Von Wildhaus auf den Säntis (2502 m) via Rotsteinpass und Lisengrat


Publiziert von rkroebl Pro , 6. August 2018 um 17:29.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 5 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG   CH-AR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 1278 m
Abstieg: 179 m
Strecke:Gamplüt - Dreihütten - Pt. 1262 - Gerstel - Langenbüel - Fliser Schafboden - Rotsteinpass - Lisengrat - Säntis (10,7 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Wildhaus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Schwägalp
Kartennummer:Ausschnitt map.admin.ch / GPS Garmin etrex 30

Eine von den vielen schon lang geplanten Touren endlich umgesetzt. Mit dem ÖV nach  Wildhaus  und weil ich mir den Aufstieg auf’s erste Plateau nicht schon wieder antun wollte, gleich mit der kleinen Gondelbahn hinauf zum  Gamplüt  (CHF 10.00 einfach, zahlen bei Ankunft). Von der touristischen Alp aus dann nicht wie sonst meist nach rechts in Richtung Alp Tesel sondern um die Grosse Bahn- und Restaurantanlage herum nach links, wo der Weg in Richtung  Rotsteinpass  bereits wrw signalisiert ist.
 
Die Wanderung beginnt mit einem Abstieg in Richtung Thurwies, wobei der Weg nicht ganz zum Talboden geht, sondern kurz davor in denjenigen zum Rotsteinpass einfädelt. Das ist alles ganz einfach da, man steigt locker auf Naturstrasse und gutem Wanderweg hinauf am Langenbüel vorbei bis zum Fliser Schafboden, wo es eine kleine Alpwirtschaft mit Verpflegungsmöglichkeit gibt. Kurz nach dem Schafboden teilt sich der Weg. Nach links ginge es auch zum Säntis, da würde man aber den Lisengrat (und um den ging es mir heute) verpassen. Da also rechts halten und weiter in Richtung Rotsteinpass gehen. Die Passhöhe – auch Ausgangspunkt für Touren auf und über den Altmann der rechts darüber thront – bietet neben herrlicher Aussicht auf die andere Seite auch noch die Möglichkeit, einen Most zu tanken. Es war sehr heiss im Aufstieg.
 
Die Passhöhe ist auch der Punkt, an dem man seine Trekking-Stöcke wegpacken kann, die wird man bis zum Säntis nicht mehr brauchen, sie wären sogar hinderlich. Nach einer kurzen grasigen Strecke geht es ernsthaft in die Felsen. In teilweise stark ausgesetztem Gelände (hier gehört die „Trittsicher und Schwindelfrei-Warnung“ hin) geht es in zum Teil ruppigem Auf und Ab auf dem Grat oder links und rechts darunter in Richtung Chalbersäntis weiter. 
 
Viele Teile der Strecke sind - teilweise beidseitig - mit offenbar funkelnagelneuen Stahlkabeln gesichert und haben Klettersteig-Charakter. Der Einsatz von einem Klettersteigset wäre denkbar, aber bei genügender Vorsicht übertrieben. Anders als auf einem Klettersteig wird man hier auch oft von entgegenkommenden Wanderern gekreuzt, was das mit dem Set sehr mühsam machen würde. Ich habe jedenfalls niemandem mit einem Klettersteigset gesehen. Bewundernd habe ich aber ein paar Worte mit einer mir entgegenkommenden Barfussgeherin gewechselt. Ich glaube nicht, dass ich mir sowas antun würde.
 
Die Kabel kann man übrigens oft sehr gut brauchen, man glaube mir. Ein paar Handschuhe kämen hier auch gut zum Einsatz. Nicht, weil man sich an den Kabeln die Hände verletzen könnte – im Gegenteil! Es hat seit Wochen nicht mehr richtig geregnet hier oben. Der Lisengrat muss in der Zeit von vielen hundert Leuten begangen worden sein – und wohl praktisch alle hatten irgendwie Sonnencrème an den Händen. Die Drahtseile am Lisengrat werden noch ewig glänzen und wären im Fall eines bösen Rutschers oder gar Sturzes nicht einfach festzuhalten.
 
Als ich am Chalbersäntis vorbei kam, kletterte gerade ein Paar vom Gipfel auf den Weg herab und machte sich wie ich auf die letzten Meter hinüber und hinauf zum Säntis. Der Weg endet auf der unteren, mit interessiert äugenden Touristen gefüllten Aussichtsplattform – oder wenn man will, durch einen Tunnel gleich in den unteren Gedärmen des modernen Gebäudekomplexes direkt unter der Bergstation der Säntisbahn.
 
An einem Sonntag wie diesem verzichtet man am besten darauf, noch lange zu fackeln sondern stellt sich gleich an in die endlos scheinende Menge von Leuten, die auf die Fahrt hinunter zur Schwägalp warten.
 
Mit dem ÖV vom Säntis zurück nach Zürich ist dann natürlich eine kleine Weltreise. Deren Höhepunkt ist der Zug von Nesslau-Neu St. Johann nach Wattwil. Die moderne, mit riesigen Fenstern ohne Sonnenschutz versehene Triebwagenkomposition stand nämlich vor Abfahrt für mehr als eine halbe Stunde in der prallen Sonne bei über 30°C und wurde nicht gekühlt. Innentemperatur bei nicht öffenbaren Fenstern irgendwo jenseits von 50°C. Ja, liebe  Thurbo AG, so kann man Strom sparen, danke! :-(
 
Man lasse sich von meinem Schlussgemecker nicht täuschen. Das war eine wirklich schöne, spannende und sehr abwechslungsreiche Tour, die ich wärmstens (!) weiterempfehle!

Tourengänger: rkroebl


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