Durch die Wolfsschlucht zum Raimeux-Ostgrat


Publiziert von Zaza , 10. Mai 2009 um 19:29.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:10 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-SO   CH-JU 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo welschenrohr, wolfsschlucht
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo moutier
Kartennummer:1107, 1106

Bis vor wenigen Tagen hätte auf der Karte beim Ostgrat des Raimeux noch stehen können "hic sunt leones" - weder in der Literatur noch im Internet war dazu was zu finden. Nun hat 360 vor ein paar Tagen die Wahrheit aufgedeckt und so fand ich heute (leider oder zum Glück, je nach Optik) keine "terra incognita" mehr vor.

Auch die Wolfsschlucht bei Welschenrohr ist einen Besuch wert. Wenn sogar Giuseppe Brenna sie kennt und daran erinnert, dass es in der Oper "Der Freischütz" eine Wolfsschluchtszene gibt, dann muss was dran sein. Tatsächlich, die Stille, die erfrischende Kühle und die intensiven Waldgerüche sind sehr angenehm! Und so kommt man denn nach 2-3 Stunden genussreichen Wanderns zum Einstieg des Raimeux-Ostgrates, montiert die langen Hosen und krabbelt diesen ziemlich botanischen Grat hoch. Es handelt sich hier (anders als bei der Grande Arête) nicht um eine Genusskletterei, sondern um eine typische Jurakraxelei. Diese Route wird offensichtlich kaum begangen, aber zwei, drei anthropogene Spuren waren heute doch auszumachen (alte Feuerstelle, unleserliche Schrift an einem Baum). Für den Abstieg ist der Westgrat weniger geeignet, dies auch, weil am Sonntag mit Gegenverkehr zu rechnen wäre.

Route:
Welschenrohr - Wolfsschlucht - Brandberg (Restaurant) - Harzer - Bächlen - Raimeux - Les Maisonnettes - Moutier

Hinweise:
  • Wenn man von Bächlen direkt ins kleine Bachbett absteigen möchte, ist es schwierig, den Anfang des Pfades zu finden (von unten her ist's problemlos). Weglose Aktionen sind nicht ratsam, das Gelände ist jäh - im Zweifelsfalle mache man den Bogen über die Fahrstrasse.
  • Die kleine Brücke gibt's noch, ein Pfad nach der Brücke führt zu einem kleinen Stollen.
  • Der unterste Aufschwung ist ohne Umgehungen kaum machbar, man müsste hier auch sehr aufpassen, dass man keine Steine lostritt, die direkt auf die Strasse purzeln würden.
  • Wenn man sich danach genau an die Gratkante hält, finden sich ab etwa 900 m einige leichte Kletterstellen (II, oft brüchig). In diesem Abschnitt ist die Vegetation etwas hinderlich.
  • Der Grat ist im Aufstieg vermutlich merklich einfacher zu begehen.

Tourengänger: Zaza

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Kommentare (7)


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kopfsalat Pro hat gesagt: im Aufstieg einfacher zu begehen
Gesendet am 11. Mai 2009 um 16:51
nach einem kurzen blick auf die karte, wäre das evtl. was für mich. es ist ja alles bewaldet, also ohne 100m tiefblick und so.

nun meine frage, du schreibst, der grat sei im aufstieg einfacher zu begehen. gemäss deiner route hast du es ja im aufstieg gemacht oder etwa doch nicht?

und hättest du vielleicht noch ein paar fotos vom grat? schlüsselstellen. ich bin eben nicht so ganz schwindelfrei (wobei alleine ich definiere, welche passagen für mich schwindelerregend sind und welche nicht).

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2009 um 17:14
Salut,

ja, ich hab's im Aufstieg gemacht und das ist sicherlich einfacher, weil man so die beste Route leicht findet und auf dem stotzigen Waldboden weniger herumrutscht.

Wenn man (wie 360) mit dem Westgrat (Grande Arête) kombinieren möchte, kommt man aber kaum drum herum, den Ostgrat im Abstieg zu machen.

Fotos vom Grat habe ich keine gemacht, die wären nicht sehr aussagekräftig geworden, weil das Gelände ziemlich bewaldet ist.

Besonders ausgesetzt ist der Grat m.E. nicht: Im unteren Teil steigt man südlich des Grates über steilen Waldboden auf, weiter oben wird's etwas felsig, aber soweit ich das sehen konnte, lässt sich alles links (Süd) umgehen.

Ratsam sind Schuhe mit einer guten Profilsohle und auch die Stöcke fand ich angenehm.

Gruss & viel Spass

zaza

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. Mai 2009 um 17:47
besten dank für die prompte antwort.

dann werde ich es mir wohl bei gelegenheit mal antun. ohne den westgrat, wohlverstanden ;-)

dafür gibts aber dann einen abstieg nach grandval mit einer kurzen passage mit stahlstiften über eine felsplatte, die aber auch gemütlich umgangen werden kann ...

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:kleine korrektur
Gesendet am 11. Mai 2009 um 18:59
der abstieg ist nicht nach grandval sondern nach corcelles via "la cote aux boeufs" dem bächlein "le gore virat" entlang. die stelle ist auf der orographisch rechten seite der brücke auf 870m.

Zaza hat gesagt: RE:kleine korrektur
Gesendet am 11. Mai 2009 um 19:50
Geh besser nach Grandval, da kannst du bei Bernard von Bergen die besten Trockenwürste im Berner Jura kaufen! Es sein denn, du ässest nur Kopfsalat ;-)

Den Weg via "Gore Virat" hatte ich auf der Karte auch studiert, sieht reizvoll aus! Er scheint markiert zu sein.

wynu hat gesagt: Vielen Dank
Gesendet am 13. April 2010 um 17:32
Für deine Inspiration zu dieser Tour, wahr wirklich sehr schön, und durchaus weiter zu empfelen! Die Wolfsschlucht ist wirklich was fürs Auge, der Harzer war als erster diesen Frühling dran, er eignet sich wirklich sehr gut um warm zu werden, und der Ostgrat des Raimeux, da haben wir uns prächtig vergnügt, wir sind vom Stollen direckt rauf auf den Grat, dort haben wir gemerkt das der Jura sehr stotzig werden kann, sehr sehr schön...danke!

Zaza hat gesagt: RE:Vielen Dank
Gesendet am 13. April 2010 um 21:56
Merci für die netten Worte; es freut mich, dass euch die Route gefallen hat!

Gruess, zaza


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