Piz Palü-Traverse und Piz Bernina


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 6. Juli 2018 um 16:31.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:26 Juni 2018
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Piz Bernina   Bernina-Gruppe   Palü-Gruppe   I 
Zeitbedarf: 3 Tage

Die Gletscher rund um Piz Bernina und Piz Palü zählen mit Sicherheit zu den imposantesten der Alpen. Umso lohnender ist es daher, hier einige Tage im Eis unterwegs zu sein. Wir starteten unsere Tour mit einem Panorama-Abendessen beim Berghaus Diavolezza, bevor es am ersten Tag über die Palü-Überschreitung und die Bellavista-Traverse zum Rifugio Marco e Rosa gegangen ist. Nach einer kurzen Rast ging es am Nachmittag noch auf den Piz Bernina.
Den letzten Tag nutzten wir dann für den gemütlichen Abstieg über den Fortezzagrat und den Morteratschgletscher. Nach drei Tagen im Eis ließen wir die Tour ordnungsgemäß bei einem großen Eisbecher ausklingen!
Die Tour zählt wegen ihrer gewaltigen Gletscher zu den beeindruckendsten Gletschertouren der Alpen. Vor allem die mächtigen Hängegletscher der Nordseite von Palü und Bellavista sind fantastische Fotomotive - allzu lange möchte man in den großen Gletscherbrüchen aber nicht verharren! Gekrönt wird die Tour noch mit toller und steiler Kletterei auf den höchsten Punkt der Ostalpen! Ein Must-Have!

ROUTE: Mit der (in der Übernachtung inkludierten) Seilbahn geht es aufs Berghaus Diavolezza. Tags darauf folgt man der breiten Pistentrasse zur Bergstation des Sessellifts Diavolezzafirn, eine Querung auf markiertem Weg leitet unter dem Sass Queder vorbei in dem Sattel P. 3006m. Hier verlässt man nun den markierten Weg (er führt auf den Piz Trovat) und folgt einem deutlichen Steig in der Ostflanke des Piz Trovat. Je nach Verhältnissen steigt man nun weiter in die Fuorcola Trovat oder in die Fuorcola d'Arlas und betritt dort den Gletscher. Man quert nun direkt am Fuß des Piz Cambrena Nordsporns vorbei und durchsteigt die erste Spaltenzone. Durch das folgende Gletscherbecken steigt man gerade aufwärts in Richtung P. 3729 (Palü-Schulter), welche jedoch knapp links liegen gelassen wird. Man erreicht den Grat, über diesen nun stets an seiner Schneide oder bei Wechten knapp darunter zum Piz Palü Ost-, Mittel- und Westgipfel.
Von letzterem führt der Spinasgrat in leichter Kletterei (II) abwärts in den Bellavista-Sattel. Man klettert hier am einfachsten immer exakt an der Gratschneide, es gibt gute Zacken zum Sichern. Aus dem Sattel quert man nun waagrecht nach Norden um ein Eck ("Bellavista-Eck"). Auf der so erreichten Terasse quert man nun unter (und auch ober) einigen gewaltigen Seracs, zuletzt absteigend in den Sattel Fuorcola Crast'Agüzza. Zuletzt leicht ansteigend zum Rifugio Marco e Rosa queren (rund 7h von Diavolezza).
Nun steigt man über den immer steiler werdenden Hang aufwärts zum ersten Felsturm. Dieser wird meist in der Flanke links umgangen (Sicherungsstange). Von der so erreichten kleinen Schulter klettert man direkt am Grat in leichter Kletterei (I) aufwärts. Ein Firngrat leitet weiter zum großen Aufbau. Dieser kann bei guten Bedingungen rechts umgangen werden, besser ist es jedoch, entlang der zahlreichen Bohrhaken direkt über den Turm zu klettern (1-2SL) und im Abstieg abzuseilen. Man erreicht je nach Verhältnissen im Schnee oder Fels den Vorgipfel Spalla. Kurz abwärts in einen Sattel und bei Schnee höllisch luftig Richtung Hauptgipfel, dieser wird meist im Fels erreicht, wobei keine schweren Stellen mehr zu meistern sind! Der Abstieg zur Hütte erfolgt auf gleichem Weg.
Vom Rifugio Marco e Rosa geht es tags darauf auf bekanntem Weg zum Bellavista-Eck. Hier steigt man nun über den sanften Hang hinab zum hier ansetzenden Felsgrat (Fortezza). Eine Sicherungsstange markiert den Beginn der Schwierigkeiten. Anfangs klettert oder seilt (20m) man direkt an der Schneide ab. Die folgenden Türme werden im Abstiegssinn links (gelbe Punkte) umgangen. Zuletzt seilt man wieder von einem Turm ab, geht einige Meter und seilt nun auf das rechts liegende Firnfeld ab. 
Man folgt nun den Pfadspuren, wobei der P. 3371 rechts auf einem schmalen Band umgangen wird (einfach aber schwer zu sehen, wenn keine Spur vorhanden ist).
Man folgt nun dem einfachen Grat weiter und steigt über den Vedret da la Fortezza hinab zum P. 2853m. Hier erreicht man eine Felsinsel, es gibt jedoch keine oder kaum Steigspuren. In nördlicher Richtung geht es jetzt zur Isla Perla und weiter zum P. 2719m. Hier trifft man auf einen alten, jedoch guten Weg. Diesem folgt man bis zur Moränenkrone nahe dem kleinen See. Hier steigt man durch die Moränenflanke (ungut, jedoch besser als es aussieht) nach rechts ab und erreicht so den von oben bereits sichtbaren Pfad. Diesem folgt man auf den Morteratschgletscher und folgt diesem an seinem rechten Rand. Zuletzt quert man den Gletscher nach links  (manchmal Stange) und verlässt ihn im Bereich einer Mulde. Hier leiten Steinmänner abwärts zum P. 2023, wo eine Brücke das Überqueren den Gletscherbaches ermöglicht. Auf breitem Weg zurück nach Morteratsch.

SCHWIERIGKEIT: Firn oder Eis bis 35°, Fels bis II.
 
ABSICHERUNG: ++++/++++, durchwegs sehr gut. Ein paar Friends können die vorhandenen Bohrhaken noch unterstützen.
 
WETTER: Sonne, windig.
 
MIT WAR: Jasmin, Sonja
 
Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


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