6-Gipfel-Rundtour Flumserberg: Abseits vom Trubel am Munzchopf


Publiziert von Kauk0r , 16. August 2018 um 22:54.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:15 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Aufstieg: 1300 m
Strecke:Ca. 17 Kilometer
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz am Erlebniscenter Flumserberg-Bahnen in Tannenbodenalp kostenlos, die Freiflächen aber nur von 7-22 Uhr gestatten. Die übrige Zeit soll es ein Parkhaus geben (kostenpflichtig?!).

Seit wir letztes Jahr im Spitzmeilengebiet einige Tage unterwegs waren und ich vom Rainissalts auf den Munzchopf hinabgeblickt habe, hat mich dieser Gipfel fasziniert. Noch interessanter wurde er, als ich entdeckte, wie einsam er ist. An einem Gipfel in einem solch bevölkerten Gebiet wie dem Flumserberg, über den nur  sechs Berichte verfasst wurden, da kann nicht viel los sein. Da will ich hin!

Leider legte das Wetter vor meinem freien Tag eine kleine Pause ein, so dass für den Bergtag zunächst Restwolken und dann brauchbares Wetter vorhergesagt waren. Die Wolken hielten sich den ganzen Tag, sie hingen teilweise an Gipfeln und Flanken und zauberten damit immer wieder Stimmungen. Jedoch konnte ich die geplanten, insgesamt anspruchsvolleren Touren nicht in Angriff nehmen. Für diesen Fall hatte ich mir noch den Ersatzplan Munzchopf bereitgelegt.

Die Gegend und Gegebenheiten sind soweit eigentlich bereits alle beschrieben und behikert, so dass ich nicht ausführlich darauf eingehen möchte.

Jedoch war mir im Vorfeld auf der Karte ein Hügel aufgefallen, zu dem es hier keinen Wegpunkt gab. So habe ich gleich nachdem ich mein Rad kurz vor Großsee geparkt habe eine Hikr-Erstbegehung zu absolvieren: Foggen (1677 m). Völlig problemlos lässt er sich vom Kurhotel überschreiten. Zunächst stellt die Übersteigung des Weidezauns die einzige Herausforderung dar. Danach geht es in der Süd-Ostflanke mit Hilfe von Viehspuren durch sehr skandinavische Ambiente auf den Gipfel, auf dem eine Aussichtsbank Richtung Churfirsten zeigt. Anschließend die steilere, aber ebenfalls "gespurte" Westflanke hinab zum Heusee.

Danach ging es landschaftlich durchaus reizvoll auf dem Wanderweg hinauf zu den Güslen, wobei der Grosse im Gipfelbereich trotz Weg etwas Trittsicherheit verlangt. Über den Kleinen hinweg dann auf den Cuncels-Gipfel (1937 m) und den Chrüzen-Sattel. Hier wäre dann der letzte Berührungspunkt mit den Menschenmassen, die den Weidezaun brav als ihre Begrenzung sehen. Bei mir war noch nicht viel los, im Rückblick tummelten sich dort manchmal große Gruppen. Nun durch kuppiertes Gelände Richtung Munzfurgglen, doch bevor der Weg zum Melchplatz abwärts führte, entschied ich mich spontan für die weglose Ostflanke des Munzchopfs. Die geht im Weidegelände zunächst gemächlich los, kurz nach dem Weidezaun steilt sich die Flanke an, die Tritte sind unter dem hohen Gras eher rar und abschüssig. Grundsätzlich nichts wildes (T4), da es aber noch klatschnass ist, fühlt sich das ganze recht anspruchsvoll dar, zumal wenn man längere Zeit nicht in solchen Flanken unterwegs war. Schnell legt sich das Gelände aber wieder zurück und wird besser gestuft, so dass ich nur wenige Meter unter dem Gipfel des Munzchopfs (2173 m) auf den Südgrat gelange. Über diesen verläuft eine schwache Pfadspur zum Gipfelsteinmann. Abwärts geht es dann über den Südgrat zur Munzfurgglen und weglos die Nordflanke des Rainissalts hinauf. Hier ist es sehr moosig, nachdem man das Weidegelände verlassen hat, der steile Mittelteil ist deutlich leichter (kurz T3+) als die Ostflanke zuvor. Oben kommt man dann auch schnell wieder ins Weidegelände und steigt unbeschwert auf die breite Gipfelkuppe vom Rainissalts (2258 m). Über den schotterig-steilen Wanderweg hinunter Richtung Leist (2222 m) und weiter auf dem Wanderweg zum Ziger (2074 m). Von der Station Maschgenkamm dann über den hübschen Stelligrat runter und dann wieder zur Seenplatte.

Fazit: Trotz nicht optimalen Wetters eine nette Trainingstour im Gebirge, um die Beine auf kommende Taten vorzubereiten. Landschaftlich hat das Gelände trotz der massiven Eingriffe einiges zu bieten, die Moorlandschaften scheinen soweit einzigartig zu sein und sind allemal sehenswert, auch wenn man nicht die volle Ruhe antrifft. Wer ein Freund des Getüpfelten Enzians ist, dem sei der unbeweidete Abschnitt in der Rainissalts-Nordflanke empfohlen (bei mir leider schon verblüht).

Tourengänger: Kauk0r


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