Piz Schumbraida


Publiziert von Zaza , 29. September 2018 um 22:43.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Val Müstair
Tour Datum:27 September 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Münstertaler Berge   CH-GR   I 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1300 m

Das Val Mora ist eine der abgelegeneren Ecken der Schweiz. Noch einsamer ist die Gegend südlich des Tales, gegen die Grenze zum Italienischen Val Fraele. Hier finden sich keine Wanderwege mehr, dafür aber ein paar reizvolle und unbekannte Gipfel. Sie könnten mit Velounterstützung an sich auch als Tagestouren bestiegen werden, aber weil ich noch nie im Val Fraele war, stelle ich eine zweitägige Tour zusammen. 

Nach langer Anreise hüpfe ich gegen Mittag in Fuldera (Forun) aus dem Bus und folge zunächst den Wanderwegen ins Val Vau und weiter zum schönen Lai da Rims. Eine markierte Route führt weiter zum Piz Praveder, ich verlasse sie auf etwa 2700 m, um dann gegen den Passo dei Pastori auf dem Grenzgrat zu gehen. In der Folge kann der Grat mit etwas Auf und Ab begangen werden, nur kurz vor dem Monte Forcola ist etwas links Ausweichen gefragt, um die Felsstufen zu überwinden. Danach auf gut rutschbarem Schutt zügig in die Fuorcla Schumbraida, wo der gleichnamige Gipfel recht imposant (und weit entfernt) wirkt. 

Den Rucksack deponiere ich wenig oberhalb und mache mich mit leichtem Gepäck auf den Weg. Zuerst geht es auf einer rutschigen Spur durch den Schutt bis auf etwa 2900 m. Der Grat wird nun flacher und einigen Zähnen weiche ich rechts aus. Den P. 2972 umgehe ich knapp unterhalb auf der linken Seite (stellenweise etwas unangenehm) und danach geht es deutlich abwärts in den Sattel P. 2873 (auch aus dem Val Schumbraida erreichbar). In der Folge ist wieder eine Spur im Schutt zu erkennen und unterwegs finden sich auch einige Steinmänner. Der Vorgipfel P. 3025 wird knapp links umgangen, danach mehr oder weniger dem Grat entlang auf den Gipfel, der von einer hässlichen Sendeanlage gekrönt ist. Umso schöner dafür der Tiefblick nach Bormio und ins Val Fraele! 

Der Abstieg erfolgt auf der gleichen Route bis zum Pass. Zwar scheint es vom Gipfel aus verlockend, direkt ins Val Cancano abzusteigen, aber die diversen Felsriegel sind wohl nur im Aufstieg gut zu überwinden (wenn überhaupt). Danach zum Lago di Forcola und zur Baita di Forcola. Hier stosse ich auf eine "Gippabile", der ich bis Solena folge. Danach bleibt im Abendlicht noch der etwas monotone Marsch dem See entlang bis zum Rifugio Val Fraele (ca. 45 Min.), wo ich heute der einzige Übernachtungsgast bin. Küche und Atmosphäre sind für Italienische Verhältnisse nicht besonders, was aber gegen das Ende einer langen Saison auch nicht ganz überraschend ist. 

Der Piz Schumbraida ist übrigens auch als exotische und lange Skitour bekannt. Lokale Cracks fahren vom Gipfel sogar durch die Westwand ab...

Tourengänger: Zaza


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