Piz Urschai Dadaint 3097 m - Leiden ohne Ende für ein Bergpanorama ohne Ende


Publiziert von Ivo66 Pro , 12. August 2018 um 23:25.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:12 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Augstenberg-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 8:45
Aufstieg: 1580 m
Abstieg: 1580 m
Strecke:Pra da Punt - Alp Malvala - Urschai - Foura da Chaschlogna - Piz Urschai Dadaint
Kartennummer:1:25'000 Silvretta

Der Piz Urschai Dadaint ist ein unbekannter Gipfel am Rande der Silvretta. Er bietet dem ausdauernden Alpinwanderer Gelegenheit, im Rahmen einer Tagestour Einblick in diese wunderschöne Berglandschaft zu erhalten, die immer noch geprägt ist von vielen Gletschern. Da diese grösstenteils aper sind, erscheinen sie mit ihren zahlreichen Spalten besonders imposant.

Wer bereit ist, sich stundenlang in unbequemstem Gelände durch steile, mit Steinen durchsetzte Grashalden und später endloses Geröll hoch zu kämpfen, der wird belohnt mit Eindrücken in einer einsamen Welt, die seinesgleichen suchen. Der Piz Urschai Dadaint erhält kaum jedes Jahr Besuch von Berggängern; es sind nirgendwo Spuren menschlicher Begehungen auszumachen.

Irgendwie bin ich beim Landkartenstudium auf diesen einsamen Berg gestossen. Der Bericht von Omega3 mit seinen prächtigen Bildern gab dann den Anstoss, diese Tour zu begehen; ohne Mühe konnte ich Lena und Maveric für dieses Unternehmen begeistern.

Als wir nach dem langen Anmarsch zur Alp Urschai den steilen Grasaufstieg und einen schönen Teil der Geröllschinderei hinter uns gebracht hatten, der Gipfel aber noch in weiter Ferne lag, verliess uns etwas der Mut, heute noch einen Gipfel zu erreichen. Ehrlich entschuldigte ich mich bei Lena und Maveric für diese Tourenplanung, die ich selbst bis dahin als Schnapsidee bezeichnete.  

Das Gelände wurde aber vorübergehend gutmütiger - im flacheren Teil war der Schutt recht angenehm begehbar, so dass doch noch etwas Hoffnung auf den Gipfelerfolg aufkeimte. Der Schlussaufstieg zum Piz Urschai Dadaint hatte es dann nochmals in sich; der Schutt war dort noch steiler als zuvor und das Geröll lebendiger denn je. Beim Erreichen des Grats, wo sich der imposante Blick über den Chalausgletscher mit seinen tausenden Spalten öffnete, waren alle Mühen und Leiden vergessen. Wir bestiegen beide Gipfel, wobei der in Aufstiegsrichtung gesehen linke wenige Meter höher sein dürfte. 

Fünfeinhalb Stunden benötigten wir für den Aufstieg. Da blieb nicht allzu viel Zeit, das hervorragende Gipfelpanorama zu geniessen. Hinzu kam, dass wir vor dem Abstieg ebenfalls etwas Respekt hatten. Die Schutt- und Geröllhalden eigneten sich aber teilweise recht gut, um zügig abzusteigen, wenn auch das Geröllsurfen nur an einigen Stellen möglich war. Der Abstieg im steilen Gras erforderte ebenfalls nochmals hohe Ansprüche an die Trittsicherheit und dann wartete noch die lange Rückkehr auf dem Fahrsträsschen mit einigen etwas lästigen Gegenaufstiegen. Kurz vor Erreichen des Autos prasselten noch ein paar Regentropfen nieder, ohne dass wir aber wirklich nass wurden. 

Routenbeschreibung:

Von P. 1571 (Pra da Punt) an der Verbindungsstrasse zwischen Ardez und Ftan (einige Abstellmöglichkeiten für PW's) wandert man auf dem Fahrsträsschen nach Norden. An der Alp Valmala vorbei geht es weiter bis zur Alp Urschai (T1). Bei der Alphütte zweigt ein Wanderweg nach links ab zur Brücke über den Bach. Nach der Brücke verlässt man den Weg und steigt zunächst nördlich, bald aber nach Nordwesten dem Bach entlang steil hinauf(T3-T4).

Man erreicht in der Folge die Foura da Chaschlogna und steigt immer in nordwestlicher Richtung weiter die breite Geröllrinne, später in einem Rechtsbogen - links an P. 2928 m vorbei in den Trichter zwischen Piz Urschai Dadaint und Dadora hinein (T4).

Fast zuhinterst in diesem Gerölltal steigt man in nordwestlicher Richtung durch eine Rinne (teilweise aktuell immer noch mit etwas Schnee gefüllt hoch. An einer geeigneten Stelle im obersten Drittel verliessen wir die Rinne und stiegen steil nach rechts durch Schrofen mit viel Schutt bis zum Grat auf (T5). Dort erblickt man bald beide Gipfel des Piz Urschai Dadaint, von welchem der in Aufstiegsrichtung links gelegene etwas höher ist. Beide sind nun einfach erreichbar (T4).

Tourengänger: Ivo66, Lena, Maveric


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