Piz Curtin (2974 m) - alte Route neu gefunden


Publiziert von PStraub , 2. August 2018 um 12:21.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:31 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bifertengruppe 
Aufstieg: 1460 m
Abstieg: 1000 m

Seit jeher ist in den SAC-Führern die Route der Piz-Curtin-Erstbegeher - wer anders als Weber/Indergand? - als ZS aufgeführt (R. 653 in der Ausgabe 10). Doch selbst der langjährige Hüttenwart Fridolin Freuler wusste von keinem, der je dort hinauf gestiegen wäre. Das wollte ich mir einmal anschauen.

Erst habe ich in der Hütte das Material deponiert, welches ich vermutlich nicht brauchen würde, dann bin ich auf der knappen Wegspur Richtung Fuorcla Posta Biala bis knapp 2590 m aufgestiegen.
Was von unten wie ein Grasband unter einer Felswand aussah, entpuppte sich vor Ort als komfortabler Einstieg in die erste Mulde. Und es sollte so weiter gehen: Wer nur ansatzweise ein Gespür für das Gelände hat, findet überall Wege und Bänder, die durchwegs ein gutes T4 nie überschreiten.
Im Track habe ich die Aufstiegsroute in rot und die Abstiegsroute in grün eingetragen. Bis etwa 2780 m ist die rote, darüber die grüne die jeweils einfachere Variante. Und vermutlich liesse sich selbst das noch optimieren.

Oberhalb 2780 m bin ich direkt zum Grat aufgestiegen. Erst wollte ich in den Sattel zwischen Piz Scantschala und Piz Curtin, doch dann war mir der Umweg doch zu gross.
Der Aufstieg und der Grat selber sind nicht sehr schwierig; der Grat erfordert aber doch einiges an Kraxelei bei der Überschreitung oder Umgehung der vielen Blöcke und Türme; Schwierigkeit etwa ZS-/II.

Das Gedränge auf dem Gipfel hielt sich in Grenzen - wie schon immer in den letzten gut 100 Jahren.

Schon im Aufstieg habe ich gesehen, dass sich knapp unter dem Grat ein Grasband quer durch die ganze Flanke zieht. Dem bin ich im Abstieg gefolgt. Selbst dort, wo man glaubt, es ende bei einem Türmchen, geht es auf der andern Seite schön einfach weiter.

Über der Hütte ragt ein spitzer Turm hoch, ein Ausläufer aus der Curtin-(Nord-)Ost-Flanke. Den habe ich auch gleich "mitgenommen", um von dort ein paar Fotos zu machen (siehe Track).

Unten bin ich an zwei Orten über Platten abgestiegen, das bringt keinerlei Vorteile.

Damit wurde die Route 653 (im Aufstieg) wieder einmal begangen und im Abstieg vereinfacht. Die Variante 653a ist völlig unsinnig: Wer schon Lust auf einen Blockgrat hat, wird den "richtigen" nehmen.

Seit diesem Jahr sind neu Brigitta und Ruedi Blöchlinger auf der Hütte. Sie machen da einen tollen Job. Es gibt sogar - Party-Stimmung im Hochgebirge - Würste ab dem Gas-Grill!
Neu kann man die Hütte via einen attraktiven Klettersteig erreichen, der etwa parallel zum Wasserfall des Puntegliasbaches/Aua Ferrera verläuft.

Tourengänger: PStraub


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Kommentare (1)


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Bergamotte Pro hat gesagt:
Gesendet am 2. August 2018 um 14:17
Interessanter Bericht. Ich werde mir bei Gelegenheit mal ein paar Tage in dieser einsamen Gegend gönnen, mittlerweile haben sich die Projekte etwas kumuliert (Pizes Ner, Curtin, Avat, Gliems).


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