Piz Giarsinom, Macun-Seen, Piz Sursassa


Publiziert von Stijn , 9. Juli 2018 um 20:12.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:30 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Macun-Nuna-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2350 m
Abstieg: 2300 m

Die Seenplatte von Macun ist (nicht zuletzt dank dem Label "Nationalpark") ein beliebtes Wanderziel, auch wenn die Wanderung von Zernez bis Lavin (oder umgekehrt) recht lang ist, und nur auf der Zernez-Seite eventuell mit Alptaxi abgekürzt werden kann. Da ich eh noch kaum im Unterengadin unterwegs war, war diese Wanderung eine gute Gelegenheid um die Gegend besser kennen zu lernen. Die Macun-Seen selber haben mir ein wenig enttäuscht (auch weil meine Erwartungen sehr hoch waren). Klar sind die Seen (vor allem bei Sonnenschein) sehr schön, aber ganz so einzigartig wie oft behauptet wird, fand ich sie jetzt nicht. In den Alpen gibt es doch noch viele andere Bergseen die gleich schön sind und die man zudem aus jeder Perspektive fotografieren darf... Die Wanderung im Allgemeinen war aber sehr lohnenswert, auch weil ich es geschafft habe noch zwei wenig besuchte Gipfel ran zu hängen: Piz Giarsinom und Piz Sursassa.
 
Tag 1
Lavin - Piz Giarsinom - Macun-Seen Rundweg - Biwakplatz bei P. 2559 ausserhalb von der Nationalparkgrenze
1650 Hm Aufstieg, 550 Hm Abstieg, 7h, T3
  (* ohne Piz Giarsinom 400Hm und 1h45 weniger und nur T2)

Ab Lavin habe ich die Route gefolgt wie sie auf SchweizMobil unter "Senda Lais da Macun" festgelegt ist, also via Las Muottas und Pradafans. Diese genaue Route ist auf den Wegweiser nicht speziell angeschrieben, und die Wegweiser für "Zeznina Dadaint" oder "Macun" empfehlen oft alternative Wege durch den Wald.

"Piz Giarsinom" steht nur auf wenige Wegweiser, dafür wird aber öfters "Murtera" erwähnt. Komisch, weil es ist gar nicht klar wo "Murtera" genau ist. Gemäss SAC Alpinwandern/Gipfelziele-Führer ist es der Vorgipfel P. 2630. Gemäss Swisstopo-Karte ist es der Hang südlich vom Piz Giarsinom. Und dann gibt es am Wanderweg an einer zufälligen Stelle auf ca. 2490m noch ein Schild "Murtera 2520m"... Von der Verzweigung P. 2256m bis zu dem Schild "Murtera" ist der Weg mit weiss-rot-weisse Posten markiert. Wenn man keine Markierungen mehr sieht, ist man wahrscheinlich auf einer Wildspur unterhalb vom Wanderweg gelandet. Die letzte 100Hm zum Piz Giarsinom sind weglos und Markierungen sich auch nicht mehr vorhanden. Das Gelände ist zwar einfach, aber bei schlechter Sichtbarkeit ist es wohl nicht ganz trivial im Abstieg den Wanderweg zurück zu finden.

Bei der Verzweigung P. 2256 habe ich ein Gepäckdepot gemacht. Die Ausrüstung verstecken während ich auf dem Piz Giarsinom war, wäre aber nicht nötig gewesen: sonst war hier niemand unterwegs. Nur im Aufstieg zu den Macun-Seen bin ich dann noch (schon eher spät am Nachmittag) einige Wanderer im Abstieg nach Lavin begegnet.

Im Nationalpark gilt ein striktes Weggebot (nur am Lai d'Immez gibt es einen Rastplatz wo man sich innerhalb von den Posten frei bewegen darf) sowie ein Biwakverbot. Die Nationalparkgrenze ist sehr klar markiert mit gelbe Striche, es ist also unmöglich "zufällig" ins Nationalpark rein zu stolpern, auch wenn man ausserhalb vom Park abseits von den Pfaden unterwegs ist. Bei P. 2559 kann man sehr schön und legal (da gerade etwas ausserhalb von der Nationalparkgrenze) biwakieren. Hier gibt es eine schöne Aussicht auf Piz Linard und Piz Buin. Der einzige Nachteil ist dass die Sonne morgens hinter dem Piz Macun versteckt bleibt.
 
Tag 2
Macun-Seen - Fuorcletta da Barcli - Piz Sursassa - Munt Baselgia - Zernez
700 Hm Aufstieg, 1750 Hm Abstieg, 6h30, T5- 
  (* ohne Piz Sursassa 300Hm und 2h30 weniger und nur T3+)

Der Aufstieg zum Fuorcletta da Barcli hat noch einige Schneefelder, die aber problemlos begehbar sind. Underhalb von der Fuorcletta ist der Weg kurz recht steil. Auch der Blockgrat zum Gipfel P. 2945 ("Spi da Baselgia" auf SwissTopo-Karte) ist relativ anspruchsvoll für einen weiss-rot-weissen Wanderweg (T3+).

Der Grat von Spi da Baselgia (P. 2945) bis Piz Sursassa wurde auf Hikr noch nicht beschrieben, ist aber eine schöne Route. Es geht immer den Grat (bzw. Nationalparkgrenze) entlang, ab und zu muss für einige Meter in den Flanken ausgewichen werden. Meist bewegt man sich über gute Felsblöcke, die Schwierigkeiten sind weitgehend im Bereich T3-T4. Zwischen P. 2916 und Fuorcla Pitschna wird es auch mal kurz steiler (T5-). Viele Tiere hatte ich im Nationalpark nicht gesehen (nur einzelne Gemse und Murmeli, keine Steinböcke), aber hier am Grat werde ich erstaunt von einem grossen Bartgeier der mehrmals vorbeifliegt.

Vom Piz Sursassa könnte man (wie 360) direkt nach Süden absteigen. Ich wähle aber über den Grat zurück zum Spi da Baselgia zu gehen, und von dort über den Wanderweg nach Zernez ab zu steigen. Während den langen Abstieg werde ich begleitet von Beats vom Burning Mountain Festival unten im Tal. Am Bahnhof in Zernez ist wegen dem Festival viel los, aber alles ist gut organisiert und es hat genug Platz in den Zügen.

Tourengänger: Stijn


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