Alp Sigel (1743 m) via "Zahme Gocht" - Fälensee - Saxer Lücke


Publiziert von marmotta , 18. Mai 2009 um 21:19.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:17 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein   CH-SG 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Brülisau - Zahme Gocht - Alp Sigel (P. 1743) - Alp Sigel - Chüeboden - Bollenwees - Saxer Lücke - Ruhsitz - Brülisau
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Brülisau
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Brülisau
Kartennummer:LK 1115 Säntis (1:25.000)

Eröffnung der Wandersaison 2009! Zum ersten Mal seit Mitte November vergangen Jahres war ich wieder ohne Schneesportgeräte in den Bergen unterwegs. Im Hinblick auf die Vegetation bietet sich um diese Jahreszeit natürlich ein Ausflug in mittlere Höhenlagen an, zeigt sich doch hier bereits der Bergfrühling in seiner ganzen Pracht, während sich die Hochlagen noch winterlich präsentieren. Und nachdem Ivo66 in seinem kürzlichen Bericht derart von der Blumenpracht auf dem Alp Sigel geschwärmt hat, fiel mir die Wahl des Tourenziels nicht schwer.

Von der Kirche in Brülisau weg folgt man -den Brüelbach überquerend- zunächst einige Meter der asphaltierten Strasse Richtung Weissbad, bis man nach wenigen hundert Metern den Beginn des ausgeschilderten und markierten Wanderwegs zur Zahmen Gocht erreicht, welche den nach Norden senkrecht abfallenden Felsriegel des Alp Sigels durchbricht und so den Durchstieg durch die vom Tal aus schier unüberwindbar anmutenden Felswände ermöglicht. Dank eines gut angelegten Steigs und einiger Drahtseile, welche zusätzlich ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, dürfte dieser Anstieg auf den Alp Sigel auch für ungeübte Wanderer problemlos zu machen sein.

Es zeigte sich schon früh, dass wir an diesem herrlichen und warmen Frühlingstag nicht alleine unterwegs sein würden. Wie die Lemminge folgten wir einer Heerschar Gleichgesinnter, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht, der Zahmen Gocht bzw. dem Alp Sigel entgegenstrebten. Nun gut, die Berge sind schliesslich für alle da, nur könnte die Streuung für meinen Geschmack manchmal ein wenig grösser sein... ;-) Von der von Ivo66 gepriesenen Einsamkeit auf Alp Sigel war jedenfalls nichts zu spüren.

Nach ca. 1,5 h stiegen wir dann aus der schattigen Gocht auf das sonnige Plateau des Alp Sigel, wo uns zum Einen ein stürmischer Föhnwind, zum Anderen aber auch ein grandioses Bergpanorama empfing. Ich stieg noch der Abbruchkante entlang zum (vermeintlich) höchsten Punkt auf, bin mir aber nicht sicher, ob der von einigen Legföhren umgebene, mit einem Steinmännchen dekorierte Aussichtspunkt, den ich bald erreichte, denn auch tatsächlich der höchste war. Janu, mir war´s egal, denn ich genoss den berauschenden Tiefblick auf Wasserauen und auf die nördlichste Alpsteinkette mit Säntis und Öhrli sowie den Blick nach Südosten zu den markanten Kreuzbergen sowie vielen anderen "Alpsteingrössen".

Die erhoffte Blumenpracht hielt sich auf dem Gipfel ziemlich in Grenzen, vereinzelt blinzelten aber auch hier Enziane, Mehlprimeli, die gelben Blüten des Hahnefusses und einige andere, mir nicht namentlich bekannte Blumen aus dem Gras hervor und erzeugten so eine seltene Farbenvielfalt. Etwas weiter unten ist die Vegetation bereits weiter und die Wiesen gleichen einem gelben Farbenmeer!

Von den Hütten der Alp Sigel gingen wir auf schmalen Pfaden durch Wiesen und Wälder hinunter zur Hochebene des Sämtisersees (1209 m) und von dort wieder hinauf durch den Stifelwald zum Berggasthaus Bollenwees, um dort am einmalig schön gelegenen Fälensee (für mich der schönste Fleck im Alpstein) unsere Gaumen verwöhnen und die Seele baumeln zu lassen. Allzu lang hab ich´s aber dann doch nicht auf meinem Stuhl bzw. der Sitzbank ausgehalten. Die Saxer Lucke wollte noch erstiegen werden, lockte doch zum einen der von dort faszinierende Blick auf die Kreuzberge und zum anderen ein noch durchgehendes Schneefeld, welches einen Abfahrtsgenuss in idealer Steilheit von der Lücke bis zur Bollenwees versprach. Nun, der Blick auf die Kreuzberge (K I - direkter Ostgrat, wow!) hielt das Versprechen, die Abfahrt hingegen weniger (zu weicher Schnee, zu viele "Löcher")...

Der Abstieg von der Bollenwees erfolgte dann auf dem -gegenüber dem Steilabstieg via Brüeltobel wesentlich angenehmeren- Höhenweg über Ruhsitz, welcher lediglich am Schluss auf etwas unangenehmen Rasengittersteinen steil durch saftige Blumenwiesen (diese sollen wohl NICHT betreten werden, jedenfalls werden die Wanderer wie Kühe auf abtrassiertem Band hinuntergeschleust) direkt nach Brülisau führt.

Fazit: Ein toller Saison-Opener, der Lust auf die kommende Sommersaison gemacht hat. Bis auf den (freiwilligen) Abstecher zur Saxer Lücke war die komplette Strecke schneefrei und trocken.

Tour mit Daniela, Stephan und Harald. Danke für die nette Begleitung! 

 

Tourengänger: marmotta

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Kommentare (3)


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Berglurch hat gesagt: Grammatik in der Schweiz....
Gesendet am 19. Mai 2009 um 09:57
Hey Mike,

heisst es eigentlich wirklich DER Alp Sigel?

marmotta hat gesagt: RE:Grammatik in der Schweiz....
Gesendet am 19. Mai 2009 um 13:25
Oje, das sind wieder so Fragen!

Es gibt halt d i e Alp Sigel (Ansiedlung von Alphütten) und den Berg, an dem sich diese Alp befindet, dieser müsste richtigerweise "Alp Sigel-Gipfel" oder "Alp Sigel-Berg" heissen. Da mir das aber zu umständlich war, habe ich den männlichen Artikel gebraucht, wenn vom Berg die Rede ist - ganz einfach!

Gibt es noch andere Meinungen? Welchen Artikel gebrauchen die Appezöller selbst, wenn sie von diesem Berg reden?

Gruss

marmotta

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Grammatik in der Schweiz....
Gesendet am 20. Mai 2009 um 22:22
Marmotta, ich glaube, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Genau so handhabe ich es: Die Alp Sigel (die Alpsiedlung), der Alp Sigel (der Berg).

Gruss Ivo (morgen vermutlich auf der Marwees)


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