Besuch im Festsaal der Alpen 1 - Piz Bernina (4059 m)


Publiziert von PStraub , 27. Juni 2018 um 17:37.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:26 Juni 2018
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Piz Bernina   Bernina-Gruppe   I   Palü-Gruppe 
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 700 m

Niemand wartet auf einen weiteren Bericht über die Bernina. Doch der Auslöser dieser Tour war mein Wunsch, ein weiteres Mini-Projekt abzuschliessen: Die Erkundung aller Extrempunkte des Kantons Graubünden. Was ich mit der Bernina-Besteigung erreicht habe.

Extrempunkte des Kantons Graubünden (-> Quelle):
Höchster Punkt: Piz Bernina, 4049 m.ü.M.
Tiefster Punkt: Fluss Moesa, ca. 252 m.ü.M.
Südlichster Punkt: östlich von Bocchetta del Lago
Nördlichster Punkt: Mittlerspitz
Östlichster Punkt: südlich von Piz Chavalatsch
Westlichster Punkt: Den Rossbodenstock haben Irène und ich - lange vor HIKR - anlässlich einer Wanderung vom Oberalppass zum Lai da Tuma überschritten.

Der Piz Bernina ist aber nicht nur der höchste Punkt des Kantons, es ist auch der Berg mit der grössten Dominanz der Alpen und der zweitgrössten Prominenz/Schartenhöhe der Schweiz.

Geplant war eine Besteigung mit Ski, dafür hatte ich mich bei der Bergsteigerschule Pontresina angemeldet. Doch kurz vor dem Termin hiess es, die Führung finde nicht statt. Ohne grosse Begeisterung habe ich mich dort für eine Sommer-Tour eingetragen. Erfolg: noch einmal das gleiche Spiel.
Da hatte ich genug vom ortsansässigen "Ankündigungsverein" und suchte mir selber einen Führer, schliesslich war für Dienstag und Mittwoch Traumwetter angesagt.


Schliesslich wurde ich bei Thomas fündig und wir fuhren Montagnachmittag zur Diavolezza hoch, von wo wir anderntags um rund 4 Uhr loszogen. Fast Vollmond und kühl, die Verhältnisse waren perfekt.
Der Aufstieg beginnt mit einem Abstieg von 300 Hm, wer glaubt, Diavolezza - Bernina seien etwa 1100 Hm, hat sich bös geschnitten.

Die Route über die Fortezza ist nicht ausserordentlich schwierig, aber die letzten 300 Hm bis zum Gipfel sind weit anspruchsvoller, als ich es erwartet hätte. Und man macht Höhenmeter: Zwischen der Fuorcla Bellavista und der Fuorcla Crast'Agüzza macht man zusätzliche rund 250 Hm, weil es Spalten und Schrunden auszuweichen gilt.

Schon recht bald begann es zu winden. Erst moderat, doch ab etwa 3500 m wuchs sich der Wind zum Sturm aus. Zum Glück für uns: Wir hatten ihn meist von hinten. Doch im Endaufsteig war es definitiv aus mit der Ruhe, ständig peitschten Böen den Hang hinauf.
Trotz perfektem Sonnenschein und recht guter Fernsicht hatte ich keine Lust auf eine ausgedehnte Gipfelrast.
Der Ansturm, auch von der Tschierva-Seite (Biancograt) aus, hielt sich in Grenzen, es gab keine Staus oder Wartezeiten.

Knapp vor zwölf Uhr waren wir in der Marco-e-Rosa-Hütte, wo nach und nach doch über 20 Gäste eintrafen. Und wo es kein Wasser gab und der gefrorene Schnee und der peitschende Wind selbst eine Katzendusche unmöglich machten.

Nach einer Nacht in der windumtosten Hütte machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zum Palü.

Tourengänger: PStraub


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Kommentare (1)


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D!nu hat gesagt: Toll!
Gesendet am 28. Juni 2018 um 12:03
....hat's geklappt, wir mussten die Übersteigung via Biancograt und somit die Hüttenreservationen am letzten Wochenende aufgrund des schlechten Wetters absagen ;-) Aufgrund dieses Projektes sind wir natürlich sehr interessiert an aktuellen Berichten um den Piz Bernina :-) Danke Dir!
Beste Grüsse
D!nu


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