Vom Petersgrat zum Elwertätsch nach Lauchernalp


Publiziert von nepeak , 25. Juli 2018 um 16:20.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:13 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1660 m
Abstieg: 1240 m
Strecke:Gasterental - Kanderfirn - Mutthornhütte - Petersgrat - Birghorn - Elwertätsch - Laucherenalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Kandersteg mit Shuttlebus -> muss reserviert werden!
Unterkunftmöglichkeiten:Mutthornhütte

Die Wettervorhersage stimmte, die Rucksäcke waren gepackt, es konnte losgehen! Und das in aller Früh: um 0540 fuhren wir von Zürich nach Kandersteg und waren bereits so locker durch den Verkehr gekommen, dass es sogar auf einen Bus früher als geplant reichte (muss reserviert werden).

Somit kamen wir beim ersten Sonnenschein in Selden an, schnürten unsere Schuhe fest und zogen los weiter ins Gasterental. Wunderschöne Wanderwege durch abwechslungsreiche Fauna und Flora schlängelten sich dem Ende des Tals entgegen. Unmerklich gewannen wir die ersten Höhemeter, ehe der Weg steil dem Schafgrinde entgegen ging. Oben angekommen, haben wir uns für den linken Weg entschieden, der parallel dem Gletscher entlang läuft. Etwa nach 600 Metern sind die Markierungen jedoch nicht mehr sonderlich gut und die Bäche müssen „irgendwie“ überquert werden, was jedoch kein Problem ist.

Kurz nach den Bächen gingen wir auf den Gletscher und folgten der Moräne, ehe wir uns auf der Höhe von ca 2500müm anseilten. Steigeisen waren im unteren Teil nützlich, wurden nach kurzer Zeit im noch dichten Schnee des letzten Winters jedoch rasch wieder auf dem Rucksack montiert. Der Schnee war durch die Sonneneinstrahlung sehr hügelig, was ein vorwärts kommen massiv erschwerte. Jedoch der bereits fantastische Rundum-Blick entschädigte für die Strapazen und die bald erschienene Mutthornhütte machte Mut, dass die Anstrengungen bald mit einem Bier belohnt werden. Doch zuerst wurde man herzlich mit einem Willkommenstee begrüsst, ehe man das Malzgetränk auf der Terrasse vor den Tschingelhörnern genoss. Allgemein war die Hüttenbewartung äusserst freundlich und herzlich, die Verpflegung war ausgezeichnet und in rauen Mengen!
 
TAG 2
Die Überschreitung Petersgrat – Birghorn – Elwertätsch – Sackhorn haben wir auf unsere Fahne geschrieben. Dafür klingelte um 0400 der Wecker, so dass wir innert 60 Minuten stressfrei alles erledigen konnten und Punkt 0500 los liefen. Die Dämmerung war bereits im Gange, die Stirnlampen mussten nur noch auf den ersten Metern ihren Zweck erfüllen. Wolken zogen bedrohlich über unsere Köpfe, doch dadurch war die Stimmung einzigartig. Auf dem flachen „Grat“ ging es richtung Süden / Kleines Tschingelhorn, ehe wir auf ca 3000müm Richtung Joch in südwestlicher Richtung „abbogen“. Der Petersgrat umgingen wir links, holten jedoch etwas wenig aus, weshalb wir auf der Höhe des Roten Tätschs in steileres Gebiet kamen. Das ginge auch einfacher. Auch mussten wir auf der Schneeverengung zwischen Birghorn und Birgsattel eine Zwangspause einlegen. Nebel umhüllte uns, Tropfen fielen vom Himmel – ein äusserst unangenehmes Gefühl inmitten dieser Landschaft. Doch nach einer Viertelstunde konnten wir weiterziehen und zogen die direkte Linie auf den Sattel westlich des Birghorns vor (Pt. 3183). Eine ziemlich steile Angelegenheit, aber gut machbar, trotz des doch schon merklich weicheren Schnees. Die letzten Meter auf das Birghorn selber waren dann sehr entspannt, obschon wir den Zugang zum Gipfel nicht fanden. Wir endeten in einer „Schlucht“, die in einer Sackgasse endete (zumindest ohne adäquate Kletterausrüstung). Eine genaue Beschreibung habe ich auf hikr leider nicht gefunden, jedoch kann ich sagen, dass die Südseite nicht oder nur unter erschwerten Klettereien bezwingbar ist.

Demnach kehrten wir nach einer Pause wieder zurück zum Pt. 3183 und zogen weiter auf dem Grat Richtung Elwertätsch. Die Aussicht war, trotz Wolken auf der Walliserseite, atemberaubend. Der Blick zum Sackhorn und die schon fortgeschrittene Zeit bewegten uns, das Sackhorn zu vertagen. Der Weg auf den Gipfel mit der Wetterstation war von Osten her weder erkenn- noch erdenkbar. Beschreibungen, man komme problemlos auf das Sackhorn, konnten wir zumindest aus der Ferne nicht nachvollziehen. Entsprechend stiegen wir via Tennbachlücke, die mittlerweile aufgerissen ist und einige Spalten aufweist, wieder ab. Beim Tennbachgletscher geht es dann nochmals richtig los! Im Geröll liegt noch viel Schnee, klare Spuren sind keine ersichtlich, was die Orientierung extrem erschwert. Irgendwie schaffen wir es dann, nördlich vom Stieltihorn in einer steilen Rinne abzusteigen. Die Skipiste im Visier queren wir die Bäche und kommen so wieder auf normales Gehgelände, welches uns in die Lauchernalp führt.
 
Alles in allem eine wunderschöne Tour mit sehr vielfältigem Panorama in die Berner und Walliser Alpen.

Tourengänger: nepeak



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