Kleiner Widderstein (2236 m) Überschreitung - Ein Highlight im Kleinwalsertal


Publiziert von Nic , 13. August 2018 um 15:28.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:12 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Oberstdorf nach Baad im Kleinwalsertal. Kostenpflichtiger Wanderparkplatz (3 Euro)
Kartennummer: AV-Karte BY 2 Kleinwalsertal - Hoher Ifen, Widderstein

Der Kleine Widderstein ist ein markanter Berg im Kleinwalsertal. Der Name des Tals kommt von den Walsern, die im 13. Jahrhundert aus dem Wallis hierher zogen. Obwohl es im österreichischen Bundesland Vorarlberg liegt, wird das Kleinwalsertal, insbesondere wegen der Nähe zu Oberstdorf, zum Allgäu gezählt. Die Überschreitung des zackigen Doppelgipfels zählt zu den schönsten Touren der Region und muss ohne Übertreibung zu den landschaftlichen Highlights im Allgäu gerechnet werden. Im Gegensatz zu seinem höheren Bruder, dem Großen Widderstein, ist es auf dem Kleinen Widderstein bis heute recht ruhig geblieben. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf die vergleichsweise deutlich höheren technischen Anforderungen zurückzuführen ist.

Der Kleine Widderstein stand schon lange auf meiner Wunschliste. Die weite Anfahrt hat mich allerdings bisher immer davon abgehalten. An diesem AKW-Sonntag war es nun endlich soweit und es ging mit Cornelia spontan ins malerische Kleinwalsertal.

Da die Tour unter anderem von Quacamozza bereits bestens beschrieben wurde, fasse ich mich kurz.

Vom großen Wanderparkplatz in Baad geht es zunächst auf einem Forstweg und später auf anfangs kaum zu erkennenden Pfadspuren hinauf zum aussichtsreichen Bärenkopf. Handelte es sich bisher um eine leichte Wanderung, gestaltet sich der Übergang zum Kleinen Widderstein über dessen Nordgrat nun deutlich anspruchsvoller. Über schöne Platten, Schrofengelände und Rinnen geht es kurzweilig und teils luftig hinauf zum höchsten Punkt mit Kreuz und GB. Kurz unter dem Gipfel hat man mehrere Optionen. Wir wählen eine Rinne, die in schöner Kletterei (II) direkt hinauf zum Kreuz führt. Wem das zu schwer erscheint, gelangt über ein ansteigendes Band zu einer leichteren Variante (I-II, deutliche Trittspuren)

Der von weitem ziemlich wild erscheinende Übergang zum Südgipfel gestaltet sich am Ende deutlich einfacher als erwartet. Das gilt allerdings nur dann, wenn man die Umgehung der größten Schwierigkeiten (direkt bis III+) in der Westflanke wählt (übliche Variante). Mit etwas Geländeblick findet sich immer eine geeignete Möglichkeit für einen relativ entspannten Durchstieg. Das Gelände ist nichtsdestotrotz ernst. Die spürbare Ausgesetztheit und der brüchige Fels mahnen zur Vorsicht.

Am Südgipfel (Steinmann) angekommen, hat man die größten Schwierigkeiten hinter sich und der Abstieg zum Karlstor gestaltet sich vergleichsweise unschwierig. Zuletzt wartet ein mühsamer Abstieg über lockeres Geröll hinab zum Wanderweg, über den man zügig zurück zum Ausgangspunkt gelangt.

Mit auf Tour: Cornelia


Schwierigkeiten:

Bärenkopf T3
Kleiner Widderstein über Nordgrat T5 II
Überschreitung zum Südgipfel (Umgehung der Zacken in der Westflanke) T5+ II
Abstieg zum Karlstor T5- I+

Fazit:


Absolute *****Unternehmung! Ein landschaftliches Highligt mit hohem Wiederholungsfaktor.


Tourengänger: Nic


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Kommentare (2)


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quacamozza Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. August 2018 um 15:52
Hallo Nico,

das hab ich ja schon zum Kris gesagt, dass diese schöne Runde noch zum absoluten Klassiker wird.

Hoffentlich bleibt es da oben auch zukünftig einigermaßen ruhig...wer weiß...wenn der Hochvogel wirklich zusammenbricht...

Lieben Gruß
Ulf

Nic hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. August 2018 um 16:34
Definitiv ein Klassiker mittlerweile. Mit uns gab es an diesem Tag (laut GB) 5 Begehungen, wobei nur zwei die Überschreitung zum Südgipfel gemacht haben. Manche sind hier wohl sogar mit Bergführer unterwegs. Im Aufstieg ist uns eine Partie begegnet, wo ein Mann eine Frau am kurzen Seil geführt hat. Den Sinn verstehe ich noch immer nicht ganz. Bei einem Sturz fliegen doch beide oder? So wie letztens am Kopftörlgrat im Kaiser...Tragisch. Wie auch immer, geniale Tour!

LG Nico und bis die Tage!


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