steile Geröllhänge, Blockgelände und unschwierige Gletschertraverse: Giglistock im Sommer


Publiziert von Felix Pro , 12. September 2018 um 22:04. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:21 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 810 m
Abstieg: 810 m
Strecke:Parkplatz Umpol - (P. 2349) - Giglistock - Südgrat - Steilimigletscher > Parkplatz Umpol
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Huttwil - Ettiswil, Autobahn Sursee - Wassen, Sustenpass und Steingletscher nach Umpol
Kartennummer:1211 - Meiental

Schönstes, sehr angenehmes, Wetter begleitet uns während unserer auf den im Sommer wenig begangenen, winters häufig besuchten Skigipfel; dafür starten wir beim (oberen) Parkplatz Umpol - bereits hier ist die Umgebung sonnenbeschienen.

Eine Zunge des Steingletschers wie auch der Brunnenstock sind hier ersichtlich, nicht jedoch unser Gipfelziel; wir wandern ihm erst nur wenig ansteigend auf guter Spur taleinwärts entgegen. Wo diese bald unter dem Felsgupf weiterzuführen scheint, folgen wir jedoch der hier erst steilen, jedoch unschwierig zu gehenden, Wegspur  - sie leitet später flacher, sich gelegentlich „verflüchtigend“ Richtung des Steilhanges unterhalb des Brunnenstockes.

Nahe an (P. 2349) streben wir diesem zu; wie wir vor diesem stehen, zeigt sich dessen Steilheit doch eindrücklich - erst im Geröll, später auf Grünland, steigen wir länger auf bis zum Wandfuss des Brunnenstockes. Auf hier abschnittweise wiederum ersichtlichen Wegspuren steigen wir eine „Etage“ höher, wo wir uns zur Znünirast niederlassen.

 

Nach einigen wenigen noch grasigen Abschnitten unter der Brunnenstock-Südflanke geht das Gelände in geröllig-blockiges Gelände über; wir suchen uns - nun ohne Spuren oder Wegzeichen - den bestmöglichen Verlauf. Dieser leitet mal gemässigt, dann kurz steiler im Kraxelgelände länger höher - noch versuchen wir den Altschneefeldern auszuweichen.

Ist auch die Richtung vorgegeben, stellt doch die Wegfindung den (wenig) schwierigen Teil dar; doch endlich weitet sich das Gelände und eröffnet uns den Blick auf den grossräumigen Kessel des Steilimigletschers: schön ist der Blick auf den Talschluss - wenig problematisch der nun folgende Gang bis ans Gletscherende.

Hier halten wir uns - weil dieses doch arg steil ist, und nur mit Steigeisen zu begehen wäre - an dessen rechte, also östliche Seite. „Unterhaltsam“ gestaltet sich nun der Schlussanstieg zum ersehnten Gipfel: weiterhin weglos suchen wir durch nun öfters grobblockiges Terrain, mit einigen Kraxelstellen versehen, den Zustieg zum Giglistock. Kurz vor diesem erreichen wir den Grat - mit tollem Blick zu Titlis und Gefolge, und Tiefblick zum Taleggligletscher.

Lange verweilen wir hier - mit schönem Panoramablick (zu Sustenhorn und bis zu Schreckhorn und Wetterhorngruppe) und Tiefblick zum Triftsee - und machen uns auf den Rückweg, welcher über den Südgrat vonstatten geht.

 

Einfacher als unser Aufstieg gestaltet sich dieser, die Umgehung der mächtigen Wechte an des Grates Ende erfordert nur kurz einen Handeinsatz; danach stehen wir auf dem isolierten Rest des Steilimigletschers, und traversieren unproblematisch auf dessen oberen flachen Teil hinüber zu unserer Aufstiegsroute.

Ungefähr auf derselben Route steigen wir anschliessend im bekannten Geröll- und Blockgelände wieder ab - immerhin einige Male Schneefelder als beschleunigendes Fortkommen benutzend. Ebenso wird wieder der Steilhang unterhalb des Brunnenstockes zum Steilabstieg benutzt, wie auch die Querung hinüber zu (P. 2349); später jedoch, nach der weiteren Rücktraverse, steigen wir (westlich) vor dem Felsrücken ab. Die nun gewählte Abstiegsvariante zum (auf der LK eingezeichneten) Spurstumpen ist weniger empfehlenswert als unsere im Aufstieg begangene Route: ruppiger und etwas ungemütlicher erscheint sie uns.

Auf schliesslich identischem Wegverlauf streben wir unserem Ausgangspunkt, Parkplatz Umpol (2093 m) zu - Giglistock im Sommer: keine abwegige Idee!


Tourengänger: Ursula, Felix


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