Punta San Matteo (3678 m) - ab Branca Hütte über Forni Gletscher


Publiziert von boerscht , 15. Juli 2018 um 20:44.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 2 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1250 m
Strecke:12 km
Kartennummer:Tobacco Karte 08 - Ortes, Ortlergebiet, Cevedale

Die Blicke von der Terrasse der Branca Hütte fallen fast automatisch immer auf die Punta San Matteo. Der Gipfel ist fast komplett vergletschert und in beide Richtungen führen schöne Grate. Ist man auf der Branca Hütte, muss man da also eigentlich einfach rauf. 

Rifugio Cesare Branca - Forni Gletscher T3; 45 min:

Los gehts wie jeden Morgen diese Woche um etwa 5 Uhr, da für mittag leider immer schlechteres Wetter gemeldet ist.
Hinter der Hütte gehts über eine kleine Brücke vor Wasserfall vorbei zum See unterhalb. Auf bestem Wanderweg geht es unterhalb der östlichen Randmoräne in Richtung Forni Gletscher. Zunächst bergab, dann wieder hinauf auf die vom Gletscher glatt geschliffenen Platten. Der reißende Gletscherbach wird mit Hilfe einer schönen, kleinen Hängebrücke gequert. Ohne die wäre eine Querung hier unmöglich. Vorbei am riesigen Gletschertor gehts dann auf der Westseite zur ausgesperrten Zunge des Forni Gletschers.

Forni Gletscher - Punta San Matteo WS; 4 h:

Über die apere Gletscherzunge geht es bis zum großen Gletscherbruch unter eine markante Eisrampe. Auf der flachen Zunge findet sich jede Menge Stacheldraht, Granaten und Patronen aus dem 1. Weltkrieg. Ein richtiger Schrottplatz hier.
Vor der markanten Eisrampe verlassen wir den Forni Gletscher hier nach Westen und gehen kurz über Schutt zum westlicheren Teil des Gletschers. Auch hier zunächst aper, nun recht steil gehts den Gletscher hinauf. Im Firn angekommen seilen wir an und halten in direkter Linie auf die großen Seracs weiter oben zu. In genügend Abstand werden diese unterhalb gequert, Achtung hier hats teils große Spalten.
Es folgt eine weitere, etwas steilere Firnstelle. Nach Westen gehts auf der nun flacheren Rampe unter den Bergschrund, welcher noch gut eingeschneit und problemlos zu überwinden ist. 
Völlig im Nebel gehts an einem kleinen Felsen vorbei weiter in Richtung Gipfel der Punta San Matteo. 
Der Firngrat steilt zwischenzeitlich etwas auf und wird zum Gipfel hin wieder flacher.
Die Aussicht am Gipfel hält sich dank des Nebels stark in Grenzen und es bläst ein eisiger Wind. Etwas unterhalb des Gipfels machen wir dann windgeschützt Pause und schauen den Nebelschwaden beim durchziehen zu.

Punta San Matteo - Forni Gletscher - Refugio Cesare Branca WS, T3; 3,5 h:

Auf dem selben Weg wie im Aufstieg gehts wieder zurück zur Branca Hütte. Der Firn ist mittlerweile aufgeweicht, die Spaltenbrücken unterhalb der großen Seracs halten jedoch noch gut und auch sonst ist das eigentlich kein Problem. Der Weg über die doch noch große Gletscherzunge des Forni Gletschers zieht sich dann nochmal etwas in die Länge.
Pünktlich zum Mittagessen und vor Beginn des Regens sind wir wieder zurück an der Hütte.


Tolle, fast reine Gletschertour ohne großen Felskontakt. Bei Ausaperung könnte das ganze etwas schwerer werden, die Steilheit hält sich jedoch in grenzen. Die Wegführung ist logisch und der Berg bei gutem Wetter wohl häufig besucht. Die Tour könnte man mit dem Monte Giumella und Punta Cadini noch verlängern und beliebig ausbauen. Definitiv nicht nur ein Skitouren Berg !

Tourengänger: boerscht


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