Überschreitung Fletschhorn - Lagginhorn


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 8. September 2018 um 17:24.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:26 Juli 2018
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 

Vom Simplonpass zeigt sich das Fletschhorn von seiner wildesten Seite und sticht wohl jedem Bergsteiger ins Auge. Doch obwohl der Gipfel einige tolle Anstiege bietet, wird er nicht übermäßig häufig besucht, wohl weil ihm 15 Meter zur 4000er-Marke fehlen. Vor allem mit seinen landschaftlichen Reizen, der (bis zum Lagginhorn-Gipfel) großen Einsamkeit und der abwechslungsreichen Route kann die Überschreitung über den Breitloibgrat und weiter über den Nordgrat aufs Lagginhorn voll punkten. Der Zustieg zum Fletschhorn ist lang und mühsam, dafür entschädigt aber das schöne Zen-Biwak. Tags darauf geht es gleich zu Beginn über einen nicht unheiklen Gletscher, viele Spalten und andere Gefahren lauern hier (siehe Bilder). Spätestens zu Sonnenaufgang sollte man außerhalb der Schusslinie der Nordwand sein, denn dann ist der Aufenthalt hier mehr als nur ungemütlich! Über den Breitloibgrat geht es in mäßiger Schwierigkeit aufwärts, meist ist das Gestein sehr brüchig und lose, hier ist allerdings das Gelände einfach. Die wenigen steileren Passagen weisen etwas besseren Fels auf und sind auch ohne Probleme zu überwinden. Ein steiler Schneehang führt zuletzt zum Ausstieg, hier verlangt manchmal eine Wechte noch ein letztes Mal vollen Einsatz - bei uns war die Passage über Felsen gut machbar. Über einen einfachen Grat erreicht man das Gipfelkreuz und wenige Minuten später den höchsten Punkt des Fletschhorns.
Beim Abstieg ins Fletschjoch kann man kurz verschnaufen, der weitere Grat aufs Lagginhorn ist deutlich steiler und ausgeprägter als der Breitloibgrat. Am Einstieg wartet ein kurzes Firnfeld (45°), dann schöne Kletterei mit Stellen bis III, der Fels ist fest und wunderbar zu klettern!
Der Abstieg vom Lagginhorn ist, wenn wie bei uns Blankeis herrscht, noch einmal mit Vorsicht zu genießen, bald aber nur mehr Formsache, um die Gondel zu erreichen!

ZUSTIEG: Von Simplon Dorf / Egga folgt man der Fahrstraße Richtung Rossbodestafel. In der Kehre unter der Alm Parkplatz. Hier setzt ein unmarkierter Weg an, er überquert gleich zu Beginn den Bach. Man folgt ihm nun stets, später entlang der Moräne und erreicht über eine Schrofenstufe die Reste des Griessernugletschers. Der Hang wird nun zunehmend steiler, zuletzt erreicht er etwa 40-45° und leitet direkt zum Biwak. 

ROUTE: Vom Biwak ganz leicht absteigend zum Gletscher queren (Steinmänner). Das Gletscherbecken unter der Nordwand nun in gehörigem Sicherheitsabstand zur Nordwand durchqueren und über einen kurzen etwas steileren Hang in den Sattel rechts vom P.3332m. Nun stets am Grat aufwärts bis kurz unter dem Gipfel ein großer Firnabschnitt folgt. Ein steiler Hang leitet hinauf zur Ausstiegswechte, diese wird an geeigneter Stelle überwunden. Nach rechts zum Gipfelkreuz (kurzer Felsgrat I+), dann in Kürze zum höchsten Punkt des Fletschhorns. Zurück unter die Felsstufe und über den Gletscherkessel in das Fletschjoch. Hier nun rechts des Grates über einen kurzen Steilhang (45°) aufwärts und nach links auf den Felsgrat. Diesem folgt man nun (Stellen III) bis zum Lagginhorn.

ABSTIEG: Entlang des Normalwegs: über den Westgrat bzw. die Westflanke absteigen (eine Stelle II). Am Beginn des Firnfeldes linkshaltend abwärts und steil hinab auf den Gletscher. Querend entlang der Markierungen teils exponiert (Fixseil, Stellen B) zur Bergstation Hohsaas.

SCHWIERIGKEITEN: ZS-, Fels bis III (Stellen), meist I-II und Firn bis 45°.

ABSICHERUNG: +/++++, Keine vorhandenen Sicherungen, ein paar Friends und Zacken ermöglichen entsprechende Absicherung
 
WETTER: Sonne
 
MIT WAR: Tanja
 
Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


Galerie


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