Schächentaler Windgällen (2764m)


Publiziert von Chrichen Pro , 2. Oktober 2018 um 18:17.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:23 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:ca. 10.5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem ÖV: Zug bis Flüelen / Postauto bis Unterschächen, Untere Balm
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem PW ab Unter Balm (Hotel Klausenpasshöhe)

Route: Von der Postautohaltestelle "Unterschächen, Untere Balm" dem Natursträsschen entlang bis Vorderrustigen, dann auf dem ausgeschilderten Wanderweg weiter bis zum Ruosalper Chulm. Auf Wegspuren mehr oder weniger dem Grat entlang gegen Westen, dann über Schutt zum Einstieg vom Couloir aufgestiegen (das zweite Couloir von links, Steinmänner). Durch das Couloir zur Ebene unter dem Lägend Windgällen hochgekraxelt. Weiter über sanft geneigte Schneefelder traversierend zum P.2535. Auf der sanften Scheide bis an den Gipfelaufbau vom Schächentaler Windgällen, danach zahlreichen gelben Markierungen und Bohrhaken folgend steil hinauf zum Gipfel. Abstieg auf gleicher Route bis zum Ruosalper Chulm, dann dem Wanderweg entlang zum Balmer Grätli und hinab nach Unter Balm (Hotel Klausenpasshöhe).
 
Wetter: Schönes eher kühles Sommerwetter mit starker Neigung zur Quellwolkenbildung. Hie und da angenehm frischer Wind. Ich konnte den Schächentaler Windgällen bei noch guter Sicht erreichen. Nach einer ausgedehnten Pause wurde der Gipfel schliesslich eingenebelt. Die Gipfel vom Lidernengebiet wollten sich leider nicht zeigen. Abstieg eher von Wolken dominiert, bei Unter Balm war es wieder sonnig.

Verhältnisse: Beim Aufstieg war das erdige Weglein zum Ruosalper Chulm stellenweise ganz leicht feucht, sonst alles trocken. Das Couloir war bis auf wenige unbedeutende Reste vollständig schneefrei und trocken. In der Ebene beim Lägend Windgällen gab es noch recht viel Schnee, aber unproblematisch, da sanfte Neigung. Der Gipfelaufbau vom Schächentaler Windgällen war trocken und vollständig schneefrei. Beim Abstieg ca. ab Ruosalper Chulm wurde der Weg leicht feucht und später auch etwas schmierig, vermutlich von der Feuchtigkeit aus den Quellwolken.

Schwierigkeiten: Bis Ruosalper Chulm T2, erdiges Weglein. Nicht immer ganz angenehm zu gehen, aber einfach. Zustieg zum Couloir ca. T2 bis T3, am Schluss etwas anstrengendes Geröll. Das Couloir erfordert gutgriffige Kraxelei (T4+ laut Führer). Danach bis zum Gipfelaufbau ca. T2. Schlussaufstieg zum Gipfel laut Führer T6-, II. Meinem Empfinden nach ist diese Wertung zu hoch gegriffen. Ich würde den Schlussaufstieg eher als T5, II einschätzen. Die anspruchsvollen Passagen ziehen sich jedoch in die Länge und müssen auch im Abstieg begangen werden. Das Gelände ist steil und manchmal etwas exponiert. Die Kraxeleien sind gutgriffig und -trittig in meist sehr solidem Fels. Vorsicht geboten ist wegen dem vielen Schutt. Bei genügender Achtsamkeit stellt dieser aber keine grösseren Probleme dar. Die Route ist bestens markiert und eingerichtet. Bei schwierigen Stellen helfen Drahtseile, Kettchen und Eisenstifte. Ein Helm ist zu empfehlen. Der Weg vom Ruosalper Chulm bis Unter Balm ist ca. T2 mit gut gangbarer Spur, führt aber öfter durch etwas abschüssige Hänge.

Besonderes: Ein schöner Gipfel, den ich gerne noch einmal im Herbst bei guter Fernsicht besuchen möchte. Dank der vielen Wölklein und Wolken war der sommerliche Besuch sehr abwechlungsreich. Ein bisschen hatte die Wanderung den Charakter von einem Rennen gegen die Quellwolken. Für meine Verhältnisse war ich dementsprechend schnell unterwegs. Ca. 2.5h bis zum Gipfel. Der Schächentaler Windgällen scheint recht beliebt zu sein. Er erhielt an dem Tag von mehreren Partien Besuch. Auf dem Gipfel habe ich eine tolle neue Bekanntschaft geschlossen. Den Abstieg haben wir gemeinsam gemacht, und ich durfte sogar bis Arth-Goldau mitfahren. Ein grosser Dank!

Tourengänger: Chrichen


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