Gletscherhorn und Vorab


Publiziert von zuezi Pro , 12. September 2018 um 22:07.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:12 September 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Segnas-Vorabgruppe 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 2370 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto zur Sportbahn Elm
Unterkunftmöglichkeiten:Elm - Martinsmadhütte - Panixerpass

Bis ich diese Zeilen schreibe, ist die Tour (fast) ein ganz normaler Wanderweg geworden. Da das alles nicht so geplant war, hier dennoch ein paar Zeilen.

Bei einer Tour auf das Mittaghorn vor zwei Jahren habe ich den eindrücklichen Talkessel der Martinsmad kennengelernt - da wollte ich schon immer mal hoch. Der Weg über den Grischsattel führt für mein Empfinden zu sehr in die Skiindustriegebiete von Flims/Laax, das wollte ich nicht. Also auf die andere Seite.

So stellte ich kurz vor sieben mein Auto bei der Sportbahnstation in Elm ab und wanderte gemütlich zur Tschinglebahn. Ich freute mich auf die kurzweilige Fahrt durch die Tschingleschlucht; diese wurde aber durch ein sehr gewöhnungsbedürftiges Glarner Hörspiel an Bord der Gondel sehr gestört...

Um 07:20 wurde ich erlöst und machte mich auf die Socken bzw. auf die Trailrunning-Schuhe. Der Weg zur Martinsmadhütte ist wrw markiert und problemlos zu finden. Oben im Kessel angekommen musste ich diese Wand noch einmal auf mich wirken lassen, bevor ich den wbw-markierten Weg Richtung Bündnerbergjoch/Vorab unter die Füsse nahm. Der Weg verläuft direkt auf die Felsen zu und gleich steil empor. Bei den heutigen Verhältnissen war der Fels griffig und nahezu trocken, die Kletterei einfach und die (grosszügig gesetzten) Ketten liess ich hängen.

Nach der ersten Steilstufe (Pt. 2204) verläuft der Weg erst flach Richtung Südwesten und beginnt dann auf Felsplatten langsam zu steigen. Mit weichen Sohlen läuft es sich hier besonders gut, Auch hier finden sich Ketten für vereiste Tage; heute folge ich den wbw-Zeichen schnurgerade empor bis zum Ausstieg in der Nähe von Pt 2604.

Hier biegt der Weg nach links ab und verläuft weiter Richtung Bündnerbergjoch. Ich entscheide mich aber, die nächste Steilstufe gerade zu überklettern und dann unmittelbar nach rechts scharf an der Abbruchkante Richtung Gletscherhorn-Ostgrat zu gehen. Das Gelände ist einfach, aber einzelne tiefe Löcher sorgen dafür, dass man konzentriert geht.

Auf dem Ostgrat finden sich Wegspuren (vom Zwölfihorn?), denen ich unschwer bis auf den Gipfel folge. Auf der Gletscherfläche unter mir übt ein Gletscherpilot seine Landungen. Ich verlasse den Gipfel Richtung Vorab auf dem Südostgrat und steige diesem entlang hinunter. Eine kleine Steilstufe ist mit etwas Handarbeit rasch überwunden und ich befinde mich auf der grossen Fläche zwischen Gletscherhorn und Vorab. Immer weiter, den Vorab vor Augen, bewege ich mich über diese Mondlandschaft - bis ich plötzlich wieder wbw-Zeichen vor mir habe. Verwundert reibe ich mir die Augen - war hier ein Weg eingezeichnet? Aber dafür die Karte auf dem Smartphone aufzurufen ist es mir nicht Wert, verdränge mein Versehen und folge vergnügt den Zeichen, die sich genau meiner geplanten Route entlang dem Vorab nach oben schlängelten.

Der Vorab ist ein schwieriges Plätzchen - ein Skilift, viel Abfall und Spuren des Wintersports sorgen nicht gerade für ein tolles Ambiente. Zwei Heli-Flugschüler drehen ihre Volten - auch ich habe hier trainiert und werde mich deshalb nicht über den Lärm beklagen. Schnell gehe ich weiter zum Bündner Vorab - die wbw-Zeichen bleiben mir treu.

Die Aussicht ist phantastisch, der Fluglärm verzogen und die Sonne scheint warm, sodass mal ein Appenzeller Biberli verzehrt wird (mein Magen schreit danach...). 

Ich wende mich nun nach rechts und mache mich bereit für ein wegloses, unmarkiertes Stück - aber nein, die wbw-Zeichen erstrecken sich überall dem Grat entlang Richtung Panixerpass. Hatte ich das wirklich übersehen? Die Lösung zeigte sich mir einige Ecken weiter, als ich zwei Frauen begegnete, die eifrig damit beschäftigt waren, ebendiese Zeichen aufzumalen. Via Glaralpina! Diese Glarner...

Nun kann man sich darüber aufregen, dass dieses "letzte Stückchen" unmarkierte Route auch noch markiert wird - aber ehrlich gesagt ist der Weg über den Grat bis zum Panixerpass sehr einfach, die Routenführung erschliesst sich fast immer automatisch und mit dem Vorab ist ja sowieso schon jeder Rest von unberührter Natur entsorgt. Also ist dieser neue Weg doch eine tolle Sache!

Bis zum Panixerpass sind dann aber doch noch einige fiese Gegensteigungen zu meistern, sodass mein zweites Biberli auch noch dran glauben musste.

Am Panixerpass wechsle ich auf den wrw-markierten Weg zum Schiessplatz Wichlen und von dort weiter hinunter nach Elm.

Tourengänger: zuezi


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Kommentare (1)


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PStraub hat gesagt: Werbedurchsagen
Gesendet am 15. September 2018 um 13:54
>diese wurde aber durch ein oberpeinliches Glarner Hörspiel an Bord der Gondel sehr gestört...

Wem die Webung in der Gondel nicht gefällt, braucht nur auf einen Knopf des Gerätes zu drücken, dann ist Ruhe.

Gruss Peter


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