On the edge - Sporenegg (2116 m)


Publiziert von PStraub , 9. August 2018 um 16:28.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 9 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL 
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m

In der gewaltigen Glärnisch-Nordwand hat es drei kleinere quer-verlaufende Grate: Wiggisegg, Darliegg und Sporenegg. Alle drei sind, um das zurückhaltend auszudrücken, nicht ausgesprochen besucherfreundlich.

Gestartet bin ich auf Hinter Sagg (Sackberg). Normalerweise gehe ich ausreichend vorbereitet auf Wanderungen. Doch hier war ich mir so sicher, den Weg Richtung Chalttäli könne man nicht verfehlen, dass ich mich bei der unteren Hütte (Tschingel) fast verlaufen hätte.
Zum Glück hat J. Hösli seine Schafe, die in normalen Jahren im Sommer die Grünflächen von Glarus "mähen", temporär hier oben "parkiert". So konnte er mir zeigen, wo die Wegspur zum Mittelstafel wieder beginnt.

Ab gut 1650 m ist der Hang von Felsbändern durchzogen, hier sind einzelne Kraxelstellen zu überwinden. Da es eigentlich nur eine halbwegs einfache Passage gibt, ist die Wegfindung nicht schwierig. Wenn man da von unten all die Felswände sieht, will man gar nicht glauben, dass es über dem Felsriegel grosszügige Grasflächen gibt.  

Auf ca. 1800 m ist man am unteren Ende eines Kessels, dessen nördliche Begrenzung das Sporenegg bildet. Wo man aufsteigt, spielt keine grosse Rolle, steil ist es überall. Entlang der oberen Felsbegrenzung findet man fast überall eine recht gutgängige Spur. Auch sonst hat es Spuren en masse: Der Hang dient als Schafweide.

Einmal am oberen Ende angekommen, ist das nicht zu "überriechen". Wie üblich lagern die Schafe am obersten Ende der Weide. Und hinterlassen hier ihre Ausscheidungen.

Die Aussicht von hier ist eindrücklich, es geht in fast alle Richtungen ziemlich krass hinunter.

Im Abstieg wäre ich froh gewesen, einige Wegmarken hinterlassen zu haben. Ich wusste nur noch, zwischen welchen Türmen der untere Ausstieg ist, konnte aber nicht sehen, wie ich dort hinüber/hinunter komme. Ich hatte eine rechte Sucherei, bis ich oben den Einstieg in den offenen Hang wieder gefunden habe.

Wer dem Massenaufmarsch im Klöntal ausweichen will, findet hier oben ein lohnendes Ziel in einer beeindruckenden Umgebung.

PS: "Egg" bedeutet bei diesen Graten die Gratkante, nicht ein bestimmter Punkt.
P. 2116 ist ein Felskopf am oberen Ende, vom Saggberg bezw. von der Schwammhöchi gesehen, dominiert eher der Kopf auf ca. 1935 m am unteren Ende.

Tourengänger: PStraub


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Kommentare (5)


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3614adrian hat gesagt:
Gesendet am 9. August 2018 um 20:15
Freut mich, dass du diese mir sehr gut bekannte Region besucht hast. Bin auch einmal so von der Sporenegg abgestiegen. Fand es auch stellenweise heikel. Einfacher kann man es haben, wenn man den Chnorreneinstieg im Chalttäli nimmt und nur so weit aufsteigt, bis man links haltend bequem auf dem Grasband entlang der Felswand bis zur Sporenegg queren kann. Alternativ kann auch das obere Grasband verfolgt werden, so dass man direkt zu P. 2116 gelangt.
Den Aufstieg auf die Darliegg habe ich einmal gemacht www.hikr.org/tour/post83431.html. Es gibt natürlich auch noch den gfürchig ausschauenden Direktanstieg von der Munggenplangge, doch davon berichte ich ein anderes Mal.
Die Wiggisegg möchte ich auch einmal besuchen.

Würde mich auch freuen einen Gipfelbucheintrag von dir auf dem Höchtor zu entdecken. Bei optimaler Routenwahl alles halb so wild...www.hikr.org/tour/post134579.html

Lg Adrian

PStraub hat gesagt: RE:
Gesendet am 10. August 2018 um 07:21
Es ist ja wirklich eine eindrückliche Gegend, aber Höchtor und vieles andere, was du machst, ist mir mittlerweile eine Nummer zu gross. Man muss seine Grenzen kennen ..

Gruss Peter

justus Pro hat gesagt:
Gesendet am 10. August 2018 um 10:18
Da hätten wir uns beinahe getroffen, habe mich erst am morgen angesichts des Wetters gegen die Tour via Sporenegg zum Höchtor entschieden.

Bin stattdessen am Vorder Gassenstock umgekehrt, da muss ich also nochmals hin.

Am Glärnisch war ich vor ein paar Wochen noch via Heuzug auf dem Milchplanggenstock, wohl der einfachste Aufstieg durch einen Teil dieser Wand.

Gruess,
justus

DonMiguel hat gesagt: RE:
Gesendet am 18. September 2018 um 21:02
Hat es durch den Heuzug einen eindeutigen Weg oder ist das ziemlich Freestyle?

Gruss,
Micha

justus Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. September 2018 um 23:19
die wegspur ist nicht mehr sichtbar, daher eher freestyle. wuerde ich aber nicht als sehr lohnend empfehlen. das geleaende ist sehr stark verbuscht, wenn es auch zwischendurch saftige wiesen hat. wenn ich zeit finde schreibe ich mal einen bericht dazu.


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