Corn Suvretta 3072 m - Corn Margun 3034 m - Brüchige Überschreitung


Publiziert von Ivo66 Pro , 5. August 2018 um 20:00.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum: 5 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Strecke:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Fuorcla Chamuotsch - Corn Suvretta - Corn Margun - Fuorcla Margun - Valletta dal Güglia - Alp Güglia
Kartennummer:1:25'000 Bivio

Corn Suvretta und Corn Margun sind zwei durch einen brüchigen, etwa einen Kilometer langen Grat miteinander verbundenen Berge hoch über dem Julierpass auf der Engadiner Seite. Im Sommer werden die beiden äusserst aussichtsreichen Gipfel selten bestiegen; im Winter erhält der Corn Suvretta hingegen fleissig Besuch. Obwohl der Corn Suvretta auf der Normalroute von der Alp Güglia einfach und rasch erreicht werden kann, ist man hier auch während der Sommerferien und bei bestem Wetter in der Regel sehr einsam unterwegs. Das gesamte Gebiet gehörte auch heute ganz alleine uns.

Waren wir zu Beginn noch im T-Shirt bei angenehmen Temperaturen unterwegs, wechselten wir später wie immer in diesem Sommer bald auf Herbstbekleidung. Viele Quellwolken verdeckten oft die Sonne, was die Temperaturen auf dieser Höhe rasch in tiefe Bereiche sinken lässt.

Als wir die Hochebene im Valletta dal Güglia erreichten, waren wir wie immer begeistert über die Schönheit dieser Berglandschaft. Nach 30 Minuten Gehzeit von der viel befahrenen Julierpassstrasse findet man sich auf einen Schlag in vollkommener Einsamkeit wieder.  Nach zweieinhalb Stunden Aufstiegszeit standen wir auf dem Corn Suvretta. Immerhin war unser Eintrag im Gipfelbuch bereits der Vierte in dieser Sommersaison.

Spannend ist die Überschreitung des Verbindungsgrats zum Corn Margun: Der Grat besteht aus sehr schlechtem Fels, weshalb seine Begehung immer Vorsicht erfordert. Einige Male muss man in die Südflanke ausweichen, einfach weil zu schroffe Gendarme auf dem Grat den Weg versperren.  

Zu unserer grossen Überraschung wies das Gipfelbuch auf dem Corn Margun einen neuen Eintrag in diesem Jahr auf, weshalb - unsere beiden diesjährigen Einträge eingeschlossen - wir uns heute ebenfalls zum vierten Mal hier eintrugen.

Ein schönes Erlebnis hatten wir dann am Fusse des Corn Margun, wo wir eine Vierergruppe von Steinböcken beobachten konnten: Ein schon recht stattlicher Bock führte das kleine Rudel von halbwüchsigen Männchen an. Es war eindrücklich, wie sanft und lautlos sich diese prächtigen Tiere im Geröll fortbewegten.

Routenbeschreibung:

Alp Güglia - Fuorcla Chamuotsch (T3)
Beim kleinen Parkplatz an der Julierpassstrasse bei der Alp Güglia überquert man die Passstrasse und überquert ein kleines Brücklein. Gleich anschliessend steigt man das Valletta dal Güglia hinauf, wobei man mit etwas Aufmerksamkeit auf einen Pfad trifft, der im Aufstieg rechts des Bachs hinaufführt. Auf einer Holzbrücke wird der Bach zu Beginn einer ziemlich flachen Ebene wieder nach links gequert. Der Pfad verliert sich bald einmal.

Man wandert einfach weiter im Talboden und umgeht grosszügig die Felsbastion "Il Nes" auf der Westseite und hält sich dann nach Nordosten gegen die Fuorcla Chamuotsch zu.
 
Fuorcla Chamuotsch - Corn Suvretta (T4)
Über den Südostgrat steigt man beliebig auf den höchsten Punkt. Man kann einige Gratabschnitte umgehen. Im oberen Teil verliert sich der Grat in der Gipfelschutthalde.

Corn Suvretta - Corn Margun (T5)
Zunächst wandert man über den langen, im oberen Teil gut begehbaren Grat weiter in westlicher Richtung. Nach einigen Kletterstellen, wobei man sowohl in die Nord- als auch Südflanke ausweicht, erreicht man bei P. 2972 m den tiefsten Punkt im Verbindungsgrat zwischen den beiden Gipfeln.

Der Aufstieg von P. 2972 m über den Ostgrat zum Corn Margun erfordert dann nochmals beherztes Zupacken in oft ausgesetztem Gelände. Einige Zacken umgeht man in der abschüssigen, schuttigen Südflanke, kehrt aber baldmöglichst wieder zum Grat zurück. In Gipfelnähe wird das Gelände wieder gemütlicher. Den letzten Steilaufschwung begeht man von Vorteil direkt über die Gratschneide und sollte sich nicht zu sehr von Ausflügen in die dort sehr brüchige Nordflanke verleiten.

Corn Margun - Fuorcla Margun (T5)
Ganz kurz über den Westgrat und bald durch die Südflanke, immer nahe der Gratfelsen, stiegen wir zur Fuorcla Margun ab.

Fuorcla Margun - Alp Güglia (T3)
Im weiteren Abstieg ist man in der Routenwahl ziemlich frei. Wir stiegen stets in gutmütigem Gelände auf das Valletta dal Güglia zu, wo wir auf der Aufstiegsroute zum Ausgangspunkt zurückwanderten.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


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