Flüela Schwarzhorn 3146 m


Publiziert von Djenoun , 4. Juni 2018 um 18:17.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum: 4 Juni 2018
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 890 m
Abstieg: 890 m
Kartennummer:1217 Scalettapass

Nachdem ich mich gestern von meiner *Tour ausgiebig in der Sonne am Julier erholt hatte, fuhr ich für die Nacht zum Flüelapass. Das Schwarzhorn ist das Ziel, gemäss Infos liegt ja sogar noch Schnee bis zur Strasse, was auch stimmt.

Ich starte um 04:30, weit und breit keine anderen Tourengänger, der erste Hang ist trotz der sternenklaren Nacht nicht gefroren. Erst oberhalb, ab ca. 2400m ist der Schnee hart, was aber bei der stark vom Regen geprägten Oberfläche fast mühsamer ist. Es fühlt sich an, als ob man eine sturmgepeitschte See schockgefriert, um sie anschliessend als Riese mit Skiern zu begehen. Die entstandenen Muster allerdings geben fantastische Bilder ab.
Einmal mehr geniesse ich im Aufstieg diese unvergleichliche Stimmung, wenn der Morgen erwacht, die ersten Gipfel in der Sonne leuchten, das klare Licht, die einsame Frische des frühen Morgens. Angekommen!

Auf der Normalroute, dominiert vom Piz Radönt und seinen Chöpfen, steige ich zur Schwarzhornfurgga auf, die Sicht südwestwärts tut sich auf, dominiert einmal mehr vom Piz Kesch. Die kurze Stufe, die auf den Gipfelrücken zum Schwarzhorn führt, ist aper, eine kurze Portage ist somit unumgänglich. Für den anschliessenden Schlussaufstieg greife ich zu den Harscheisen, hier oben ist noch alles gefroren.
Dann erreiche ich den Gipfel, die vielgerühmte Rundumsicht ist fantastisch, an einem Tag wie diesem kaum zu überbieten. Mehr als eine Stunde geniesse ich den Gipfel, das Alleinsein, den Überblick, die Ruhe. 
Wenige andere Tüürler sehe ich weit unten, die einen peilen das Radüner Rothorn an, lediglich zwei scheinen dasselbe Ziel zu haben wie ich.

Vom Engadin her bäumen sich immer wieder gewaltige Quellwolken auf, zwischendurch zieht Nebel vom Flüelapass herauf - Waschküchenwetter. Ich rüste um und fahre über den leicht aufgesulzten Gipfelhang ab. In der Tragestelle begegne ich den beiden "zielverwandten" Tourengängern, ein freundliches Wort und weiter geht mein Abstieg.
In der weiteren Abfahrt bin ich froh, weder früher noch später unterwegs zu sein. Der Sommersulz ist mehrheitlich gut zu fahren, schattige Passagen lassen erahnen, was bei noch früherer Abfahrt an Rüttelei zu bewältigen wäre und der bereits aufgeweichte Schlusshang fordert bereits vor 10:00 weite Schwünge.

Eine schöne Tour an einem Traumtag, die meine Skitourensaison würdig abschliesst - wer weiss...

Tourengänger: Djenoun


Galerie


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