Pigne de la lé - kein Gipfel zum Sonnenaufgang


Publiziert von boerscht Pro , 17. Oktober 2018 um 14:42.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 2 Oktober 2018
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:12,0 km
Kartennummer:https://map.geo.admin.ch

Nach dem Tag im Lötschental gehts abends weiter ins Val D´Annivers zum Lac de Moiry. Ab Höhe der Staumauer schneit es ordentlich und bleibt auch liegen. Wir schlagen das Zelt direkt am Parkplatz vor dem Moiry Gletscher auf und verkriechen uns schnell im warmen Schlafsack. Gekocht wird im provisorisch im Vorzelt, da draußen echt mieses Wetter ist.

Tag 1:

Lac de Châreaupré - Mont Victoria - Cabane de Moiry T3+; 2 h:


Da wir am Vorabend irgendwie noch die restlichen Biervorräte aus dem Auto getrunken haben, schlafen wir erstmal ordentlich aus bis 9:00 Uhr. Ein Blick aus dem Zelt heraus zeigt strahlend blauen Himmel, na mal hoffen, dass das so bleibt. Nachdem alles wieder eingepackt ist gehts auf den Hüttenzustieg zur Cabane de Moiry.
Zunächst vom Parkplatz noch kurz auf den Mont Victoria, da man von dort eine super Aussicht auf den Gletschersee und die Zunge des Moiry Gletschers hat. Von hier weglos hinauf auf die riesige Seitenmoräne. Dieser folgt man nun etwas, bis der Weg nach links abzweigt und den Hang entlang weiterführt. Hier legen wir schon Steigeisen an, da der Fels unterm Schnee ordentlich vereist ist. Es folgt eine kurze Kettengesicherte stelle und dann gehts in vielen, kleinen Serpentinen einfach hinauf zur Cabane de Moiry.

Cabane de Moiry - Col du Pigne T3+, L; 2 h:

In der Hütte lüften wir erstmal, heizen den Ofen an und schmelzen 2 große Töpfe mit Schnee um Wasser zum Kochen zu bekommen. Der Winterraum ist gut ausgestattet, es gibt zum Ofen noch einen Gasherd mit 2 Platten und genügend Gas. Die Lager befinden sich unterm Dach. Nur eine Toilette finden wir irgendwie nicht, die wird wohl draußen sein. Feuerholz ist vorhanden, allerdings ist die Axt ziemlich stumpf und das Holz somit schwer klein zu bekommen. Licht gibt es indem man die Glühbirnen in die Fassung dreht, das merken wir aber erst später.
Am Nachmittag machen wir uns noch auf den Weg zum Col du Pigne, da wir uns unsicher sind ob wir den Weg ohne Spur im dunkeln am Morgen finden werden. Der Weg ist mit gelben Strichen markiert, welche teilweise noch zu sehen sind. Wir gehen alles mit Steigeisen. Über grobes Geröll gehts hinauf, der Weg ist logisch und einfach zu finden. Gletscherkontakt kann man bis hinauf zum Col du Pigne vermeiden, somit braucht man für den Pigne de la Lé ohne Schnee eigentlich keine Gletscherausrüstung, bis auf das Schneefeld vor dem Gipfel, dort vielleicht Steigeisen.
Am Col du Pigne ist uns die Aussicht leider ziemlich verwehrt, nur der Besso schaut kurz aus den Wolken heraus. Im Abstieg gibts dann aber doch noch einen Sonnenuntergang, mist hätten wir doch noch auf den Gipfel gehen sollen.

Col du Pigne - Cabane de Moiry T3+, L; 45 min:

Unserer Spur vom Aufstieg folgend, gehts zügig wieder zurück zur nun warmen Hütte, welche wir genau zum Einbruch der Dunkelheit erreichen.

Tag 2:

Cabane de Moiry - Col du Pigne - halb zum Pigne de la Lé T3+,I , L; 2 h:


Am nächsten Morgen gehen wir gegen halb 5 los. Im Dunkeln finden wir den Weg dank unseren Spuren vom Vortag direkt und der Aufstieg zum Col de Pigne geht nun recht zügig. Auf dem Grat zum Pigne de la Lé liegt doch ordentlich viel Schnee und es ist ziemlich anstrengend. Eigentlich ist der Blockgrat bestimmt einfach und gut zu kraxeln, da der Schnee allerdings so locker ist und die Felsen etwas vereist und es noch dazu dunkel ist, gar nicht so easy. Niklas fühlt sich etwas unwohl bei der ganzen Sache, das Seil haben wir in der Hütte gelassen somit können wir nicht sichern.  Etwa 100 m vor dem Vorgipfel geben wir es dann auf, da der Schnee immer tiefer wird und nicht wirklich hält. Schade. Dafür gibts dann noch eine schöne Blaue Stunde am Grat.
Auf dem selben Weg zurück zur Hütte und weiter ins Tal. Auf der Seitenmoräne begleiten uns noch ein paar Steinböcke.


Tourengänger: boerscht


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