Weissmies Überschreitung


Publiziert von Frangge Pro , 29. Juli 2018 um 22:21.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:21 Juli 2018
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2340 m
Abstieg: 900 m

Nachdem der eigentliche Plan für ein langes Wochenende nicht durchführbar war, haben wir im Wallis 'Alternativen' gesucht und die erste mit der Weissmies Überschreitung gefunden. Aufgrund der unsicheren Wetterlage waren noch (wieder) viele Plätze auf der Almagellerhütte frei.

Tag 1 - Hüttenaufstieg Almagellerhütte, T3, 1220hm, ca. 3h

Gegen zwei Uhr kommen wir in Saas Almagell an. Einen unserer Gruppe hat die SBB im Stich gelassen, er kommt eine Stunde später nach. Wir nehmen den Wanderweg hinter der Kirche den Hang hinauf und sind in etwa anderthalb Stunden an der Almagelleralp angekommen. Das Wetter ist nicht gerade perfekt, wir sind froh, dass es nicht den Anschein macht, in den nächsten Stunden zu regnen. Die Almagelleralp selbst fand ich, hat recht trostlos ausgesehen, vielleicht hat das auch an der Landschaftsstimmung bei dichter Bewölkung gelegen.

Nach einer kurzen Pause nehmen wir die restlichen 700 Höhenmeter unter die Stiefel. Wir nehmen den Weg, der direkt an der Almagelleralp ansteigt und nicht flach ins Tal führt. Der ist rot-weiss markiert, was aber auf map.geo  nicht eingezeichnet ist. Etwa eine halbe Stunde später kommen wir an einer schönen Wiese mit Edelweissen vorbei.

Kurz nach fünf Uhr kommen wir an der Hütte an und sind froh, trocken angekommen zu sein. Wir sind auch bald komplett, da unser fünfter wohl wie ein Schnellzug den Berg hinauf gekommen ist. Wir bekommen von der freundlichen Hüttencrew einen eigenen 6er Schlag zugewiesen. Z'Morge gibt es um 4 Uhr und wir checken mehrfach das Wetter für den folgenden Tag - sieht durchaus machbar aus, einzig neblig könnte es werden.

Tag 2 - Überschreitung Weismiess, Abstieg bis Hohsass, WS+, 1120hm, ca 4h im Aufstieg

Wir marschieren viertel vor fünf im Schein der Stirnlampen los. Der Weg zum Zwischenbergpass ist blau-weiss markiert, was in der Dunkelheit und beim leichten Nebel durchaus hilft. Zwei kleinere Schneefelder queren wir noch auf dem Weg zum Pass. Als wir am Pass ankommen ist es bereits hell und es ist absehbar, dass wir den Nebel bald unter uns lassen werden.

Wir bleiben am Grat und geniessen die Kraxelei / Kletterei. Der Grat ist weder ausgesetzt, noch schwierig zu begehen, einmal umgehen wir einen Aufschwung östlich. Die meisten anderen Seilschaften sind im Firnfeld paar hundert Höhenmeter aufgestiegen, bevor sie auf einer Höhe von ca 3650m auf den Grat wechseln. Vermutlich geht das ein wenig schneller.

Das letzte Stück zwischen Pt 3972 und dem Gipfel ist ausgesetzt, war aber prima zu begehen. Im Abstieg waren wir dann durchaus froh um die breite Spur, das erleichtert doch die Routenfindung. Die Abbrüche und Spalten beeindrucken sehr. Am Schluss dann noch ein flaches Stück quer auf dem Triftgletscher etwa auf einer Höhe von 3100m. Auch hier hat der Gletscher einige Spalten, ist aber momentan problemlos zu begehen, eben: Spur hat es sowieso.

Nachdem man den Gletscher verlassen hat, ist es nur noch ein sehr kurzes Stück bis zum Hohsaas.

Als erster Teil unserer 'Verlegenheitstour' hätte es kaum besser kommen können. Zum Einen ein wirklich schöner Hüttenaufenthalt in der Almagellerhütte - die Absagen vieler anderer hatten auch einen Anteil daran, dann das Wetterglück und eine schöne Route bei perfekten Bedingungen und schliesslich die klasse Truppe haben ein wunderschönes Wochenende ausgemacht.

Dabei war das ja nur die Vorspeise: Die beiden Tage darauf sollte der Dom folgen, zumindest für vier von uns fünfen.

Tourengänger: Frangge


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