Falknis (2562m) und Falknishorn (2451m)


Publiziert von YetiFun , 8. Juni 2018 um 21:19.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum: 8 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   FL 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2300 m

Gegen Nachmittag wurde mit recht hoher Wahrscheinlichkeit Regen gemeldet, ich weiß also im Vorfeld, es könnte evtl. etwas nasser und nebliger werden ...

Von Maienfeld geht es durch den Wald zur Enderlinhütte und von da aus den weiß-blauen Weg hoch zum Falknis. Insbesondere ab der Enderlinhütte ist der Weg recht steil, die Tritte sind durchgehend sicher zu setzen. An manchen Stellen befinden sich Seile und erleichtern den Aufstieg. T4 scheint mir die richtige Kategorie für diesen Weg zu sein.
Kurz vor einem Geländevorsprung verlangsame ich in der Regel das Tempo, um ganz langsam in das sich öffnende Tal nach Tieren Ausschau zu halten. An solch einer Stelle lasse ich meinen Blick in die Ferne schweifen, und bemerke eine Schlange erst im letzten Moment, als sie 20 cm vor meinen Bergstiefeln panikartig sich die Felsklippe hinunterstürzt. Von hier aus gute Besserung! Für mich sieht sie wie eine Alpenviper aus, nach Studium einiger Bilder auf google ... das war nicht allzu weit oberhalb der Enderlinhütte Richtung Falknis.

Ein zweite Premiere bekomme ich zwischen Fläscher Fürggli und Falknishorn geboten. Ein Murmeltier joggt über das Schneefeld direkt vor mir. Bislang hatte ich keine Sichtung in freier Wildbahn.

Die Wolken dominieren wie erwartet den Himmel und ziehen sich immer mehr über den Bergen zusammen. Oben am Falknis überlege ich noch, ob ich den unbekannten Abstieg über Guscha wagen sollte? Die Enscheidung fällt klar dafür, einen neuen Weg zu erfahren ist immer willkommen.

Allerdings läuft nicht alles so reibungslos wie erhofft. An einem Bachbett liegt noch eine Menge Schnee, vermutlich ist die Wegmarkierung dadurch verdeckt. Da sich eine Art Weg den Steilhang parallel zum Bachbett hinunterschlengelt, folge ich diesem. An manch einem Felsen vermute ich Farbreste einer rot-weißen Markierung, wohlwissend, dass dies auch rote und weiße Flechten sein könnten ... Als ich dann nach einiger Zeit unten im Bachbett stehe, kommt mir die schlimme Ahnung, dass ich mich tatsächlich habe täuschen lassen. Also geht es mühevoll den Steilhang wieder hinauf, das kostet Höhenmeter, Zeit und Nerven.
Auch die zweite Entscheidung einem vielversprechenden Pfad zu folgen muss ich nach einiger Zeit abbrechen, da dieser zurück zum Mazorakopf führt. Also ist klar, ich muss das Schneefeld umklettern, und auf der anderen Seite Wegmarkierungen suchen. Und so passiert es dann auch. Dann setzt ein leichter Regen ein, der Weg jenseits des Bachbetts führt über sehr schmieriges und brüchiges Schiefergestein. Die Wegmarkierungen sind nur schwer zu finden, zwei Seile (an Gott sei Dank nicht entscheidenden Stellen) sind aus dem Stein herausgebrochen. Dazu kommt noch Nebel ins Spiel und der Regen wird stärker.

Ganz unangenehm allerdings sind verbliebene Schneefelder, die sich an ein paar Stellen über den folgenden Weg legen. Diese sind von der Unterseite teilweise schon sichtbar ausgehölt, ein Abrutschen würde jeweils die Fahrkarte ins Tal bedeuten. Ich stehe vor der Wahl diese Schneefelder zu umlaufen, je nach Situation entweder direkt den Hang hinunter Richtung Tal, wo diese dann irgendwann enden oder oberhalb an der Felswand zu passieren. Diese Mannöver sind nicht ganz unheikel, eine gewisse Abenteuerlust ist von Vorteil, bzw. noch besser natürlich Kletterkenntnisse. Und das alles in Nebel und teils starkem Regen ... daher denke ich, dass unter diesen Umständen ein T5 angemessen erscheint, zumal ja auch die Wegmarkierungen verdeckt, kaum sichbar wegen Nebel oder nur sehr sporadisch angebracht worden sind.

Der Weg über Guscha ist aber wirklich ein Genuss, wenn man die kritischen Stellen passiert hat. Für mich ist dieser nach meinen bisherigen Touren ganz vorne dabei. Es geht über ein paar Hügel und Pässe, teilweise schön auf dem Grat entlang. Auch nicht so steil wie der Aufstieg über die Enderlinhütte. Mangelhaft allerdings sind die Wegmarkierungen und einige Bäume liegen quer über dem Weg. Bei trockenen Verhältnissen, mit besseren Sichtverhältnissen und dann ohne Schneefelder werde ich sicherlich den Weg nochmals aufsuchen ... und weniger Umwege laufen.

Tourengänger: YetiFun


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