Route One-Forty-Four


Publiziert von Polder , 21. Mai 2018 um 17:44. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:21 Mai 2018
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Oberseegruppe 
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1380 m

In HIKR-Kreisen ist PStraub's Route 144 fast so berühmt wie die US-Route 50. Diese verbindet den Atlantik mit dem Pazifik, jene immerhin den Obersee mit dem Wägitalersee. Diese dürfte trotz dem fortschreitenden Zerfall der US-Infrastruktur noch durchgehend asphaltiert sein, jene weist nur noch an ganz wenigen Stellen Wegspuren oder alte Markierungen auf und führt durchgehend durch steiles und abschüssiges Gelände. Zu dieser frühen Jahreszeit ist zudem erst wenig frisches Gras da, dafür sind glattgepresste Passagen zu überwinden, was den Pickel (und für mich auch die Steigeisen) erforderte. Aber wenn die das vor zwei Wochen im Abstieg machten, würden wir es zumindest im Aufstieg schaffen....!

Start in Näfels mit dem Fischli-Rufbus und per pedes dann um halb 9 am Obersee. Lockeres Einlaufen bis in den Sulzboden, wo wir schon mal die Stöcke auspacken. In leichter Rechtsschlaufe über die Schafplanggen und auf gut 1400 m über die zweite Runse nach Westen zum mikrobischen Schäfer- (oder heute eher Wildheuer-)hüttli. Dann immer steiler gerade zwischen den zwei Runsen über mässig gut gestuftes Gras hinauf bis unter die Felsen auf ca. 1700 m. Dort am besten auf einer Grasrampe direkt rechts (im Aufstiegssinn) der Runse empor zu einem Felseneck, wo die Geröllrunse direkt anschliesst (ich ging mehr rechts über einen schmierigen, glatten Hang, der mit den Frontzacken wie ein Firnhang zu begehen war). In der Geröllrunse oder links davon über kleinsplittrige Felsschrofen hinauf, dann mehr links ins Gras zu einem grossen Felsblock mit auffälliger blauer Markierung. Die gut gestufte Rippe noch etwa 50 Hm weiter empor bis zur "Abzweigung Brünnelistock" (R. 139), wo die augenfällige, aufsteigende Querung beginnt, die nochmals mit einigen (ohne Steigeisen) heikleren Stellen aufwartet. Über ein steiles Schneefeld zum Einstieg der unteren Rinne und diese steil hinauf zum Ausstieg, wo die Szenerie schlagartig ändert und sich die Blicke ins Mittelland öffnen. Bei den Verhältnissen doch ein klares T5!

Danach bewegten wir uns "nur" noch auf Alpinwanderwegen, zuerst zum Rossfallenspitz und dann bei der Überschreitung des Zindlenspitz, der heute gut besucht war, uns aber mit dem Potenzial für lange Glides lockte. Und in der Tat: Ab ca. 2000m bis fast zur Alp Zindlen zuerst (im Abstiegssinne) rechts des Wegs, dann links im Täli durchgehend bestens tragender Sommerfirn! So blieben uns nur noch 600 Hm auf ruppigen Wegen und ein halbstündiger Ausmarsch nach Innerthal.

Sicht aus dem fernen Westen: 
Vermutlich waren wir etwas zu früh in der Saison unterwegs, aber vielleicht sind wir auch einfach nicht mehr richtig kalibriert für diese steilen Glarner Planggen. Jedenfalls schien uns dieser Aufstieg recht happig für ein T5. Der zuvor aufgekommene Übermut, der meine Gelüste für eine andere Gelegenheit zum Brünnelistock-Südaufstieg (Gumper) gelenkt hatte, wurde jedenfalls nachhaltig gedämpft. Was soll's, schön war es auf jeden Fall, endlich wieder mal im Glarnerland unterwegs zu sein! 

Tourengänger: Zaza, Polder


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