Tour de Morisciolo 3+4: Cima di Morisciolo - Cap. Albagno - Alpe Erbea - Sementina (Season Opener)


Publiziert von basodino Pro , 5. Juni 2018 um 17:57.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 2 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cima dell'Uomo 
Zeitbedarf: 9:45
Aufstieg: 1290 m
Abstieg: 1710 m
Zufahrt zum Ankunftspunkt:von Sementina fahren zwei Buslinien quasi im Halbstundentakt nach Bellinzona Stazione, von dort regelmäßige Züge via Zürich oder Basel nach Deutschland
Unterkunftmöglichkeiten:Cap. Orino (Selbstversorgerhütte, 20 Plätze), Cap. Mognone (derzeit im Umbau), Cap. Albagno (22 Plätze, am Wochenende und in den Ferien teilweise bewartet)

Nachdem der gestrige Abschnitt bereits für viele der Sahneabschnitt war, kommt heute der namengebende Abschnitt der Wanderung. Denn ausgehend von der Cap. Alpe Orino kann man auf nicht allzu schwierigen Wegen den Kamm der Cima di Morisciolo erwandern. Dafür steigt man die 15 Minuten zum Wegweiser im Wald zurück und quert weiter nach rechts hinauf, manchmal in kurzen Kehren bis unter die Alpe Morisciolo. Diese erreicht man markiert, aber weitestgehend weglos über einfache Wiesen. Auf der Alpe hat es einen Brunnen. T2, 1 h 00 min

Von der Alpe zieht ein deutliches Weglein hinüber zu einem flachen Sattel. Links davon liegt das Gipfelchen der Cimetta d'Orino, welches einem einen schönen Blick zum Lago Maggiore eröffnet. Rechts davon geht es den Rücken hinauf, knapp rechts an P. 1904 und knapp links an P. 1906 vorbei. Welcher davon als Gipfel zählt, weiß ich nicht, hier bei Hikr ist der höhere die Cima di Morisciolo Sud.
Man bleibt auf der linken Seite des Kammes, denn die nächste Erhebung, die eines Gipfels würdig wäre, kann zwar von Süden leicht erstiegen werden, bricht aber nach Norden felsig und steil ab. Dieser "Gipfel" wäre ca. 1955 m hoch ist auf den mir zugänglichen Karten unkotiert, obwohl er mehr Schartenhöhe hat als die bisher genannten Gipfel.
Der Weg verliert indes kurz an Höhe, dann in leichtem Auf und Ab durch steileres Gelände, über Geröll in eine kleine Scharte seitlich, wenig Meter hinab auf eine Leiste, dann durch einen steilen Grashang in Kehren zurück zum Rücken und über diesen leicht zu einer kleinen Schulter (ca. 2040 m) unter der Cima di Morisciolo Centrale (2094 m). T3, 1 h 45 min

Hier sollte unsere Mittagspause stattfinden. Während ich auf den Gipfel der Cima di Morisciolo Nord stieg, trennte sich weit unterhalb die Gruppe in zwei Teile auf, da einige die Steilheit des Geländes nicht mehr vergnüglich fanden. Diese stiegen zur Cap. Mognone ab. Wir sollten sie morgen an der Ponte Tibetano wieder treffen.

Der Weg auf die Cima di Morisciolo Nord selbst ist leicht. Vom in der Karte eingezeichneten Weg finden sich nur anfänglich noch ein paar Spuren, danach ist das Gelände einfach nur günstig gestuft, aber wenig auffällig. Man quert zunächst flach, dann ansteigend auf eine kleine Schulter links des Grates. Von dieser kurz ein paar Schritte hinab und nochmals aufwärts zum Grat queren und zuletzt über einige wenige Felsen bis zum Gipfel. T4-, je 0 h 25 min im Auf- und Abstieg

Anmerkung: Von P. 2202 aus sieht man zwei weitere Höcker, wobei der hintere wohl der höchste ist. Diesen kann man nicht leicht erreichen. In der Kürze der Zeit (ich musste zur Gruppe zurück) habe ich keine gangbare Route gesehen, die einen von P. 2202 runter geführt hätte. Hier bitte bei anderen Begehungen nachschauen, wenn es interessiert.

Nach einer Mittagspause stiegen wir dann durch die Südflanke der Cima di Morisciolo Centrale nach rechts zu einer kleinen Scharte vor einem Nebengipfel. Von hier geht es vier Mal hinab zu jeweils einer Rippe, die man jeweils durchschreitet. Der Weg ist schmal, zuweilen steil, aber weist keine eigentlichen Probleme auf. Danach geht er in eine Querung (Auf und Ab) über, wobei sich hier auch die kleine Leiter findet, die aber nur ein netter Gimick ist, denn man kann locker links an ihr vorbei steigen. Schließlich landet man auf den oberen Hängen der Alpe Erbea, steigt nochmals einige Meter steiler an, um einen Luxusquerweg zu erreichen, der aber auch nochmals ansteigt. Vom höchsten Punkt dieser Querung geht der Weg dann mehr und mehr verloren, bis man dann absteigend die nahe Alpe Albagno erreicht. Wenige Meter weiter direkt am Grat steht die gleichnamige Hütte. T4-, 1 h 45 min

Die Hütte ist am Wochenende und in der Hauptsaison auch unter der Woche bewartet. Das Paar, welches uns in Empfang nahm, war ausgenommen nett und versorgte uns bestens. Unser Polenta-Skeptiker in der Gruppe wurde bekehrt und so kann ich nur Bestes von unserem Aufenthalt berichten.

Am nächsten Morgen wollten wir nicht den normalen Hüttenweg absteigen, sondern das obere Val Sementina kennenlernen. Hierzu geht man am Alpgebäude links vorbei und beginnt ganz leicht abwärts zu queren. Nach wenigen Schritten wird ein Trassee deutlich, welches einen in vielen Kehren abwärts führt. Weiter unten geht der Weg in eine Querung nach rechts über und steigt um ca. 40 Meter an. Man muss nicht ganz bis zur Alpe Erbea gehen (obwohl sich das gelohnt hat, weil wir eine Handvoll Gemsen beobachten konnten), sondern kann kurz vorher auf eine Querung zurück abwärts abzweigen.
Diese Querung verließen wir nach wenigen Minuten zugunsten eines Pfades, der über einen Rücken gerade hinabführte. Laut Karte ist dies ein Fehler. Die weitere Querung konnte ich aber im Gras nicht erkennen und so entschied ich mich für die Abwärts-Variante. Dieser folgt man leicht und immer Spuren entlang bis zu einem sehr markanten Fels. Dort rechts hinab, steil, grasig gestuft, zu einem Querweg. Dieser scheint weit deutlicher zu sein, führt aber nach links um den Rücken und wird nach einer Rinne (abwärts) wieder undeutlicher. Man verliert noch etwas an Höhe in Kehren bis man nach links quert und dann wieder steil ansteigt bis man einen Zugang zu einer Wasserleitung erreicht. Hier kommt von oben eine andere Spur. Über diese wäre man wohl gekommen, wenn man die Querung weiter oben fortgesetzt hätte (wie gesagt, ich hatte sie nicht gesehen).
Nun kommen einige Treppenstufen, die in einem hervorragenden Zustand eine Steilstelle überwinden und so gar nicht zur restlichen Beschaffenheit des Weges passen. Weiter quert man nach links über zwei Bäche hinweg, wobei der 2. Bach ein guter Pausenpunkt für uns war. T4-, 1 h 30 min

Hinter dem 2. Bach steigt der Weg in Kehren deutlich an (ca. 40 m). Danach quert er, erreicht eine tadellose neue Brücke, verliert wieder an Deutlichkeit und quert ruppig hinab bis an den Beginn des Klettersteiges. Danach eher aufsteigend auf bestem Trassee bis in die Nähe des Hüttenweges, den man kurz vor einem Weiher erreicht. Die irreführenden Schneeschuhtrail-Schilder sollte man ignorieren. T3, 0 h 55 min

Aufgrund der drängenden Zeit (wir mussten einen bestimmten Zug in Bellinzona erreichen) nahmen wir die Bergbahn nach Curzutt und handelten uns 130 m Gegenanstieg ein, statt 620 Höhenmeter Abstieg in Kauf zu nehmen. Von den zerfallenen Monti Leone sind es nochmals ca. 60 m hinauf, dann knapp 100 m hinab zur Ponte Tibetano. Das Publikum hatte sich grundlegend verändert, wie auch die Temperaturen angestiegen waren. Wir überquerten die Brücke und waren ziemlich überrascht ohne weitere Absprache den zweiten Teil der Gruppe wiederzufinden. Hinter der Brücke geht es nochmals ca. 70 m hinauf. An einer Kreuzung findet sich ein Brunnen mit spärlich Wasser. Dort machten wir eine schnelle Mittagspause. T2, 1 h 10 min

Von hier geht es über einen guten, wenngleich etwas ruppigen Weg die verbleibenden 550 Höhenmeter nach Sementina hinab. Dafür sind 45 min veranschlagt, die auch realistisch sind. Nur wenn man nach 180 Höhenmetern merkt, dass die Kamera mit Tasche noch am Brunnen liegt, dann bekommt man eine sportliche Zusatzaufgabe. Ich bin tatsächlich zurück gerannt und habe den verlorenen Fotoapparat wiedergefunden. Sonst hätte es auch keine Fotos für diesen Bericht gegeben. Unten an den ersten Häusern gibt es dann noch ein Angebot, welches ich aufgrund des Zeitmangels nicht testen konnte. Ein Schild bietet Eis für Sfr. 2 an und neben dem Weg steht ein Gefrierschrank. Ob noch Eis drinnen war, wie gesagt, habe ich nicht getestet. Aber welch erstaunliche Idee - und welch Energiebedarf, schließlich waren es hier fast 30 Grad und der Gefrierschrank stand in der Sonne. Mit dem flotten Tempo erreichte ich die Gruppe genau auf die Minute als der Bus kommen sollte und der kam dann auch eine Minute später. Die Bushaltestelle Via Cantonale befindet sich ca. 200 m weiter links, wenn man auf die Straße in Sementina trifft. Wer mehr Zeit hat, kann kurz vor der Straße linkerhand unter Bäumen an der Sementina rasten und dort das Wasser genießen. T3-, 0 h 45 min

Insgesamt eine sehr schöne Tour. Leider fehlt der Abschnitt zwischen Mornera und den Monti Leone, aber ich gehe mal von der Karte davon aus, dass sich hier einige gute Wege finden und das dies zeitlich nur ein geringer Mehraufwand wäre. Statt unserer 25 min von Curzutt nach Monte Leone (plus 20 min für Bahnticket und Fahrt) wären wahrscheinlich 60 min für den Abstieg zu veranschlagen.

Tourengänger: basodino, tourinette


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