4-Gipfeltour Pilatus


Publiziert von darkthrone , 24. Mai 2009 um 19:45.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:24 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-OW   CH-NW   CH-LU 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1806 m
Abstieg: 1811 m
Strecke:Lütoldsmatt,Alp Schy, Alp Birchboden, Widderfeld, Tomlishorn, Pilatus Kulm, Matthorn, Fräkmünt, Lütoldsmatt
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Lütoldsmatt
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Lütoldsmatt

Gestartet um 9 Uhr bei der Lütoldsmatt Pkt. 1149 via Alp Schy Pkt.1336 nach Birchboden Pkt. 1616. Aufstieg bis hierhin T3.
Gleich bei der Alp Birchboden zuerst weglos, steil die Weide hinauf in Richtung rechter Abbruchkante dort wo der Fels beginnt trifft man auf die Pfadspuren welche von der Alp Fräkmünt hinauf leiten. Hier traf ich auf einen freundlichen Hikr welcher diesen Aufstieg auch zum ersten Mal begeht und schon über das Eigenthal via Pilatus aufgestiegen ist.  Von ihm erfuhr ich, dass der Tomlishornweg vom Pilatus zurzeit gesperrt ist, er jedoch andere Hikr auf dem Tomlishorn gesehen hätte. So gehen wir also gemeinsam diesen spannenden Wegabschnitt. Ab hier immer den Pfadspuren und den Markierungen ( zum Teil rote , zum Teil Blaue, zum Teil Rotblaue, Striche, Punkte oder Pfeile) folgend steil immer steiler Aufwärts über diverse Stufen und Felsbänder. Ab hier ist spätestens Trittsicherheit nicht fehl am Platz, denn der Aufstieg ist sehr steil und folgt zum Teil über schuttige Grasflanken. Ein Sturz wäre hier sicher nicht sehr Gesund und es gäbe schönere Varianten um einen Helikopterflug zu geniessen.
Im unteren Teil des Anstieges gibt es noch eine plattige Kletterroute 4+ welche ich schätze mal über 2-3 Seillänge hinauf leitet. Hier könnte als alternative eine kleine Klettertour eingelegt werden. Diese ist wie ich gesehen habe mit Bohrhacken gut ausgerüstet.
Im oberen Drittel des Aufstiegs trifft man beim Ende einer markanten, hufeisenförmigen Felsformation auf das Stollenloch welches hinunter in das Becken des Tumli führt. Dieses Stollenloch habe ich jedoch anscheinend übersehen, war wohl eher mit der Wegfindung beschäftigt.
Die Schlüsselstelle (T5) dieses Aufstiegs erreicht man beim Ausstieg auf die Widderfeldflanke beim Steinmandli. Hier klettert man eine felsige Steilstufe ein paar Meter empor (II). Die Steilstufe ist jedoch gut mit Seil abgesichert.
Der Aufstieg sollte nur bei trockenen Verhältnissen begangen werden da doch sehr abschüssig. Neben der Schlüsselstelle gibt es noch die einte oder andere kleine Kraxelstelle T4+.
Nach dem Ausstieg trennten sich unsere beiden Wege wieder, denn mein Weg führte Richtung Pilatus und seiner zum Mittaggüpfi. So wanderte ich kurz zum Widderfeldgipfelkreuz und zum eigentliche Gipfel Pkt. 2076. Das Gipfelbuch auf dem Widderfeld ist voll sollte also wenn möglich wieder mal ausgewechselt werden.
Vom Gipfel den Rücken abgestiegen bis zur Abzweigung bei welcher der Bergweg in die Widderfeld Nordflanke leitet. Nun wurde der Widderfeld in der Nordflanke in Richtung Tomlishorn umgangen. Hier findet man einen guten Bergweg. Eine Steilstufe muss jedoch noch überwunden werden (T3+) welche jedoch gut mit Seilen versichert ist. In der Nordflanke musste ich im sehr abschüssigen Gelände ein altes Restschneefeld queren. Die Querung war etwas heikel, ein Fehltritt oder Ausrutscher würde hier unweigerlich einige 100 Meter Flug bedeuten. Zum Glück hatte das Schneefeld schon gute Tritte von anderen Hikr welche man benutzen konnte.
Bald gelangt man auf den Gemsmättligrat Pkt. 1999. Hier hoffte ich einige Steinböcke zu sehen, da  ich auf dem Gemsmättligrat jedes Mal welche gesehen habe. Heute war es jedoch den Böcken scheinbar zu warm und so bewanderte ich den Grat einsam.
 
Am Ende des Grates erreicht man den Fuss des Tomlishorn und quert dieser Südseitig in einem kleinen Anstieg und trifft schlussendlich auf den Wanderweg vom Pilatus. Kurzer Aufstieg auf das Tomlishorn Pkt. 2128. Heute gehörte, dank des gesperrten Weges, der ganze Gipfel mir alleine, kaum zu glauben!
Nun stand endlich die langersehnte Mittagspause auf dem Programm bei wunderbaren Panorama. Nach einer 15 minütigen Mittagsrast stand der Abstieg zum Pilatus Kulm über den gesperrten Weg auf dem Programm. Die Stahlseile für die Touristen in Turn- und Stöckelischuhen waren noch abmontiert. Kurz vor dem Pilatus Kulm versperrte ein grosser Lawinenkegel den Weg. Dieser hatte jedoch einen schmalen Spalt zwischen dem Felsen und dem Restschneefeld. Dieser Spalt war wirklich sehr schmal, so musste ich den Rucksack abziehen, meinen Bauch einziehen und dann in leichter Kraxelei (I) mich durch den Spalt nach oben kämpfen. Hier kam mir der kurze Mittagrast zu Gute, nicht auszudenken die Folgen, wenn ich mehr zu Mittag gegessen hätte :-). So ist sogar mal der Tomlishornweg spannend! Weiter bis zum nächsten Schneefeld welches jedoch gut überquert werden konnte in die Menschenmassen auf den Pilatus Kulm Pkt. 2106.
Flüchtend vor dem Touristentrubel stieg ich schnell wieder vom Kulm in Richtung Chlichsteine Pkt. 1865. Eigentlich war nun noch die Besteigung des Esels über den T5 Aufstieg vorgesehen, jedoch liess ich es für heute bleiben, da ich doch schon recht müde Beine hatte und die Hitze auch nicht zur Belebung beitrug. Ein konzentrierter und Trittsicherer Aufstieg wäre wahrscheinlich nicht mehr 100% möglich gewesen. So liess ich die Vernunft siegen. Esel ich komme wieder!
So machte ich mich noch an den Aufstieg zum letzten Gipfel meiner heutigen Tour, dem Matthorn. Über den Wanderweg (T3) erreichte ich diesen und legte gleich nochmals eine kurze Pause ein und genoss das wunderbare Panorama.
Kurz vor dem steilen Abstieg des Matthorn sah ich weitere blaue Markierungen welche scheinbar dem Grat folgten. Hier muss der Ausstieg der Klettertour über die Ruessiflueh sein. Diese möchte ich bei Gelegenheit auch mal begehen (Pasci? ;-)) und wäre ideal kombinierbar mit dem Esel. Einen Tourenbeschrieb dieser Route hat ossi geschrieben.
So stieg ich weiter den Aufstiegsweg hinunter bis ca. Pkt. 1900. Ich verliess den Weg und stieg über eine steile Grassflanke am Fuss der Ruessiflueh weglos hinab (T3+)  wo ich bei Pkt. ca. 1700 wieder auf den Bergweg von der Fräkmünt traf. Nun war es nur noch einen Katzensprung zurück zum Parkplatz der Lütoldsmatt wo ich mir noch ein Sportlerbier gönnte.
Fazit:
Eine super schöne anstrengende Tour abseits der grossen Touristenströme des Pilatus mit interessantem kraxselischen Aufstieg.
Strecke: 15.4 KM
Aufstieg: 1806 HM
Abstieg: 1811 HM
Zeitbedarf laut Map 25: 8h 26
Eigener Zeitbedarf ohne Pausen 5H 15


Tour im Alleingang

Tourengänger: darkthrone

Galerie


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