Vom Dischmatal über die Grialetschhütte und Fuorcla Radönt


Publiziert von Krokus Pro , 20. August 2018 um 12:06. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:15 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1020 m
Abstieg: 640 m
Strecke:12 Km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit Bahn bis Davos Dorf, mit Postauto bis Dürrboden
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ab Flüela Hospiz mit Postauto nach Davos Dorf und weiter mit Bahn
Unterkunftmöglichkeiten:Grialetschhütte SAC
Kartennummer:1197 Davos, 1217 Scalettapass, 258

Heute und morgen wollen wir es gemütlich angehen, uns Zeit nehmen zum schauen.

Mit den ÖV fahren wir ab Davos ins Dischmatal bis Dürrboden P 2001 und erwecken bei Kaffee und Nussgipfel unsere Lebensgeister. Dann wandern wir los, ohne die braune Henne, die uns der Besitzer wegen ihrem Ungehorsam mitgeben wollte. Der Weg Richtung Scalettapass führt idyllisch zwischen zwei plätschernden Bergbächen, vorbei an weidenden Kühen und Pferden, über den Gletschboden bis Schönbüel P 2209. Hier halten wir ostwärts, queren den Gletschtälli- und Furggabach und kommen bei P 2240 auf den Originalanstieg zur Grialetschhütte.

Viel Zeit verbringen wir mit dem Beobachten der Munggen. Ein kleines Murmeltier streckt gwunderig sein Köpflein zum Bau hinaus, verschwindet wieder und versucht es erneut. Ein anderes fasst nach Grasbüscheln und trägt sie im Maul davon, wohl um sie beim Bau zu trocknen. Das wird dann eine gute Nestisolation fürs Winterlager.

Gemütlich steigen wir weiter zu einem flacheren Wegstück und stehen unvermittelt vor dem Furggasee, mystisch graugrün, denn die Sonne wird immer wieder von grossen Cumuluswolken abgedeckt. Dem See entlang kommen wir zur Fuorca Grialetsch P2536, wo auch die Hütte schon zu sehen ist. Zwei weitere, diesmal herrlich blaue Bergseelein kommen in Sicht. Im ersten darf gebadet werden, das zweite dient als Wasserreservoir für die Hütte und sollte nicht verschmutzt werden.

Die Hütte im alten SAC-Stil liegt auf einer hügeligen Hochebene, nur wenig weiter oben beginnen die Gletschermoränen und der Vadret da Grialetsch und darüber die 3000er Grialetsch, Vadret und Sarsura. Ein Blick in die Karte von 2001 zeigt uns, dass die Gletscher seither massiv geschwunden sind.

Schon seit der Fuorcla hören wir Alphorntöne. Neben der Hütte unterhalten drei AlphornbläserInnen die Gäste auf ihren heraufgebuckelten Instrumenten. Wir geniessen Rösti und Suppe und erkunden die Gegend, vor allem der interessanten Steine wegen. Darauf ist aber Schluss mit draussen sitzen, der kalte Wind treibt uns in die heimelige Arvenstube. Mit Würfelspielen vertreiben wir uns die Zeit bis zum feinen Nachtessen mit Dessert. Nirgends piepst ein Handy, denn weitherum ist hier Funkstille.

Auch ein halbes Dutzend kleinere Kinder geniessen das Hüttenleben, spielen zufrieden Karten, bis den Kleinsten einfach die Äuglein zufallen.

Nach einer sehr ruhigen Nacht und feinem Morgenessen geht’s zurück zur Fuorcla Grialetsch und auf gutem Bergweg hinauf zu P 2706. Ab hier gibt’s Geröllakrobatik, ersichtlich in der Landeskarte an den Punkten. Wenn man die Markierungen nicht gleich findet, kann man sich an die Stangen mit rotem Pfeil halten, die immer an übersichtlichen Stellen stehen. Der Balanceakt über die Steine macht Spass, doch brauchen wir mit unseren nicht mehr jugendlichen Knochen bedeutend mehr Zeit als früher. So traversieren wir den Osthang des Piz Radönt, vorbei an einem kleinen Seelein, und hinauf zur Fuorcla Radönt P 2785.

Das Schwarzhorn kommt in Sicht, aber auch hier fehlen die in der Karte noch eingezeichneten Gletscher. Wir steigen, immer noch im Geröll, aber auf gut sichtbarem Weg ab bis P 2716, der Abzweigung zum Schwarzhorn und entscheiden uns für den Abstieg zum Flüelapass. Über die Alp Radönt, jetzt auf gutem Bergweg, steigen wir an einem Seelein vorbei und über die Brücke P 2440,  erreichen dann mit leichtem Gegenanstieg den Weg, der vom Schwarzhorn her kommt. Dem Schwarzkopf entlang geht’s hinunter an die Flüelastrasse, Haltestelle Abzweigung Schwarzhorn. Wie bestellt, kommt gerade das Postauto um den Rank. Wir ignorieren es und geniessen das Wanderweglein der Susasca und dem Lai Nair entlang hinauf zum Flüela Hospiz, wo genug Zeit bleibt für einen Durstlöscher.  
 

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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Geodaten
 41487.gpx Dürrboden - Grialetschhütte
 41488.gpx Grialetschhütte - Flüelapass

Galerie


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