Kistenkarumrahmung


Publiziert von bula_f , 10. August 2018 um 15:21.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum: 5 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 1460 m
Abstieg: 1460 m
Strecke:12 Km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Eschenlohe zum Parkplatz an der Sportanlage
Kartennummer:openstreetmap.org

Vom südlichen Ende Eschenlohes ziehen zwei zunächst sanfte Rücken, die sich später zu schönen Graten verengen, in südlicher Richtung zum Kamm der Estergebirgskette hinauf. Der Mineckergrat begrenzt das Kistenkar im Osten und steigt vom Tal in südöstlicher Richtung hinauf zum Zwölferköpfl an, wo der Grat auf N-S Ausrichtung dreht und direkt zur Hohen Kisten weiterführt. Gegenüber begrenzt der Archtalgrat das Kistenkar im Westen und bietet eine wunderschöne Anstiegsmöglichkeit hinauf zum Archtalkopf und dem Hochplateau des Estergebirges. Diese beiden Grate lassen sich sehr lohnenswert zu einer Umrahmung des Kistenkars kombinieren.

Berichte zu Teilstücken der Wanderung finden sich *hier und *hier.

Los geht es am Parkplatz bei den Sportanlagen in Eschenlohe über die trockenliegende Urlaine und orografisch rechts stets in der Nähe des Bachbetts  auf Forststraßen am Holzlagerplatz vorbei zu einer Schranke. Kurz nach dieser (~50 m) linkerhand auf deutlicher Pfadspur an einem eingerißenen Hochsitz vorbei den kurz steilen Ansatz des Mineckergrats hoch bis dieser nach ca. 50 hm bereits abflacht. Auf dem Rücken finden sich deutliche Pfadspuren entlang eines Zauns, auf den es kurzweilig schnell weiter hoch geht zu einer Forstraße. Jenseits der Forststraße geht es im nun wieder steileren Geläuf weglos weiter bis sich auf dem zusammenlaufenden Grat wieder Steigspuren finden. In schönster Landschaft geht es garniert mit leichten Kraxlstellen hoch zur Mineckerwiese, einer Almfläche unter dem Zwölferköpfl. Am linken, oberen Ende der Wiese (Aufstiegssinn) trifft man auf den Normalweg des Zwölferköpfls. Am Gipfel mache ich Brotzeit und genieße die Aussicht.

Auf dem markierten Weg geht es am Verbindungsgrat zwischen Zwölferköpfl und Hoher Kisten weiter bis in die tiefste Scharte am Grat, wo der Steig weg vom Grat in die Ostflanke hinunterführt. Ich bleibe am Grat und nehme den folgenden Aufschwung in einem äußerst brüchigen Kamin (2 x 4 m III-), der umsichtiges und vorsichtiges Kraxln erfordert. Aufgrund der Brüchigkeit stemmt und drückt man hier besser ausschließlich. Nach dem Kamin in steilen Schrofen zunächst links der Kante, dann über diese hinweg zu einer latschenfreien Wiesenfläche auf der rechten Seite und einfach über diese zum höchsten Punkt des Aufschwungs hoch. Im Folgenden geht es ohne jegliche Pfadspuren über einige Köpferl möglichst direkt an der Gratkante oder in der brüchigen Ostflanke die Latschen umkraxlnd an den Gipfelaufbau der Hohen Kiste. Diesen ersteige ich rechts haltend in direkter Linie zum Gipfelkreuz (II).

Am gut gefüllten Gipfel halte ich mich nicht lange auf, sondern mache mich gleich auf den Weiterweg auf bestens markiertem Weg zum Archtalkopf. Hier mache ich nochmal Brotzeit bevor es an den Abstieg über den Archtalgrat geht. Auf gut ausgeschnittenem und teils markiertem Pfad geht es sehr schön in uriger Landschaft über Archtalwand, Zundereck und -kopf kurzweilig runter zum P, wo sich die schöne Runde schließt.


Der Aufstieg zum Zwölferköpfl über den Mineckergrat erfreut sich aufgrund der landschaftlichen Schönheit zurecht gewisser Beliebheit, was im Gipfelbuch Dokumentation findet. So ist es nicht verwunderlich, dass man auf weiten Teilen des Anstiegs Steigspuren antrifft. Die Wegfindung gestaltet sich entsprechend relativ einfach. Dennoch ist man hier im weglosen, teils steilen Gelände mit kurzen Kraxlstellen unterwegs.

Der Übergang über den Nordgrat zur Hohen Kiste ist ein anderes Kaliber und Liebhabern brüchiger Kraxlei, Schrofen- und Latschensteigerei vorbehalten und weniger lohnend.

Der Abstieg über den Archtalgrat vollzieht sich wieder sehr lohnenswert auf einem ausgeschnittenen und markierten Steig durch wunderschöne Landschaft bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Tourengänger: bula_f


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Kommentare (2)


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stefanl78 hat gesagt: Super Gegend,
Gesendet am 11. August 2018 um 00:09
super Bericht! War in der Gegend schon öfters unterwegs (Estergebirgsdurchquerung, Martinisteig, Zundereck, Kistenkar, Mineckergrat etc.), aber die direkte Variante vom 12erkopf zur Hohen Kiste kannte ich noch nicht, werde ich mir bald mal anschauen.

bula_f hat gesagt: RE:Super Gegend,
Gesendet am 11. August 2018 um 17:13
Danke Dir!

Ja, ist wirklich eine sehr schöne Gegend und schnell zu erreichen von München. Deshalb bietet sich diese Tour für kürzere Tage in den Randmonaten oder als Halbtagesunternehmung an.

Ich wünsch Dir viel Spass bei der Tour!


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