er eine grosse Decke aus meinte, wir sollten uns ausruhen.
 
Währenddessen bereitete er etwas hinter dem Wagen vor – und kam dann wieder zu uns mit einem leckeren Essen: Salat, Auberginen-Mus, Weichkäse. Er hatte sogar einen Kocher dabei und bereitete den unverzichtbaren Tee zu.
Etwas, was ich so noch nie erlebt habe und auch nie mehr vergessen werde: als wir so da sassen und assen, war einfach Stille: kein Flugzeug, kein Wind, kein Vogel, kein Laut war zu hören – es war einfach ganz still … wow!
 
Nach dem feinen Mittagessen fuhren wir nun wieder zurück zum Dorf Rum und mit unserem Mietwagen noch gar zurück nach Aqaba, wo wir den Sonnenuntergang am Roten Meer und anschliessend ein feines Abendessen genossen.
 
Fazit:
Ein ungewöhnliches, grossartiges Erlebnis! Dieses Wadi Rum ist ein Kleinod von unschätzbarem Wert; diese Farben, diese Landschaft – wir waren begeistert!
 
Bemerkungen:
Noch ein Wort zur Einreise: es gibt unterschiedliche Aussagen bzgl. Visum; selbst am Einreiseschalter waren sich die Beamten nicht einig … Tatsache ist, dass Schweizer Bürger direkt gegenüber den Einreiseschaltern ein Visum für JD 40.-- kaufen können (müssen).
 
Nie ohne Ausweispapiere unterwegs sein; die zahlreichen check points / Polizeikontrollen können jederzeit verlangen, dass man sich ausweist.
 
Zeiten:
Aufstieg: 40 Min. (inkl. Pausen)
Abstieg: 35 Min. (ohne Pausen)

Tourengänger: Linard03


Galerie


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Kommentare (2)


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Sputnik Pro hat gesagt: Erinnerungen werden wach !
Gesendet am 3. November 2018 um 08:44
Hallo Richard !

Ein tolle Reise habt ihr gemacht, Gratulation zum Gipfelerfolg Jordaniens.

Bei mir wars schon ewigs her als ich dort unterwegs war. Vor etwa 20 Jahren war ich in Jordanien, Syrien und Libanon - leider ohne Landeshöhepunkte.

Mir gehen ja auch die Europäischen Landeshöhepunkte aus und ich Suche mit Andere. Nächstes Jahr gehts auf den höchsten Niederländer - und weil man schon in der Karibik ist, auf weitere höchste Gipfel von vier Inselstaaten :-)

Wenn du einmal ein aussereuropäischer Landeshöhepunkt besuchst wo mich interessiert, bin ich jederzeit dabei !

LG, Andi

Linard03 Pro hat gesagt: RE:Erinnerungen werden wach !
Gesendet am 4. November 2018 um 09:34
Hallo Andi,

danke Dir - wusste nicht, dass Du vor langer Zeit ebenfalls mal in der Region warst. Syrien ist heute wohl (leider) kein Thema mehr …

Betr. weiterer Länderhöhepunkte ist momentan noch nichts Konkretes geplant.
Jedenfalls bin ich jetzt schon auf Deine Karibik-Berichte gespannt!

LG, Richard


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