Haute Savoie, Bernex, Mai 2018, 2|3: Pic Boré


Publiziert von Felix Pro , 13. Juni 2018 um 15:42. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Frankreich » Haute-Savoie » Massif du Chablais
Tour Datum:20 Mai 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 910 m
Abstieg: 910 m
Strecke:Bernex, Trossy, Les Chautets (Wandererparkplatz) - Ruisseau des Plénets - P. 1145 - P. 1257, La Couttetaz - La Bonne Eau (P. 1324) - Abzweig La Frasse - Col de Neuva - P. 1938 - P. 1916 - Pic Boré - P. 1869 - P. 1688 - P. 1409 - La Couttetaz - Les Chautets
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW Bernex - Les Chautets
Unterkunftmöglichkeiten:La Fruitière, Appartement N° 16, La Marmotte, Bernex
Kartennummer:IGN 3528 ET, Morzine, 1 : 25 000 | 1263 - Évian-les-Bains

Die abendlichen Gewitter um den|die Dent d’Oche haben sich verzogen, der Morgen präsentiert sich doch prächtig, wie wir im Aussquartier Trossy (von Bernex) auf dem Wandererparklatz Les Chautets im Schatten der umliegenden Gipfel loslaufen. Auf einem meist breiten Fahrweg wandern wir im Wald dem Ruisseau des Plénets entlang taleinwärts höher bis zur Weggabelung auf P. 1257, La Couttetaz.

Hier folgen wir dem nach Süden abbiegenden WW, welcher uns (noch) angenehm zu den Ställen auf La Bonne Eau führt - ein erster Ausblick Richtung Bernex ist hier möglich, und zeigt uns auch das grossflächige Nebelmeer über dem Léman (Erläuterungen zur Herkunft des Namens hier). Erste Spuren der abendlichen oder nächtlichen Regengüsse zeigen sich nun bereits auf dem Weiterweg zur Wegverzweigung La Frasse (auf 1410 m); der ruppige Saumweg ist wegen des herab geflossenen Wassers rutschig, die Fortsetzung auf Wiesengelände oft sumpfig.

 

 

Auf der sich anschliessenden Traverse, mal im Wald, mal über offenes Gelände, mal flacher, mal doch recht steil, unter der Dent d’Oche und Roc de Rianda hindurch bestimmen zwei Aspekte unseren Gang hoch zum Pass: einmal sind Untergrund und Weg abschnittweise von beträchtlich morastigem Boden (mitunter auch Schneeresten) gekennzeichnet, welcher etwelche Umgehungen des WW erheischt - und zum anderen folgen wir dabei während ¾ h einer deutlichen, sehr frisch wirkenden, Bärenspur. Das ergibt ein doch sehr zwiespältiges Gefühl, sind wir doch noch nie auf eine Bärenfährte gestossen - welche uns vermittelt, er könnte sich doch noch in gefährlicher Nähe aufhalten. Interessant ist zudem, dass das grosse Raubtier sich lange auf dem WW (!) in derselben Richtung fortbewegt hat …

Wie wir schliesslich unterhalb des Passes aus dem Wald ins Freie - und an die Sonne - heraus treten, sind wir bald einmal froh, erkennen wir am Hang eines nördliches Ausläufers des Roc de Rianda eine stattliche Anzahl Steinböcke, friedlich lagernd oder äsend - da scheint uns die Gefahr der Annäherung des Bären doch gebannt. So können wir in Ruhe eine Znünirast auf dem Col de Neuva einschalten - und dabei auch den Blick zur vor knapp ¾ Jahren begangenen Cornettes de Bise gewinnen; auch die Dent d’Oche zeigt sich nun mit ihrer abweisend wirkenden N-Wand formschön.

 

Wir setzen unsere Bergwanderung anschliessend bei schönstem Sonnenschein fort, indem wir erst durchs Gras weglos zum SW-Grat oberhalb der Alp Neuva dessus aufsteigen, und danach inmitten herrlicher Blumenpracht gleicherart bis zum Vorgipfel, P. 1938,hochwandern - die letzten Meter nun auf deutlicher Wegspur. Weiter folgen wir dem Grat, welcher nun doch zu beiden Seiten hier steile Grashänge aufweist, bis zu P. 1916. Während nun links der Grat in Felswänden abbricht, präsentiert sich die grasige Hangseite nach wie vor sehr steil - insgesamt ist die Gratwanderung doch eine unproblematische, aussichtsreiche und attraktive. Ein Steilaufschwung bringt uns schliesslich zum Gipfel des Pic Boré, auf welchem wir den Tiefblick sowie die Aussicht zum nördlich gelegenen, gestrigen Tätigkeitsfeld, zum Léman sowie Richtung Osten und Süden geniessen. Unsere Mittagsrast verlegen wir jedoch auf einen nahen Nebengipfel, wird der Hauptgipfel doch bereits von andern „besetzt“ (darunter bereits hier von einigen Bergläufern kurz besucht - von noch viel mehreren davon werden wir während unseres Abstieges überholt.)

 

Nach kurzem Gang über die östliche Gratschneide erreichen wir die heutige („alpine“) Schlüsselstelle: ein grösseres, steiles, ziemlich hartes, Schneefeld versperrt den Wanderwegabstieg und kann nur mithilfe eines fest verankerten Seiles (Steigeisen wären eine Option) überwunden werden. Diese „Abseilübung“ gelingt schliesslich zur Freude aller gut; eine weitere Passage mit Fixseil (welches nicht zwingend benutzt werden muss, bewältigen wir über eine etwas rutschige, steile, Felsrippe, und können danach in wieder lieblichem Grasgelände zur Bergstation des (winterlichen) Sesselliftes übergehen.

 

Über die nur sanft abfallenden Wiesenhänge, bedeckt mit letzten kleinen Schneeresten und unzähligen Krokussen, stromern wir oft weglos hinunter zu P. 1688; hier führte der WW rechts abbiegend zum gestrigen Tourengebiet. Wir steigen hier, erst auf ruppigen und feuchtem, Saumweg, bald jedoch auf gut gangbarem Terrain - welches auch eine flache Passage und blumige Wiesenflächen enthält - ab bis zu P. 1409.

Steiler leitet der WW weiter hinunter, überquert dabei den Ruisseau des Lanches, und mündet schliesslich auf La Couttetaz in unseren Aufstiegsweg ein.

Wiederum dem malerisch dahin fliessenden Ruisseau des Plénets entlang beenden wir unseren heutigen „Ausflug“ beim Parkplatz Les Chautets - und fahren zurück nach Bernex zu Apéro und Nachtessen.

 

unterwegs mit Jumbo

 

▲ 2 h bis Pass

 

▲ 40 min bis Pic Boré

 

▼ 1 h 35 min


Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (4)


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Renaiolo hat gesagt:
Gesendet am 13. Juni 2018 um 17:19
Die Geschichte mit dem Bär-Annäherung ist ein spektakulärer Krimiersatz. Puahhh...

Felix Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. Juni 2018 um 17:58
ja, war schon etwas "ungeheuerlich" ...

D!nu hat gesagt: Toll...
Gesendet am 14. Juni 2018 um 11:46
...zu lesen, von Berichten über unsere bevorstehenden Sommerferien-Berge :-) Abenteuerlich auch über diesen friedlichen "Bärenkontakt" zu lesen ;-) Vielleicht sass er vor Angst zitternd im Geäst, mit noch mehr Angst als wir Menschen vor ihm haben :-)
Grüessli Dinu

Felix Pro hat gesagt: RE: Toll...
Gesendet am 14. Juni 2018 um 12:11
soll ja auch bei den Bären ganz unterschiedliche Charaktere geben ;-)


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