Dealul Bălăneşti 429,5m


Publiziert von Sputnik Pro , 3. Mai 2009 um 15:20.

Region: Welt » Moldawien
Tour Datum:26 April 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: MD 
Zeitbedarf: 2:30
Aufstieg: 250 m
Abstieg: 250 m
Strecke:8 km (total)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von der Hauptstadt Chişinău stündlich Busse nach Călăraşi. Ab Călăraşi täglich wenige Busse nach Temeleuţi.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Analog Zufahrt zum Ausgangspunkt; da aber nur wenige Busse täglich nach Călăraşi fahren, sind längere Wartezeiten einzuplanen. Jedoch ist es kein Problem, eine private Mitfahrgelegenheit zu finden.
Unterkunftmöglichkeiten:Keine in Temeleuţi. Eine gute Adresse in Chişinău ist das Hotel Cosmos, Adresse: Hotel Cosmos; Piaţa C.Negruzzi 2; MD-2001 Chişinău; Tel: 00373 22 54 27 57; Homepage: www.hotel-cosmos.com .
Kartennummer:www.ecoi.net

HÖCHSTER MOLDAWIER: DEALUL BĂLĂNEŞTI.

Der Moldawische Landeshöhepunkt Dealul Bălăneşti liegt in der Hügelkette Codru im zentralen Westteil von Moldawien, etwa zwischen der Hautstadt Chişinău und dem Grenzfluss Prut zu Rumänien. Der nächstgelegene grössere Ort ist Călăraşi etwa 15km westlich. Im Norden vom Dealul Bălăneşti liegt das Dorf Temeleuţi wo der kleine Fluss Bîc seine Quelle hat. Temeleuţi eignet sich als Ausgangspunkt für die kurzweilige Wanderung auf den Hügel. Am Westfuss liegen die Dörfer Mileşti und Bălăneşti die sich ebenfalls als Ausgangsorte eignen. Das Dorf Bălăneşti gab dem Hügel seinen Namen, auf Deutsch übersetzt heisst er Bălăneşti-Hügel. Landschaftlich sind die sanften Hügel vom Codru einzigartig, sie bestehen aus Laubmischwald und in den Täler findet man einige Seen zwischen dem sehr fruchtbaren Kulturland. Beim meinem Besuch vom Dealul Bălăneşti ist eindeutig nicht der Gipfel das Haupterlebnis, sondern die Reise dorthin und der Kontakt mit der liebeswürtigen Landbevölkerung Moldawiens.

Die Tour im Detail:

25.4.2009 - TAG 1: Zürich - Bucureşti - Nachtzug nach Chişinău.

Nach der Wetterprognose sollte es in der Schweiz in den nächsten Tagen trübes Wetter geben, in Südosteuropa dagegen sollte sich ein kräftiges Hoch aufbauen - also genau der richtige Zeitpunkt um dorthin zu verreisen. Doch zu meinem Glück besserte sich das Wetter kurz in der Schweiz bei meinem Abflug in Zürich nach Bucureşti und so konnte ich viele besuchte Gipfel einmal von oben bestaunen. Nach knapp zwei Stunden Flug landete ich ausserhalb der rumänischen Hauptstadt am Flughafen Henri Coandă. Die Passkontrolle war schnell und unkompliziert und mit einem leicht überteuerten Taxi (50 Lei) fuhr ich gleich zum Gara de Nord um das Ticket für den Nachtzug nach Moldawien zu kaufen. Ein aufdringlicher Herr zeigte mir den Auslandticketschalter und da ich noch zu wenig Geld hatte, ebenfalls eine Wechselstube. Das billige Ticket war also gekauft und der Herr wollte für seinen Hilfsdienst ein Trinkgeld. Da ich sowieso Durst und Hunger hatte, kaufte ich halt zwei Bier und gab ihm eines, so war ich ihn für umgerechnet einen Franken los! Als ich meinem Bauch gefüllt hatte schaute ich mich im Stadtviertel rund um den Bahnhof um, doch es begann an zu regnen und so wartete ich noch einige Zeit am Bahnhof auf meinen Zug. Kurz vor 20Uhr ging's dann endlich mit dem Nachtzug los. Die uralten Wagons, wie sie in allen Staaten der früheren Sowjetunion verkehren, waren überaus bequem und jeder Wagon hat zwei Schaffner die beim Einsteigen die Fahrkarten einsammeln und während der Fahrt für das Wohl der Reisenden sorgen. In meinem Wagonabteil waren noch zwei Moldawier einquartiert: Einen Geigenspieler, der in Bucureşti lebt und seine Eltern besuchte, sowie ein moldawischer Fussballer der in Rumänien sein Geld verdient. Wir redeten über Gott und die Welt und so wurde die Bahnfahrt recht kurzweilig...

26.4.2009 - TAG 2: Chişinău - Dealul Bălăneşti (429,5m) - Chişinău.

Gegen fünf Uhr morgens wurden wir von der rumänischen Grenzkontrolle geweckt. Es war aber ein kurzes Spiel und der Zug fuhr, nachdem ich wieder eingeschlafen war, weiter über den Grenzfluss Prut nach Moldawien. Natürlich kam anschliessend die moldawische Grenzkontrolle und weckte mich wieder damit ich ordnungsgemäss einen Stempel in meinen Pass bekomme. Der Zug konnte anschliessend aber noch nicht weiter fahren, denn die Geleise sind in den Staaten der früheren Sowjetunion breiter als im Rest von Europa. So werden alle Wagons voneinander getrennt, angehoben und die Achsen ausgetauscht. Die ganze Prozedur dauert ungefähr zwei Stunden. Nach weiter zwei Stunden Fahrt durch die schöne Kulturlandschaft des Codru erreicht man dann Chişinău. Hier hatte ich eigentlich vorab eine Privatadresse, doch war dort niemand zu Hause. Da auch niemand telefonisch erreichbar war, quartierte ich mich kurz entschlossen im Hotel Cosmos ein, das ich schon von einer früheren Moldawienreise her kannte. 
Also lud ich im Hotel das Gepäck ab und gleich mit dem Taxi zum Busbahnhof an der Stradă Ion Creancă im Norden der Stadt vom wo in einen Kleinbus umstieg und nach Călăraşi fuhr. Hier traf ich mich mit Oleg, den ich vom Internet her kannte und erfuhr dass es in einer Stunde einen Bus ins Dorf Temeleuţi gibt. Also hatte ich auch noch Zeit auch nahen Supermarkt einzukaufen und Oleg gab mir Tipps für den besten Weg auf den Dealul Bălăneşti. Die letzten Kilometer der Strasse nach Temeleuţi waren nicht asphaltiert und das Dorf hat wohl noch kaum einen westeuropäischen Besucher gesehen. Die schmucken Häuser hatten schöne Gärten zur Selbstversorgung, Hühner liefen frei herum und es gab viel Ziehbrunnen da scheinbar nicht alle Häuser fliessendes Wasser haben. Der Dealul Bălăneşti war von Temeleuţi aus schon sichtbar, zuerst wanderte ich über Weideland auf die andere Talseite, anschliessend durch Obstbaumkulturen hinauf zum Waldrand. Der Weg folgte kurz dem Waldrand, danach durch den schönen, sehr grünen Mischwald. Im Wald gabelte sich der Weg öfters und ich musste mich entscheiden welchen ich denn nehmen sollte, ich wählte immer der ansteigende und meistens ging es ich Geradeaus. Irgendwann stand ich am Waldrand und stand unmittelbar vor dem Gipfel. Der Gipfel besteht aus einem flachen Plateau mit zwei Funkantennen, der höchste Punkt ist unmittelbar bei der nördlichen Antenne. Ein hier anwesender älterer Aufpasser (!) zeigte mir wo sich genau der höchste Punkt befand. Beim Rückweg traf ich eine Gruppe Bauern nach erledigter Arbeit und wurde sogleich auf selbst hergestellten Wein eingeladen. Ein Bauer zeigte mir anschliessend noch sein Haus, seine Stecklingszucht und sein Weinfass (mit erneuter Degustation) und beschenkte mich mit moldawischer Freundschaft mit Baumnüssen und getrockneten Pflaumen. Da der nächste Bus erst in drei Stunden fuhr, brachte er mich mit seinem alten Lada bis zur Hauptstrasse wo ich schon vom ersten Auto nach Călăraşi mitgenommen wurde. Im gemütlichen Chişinău liess ich dann den erlebnisreichen Tag ausklingen...

27.4.2009 - TAG 3: Chişinău - Nachtbus nach Bucureşti.

Da an ungeraden Tagen keinen Zug von Chişinău nach Rumänien mehr fährt, musste ich den sehr billigen Bus nehmen. So liess ich den Tag gemütlich verlaufen und schaute mir die moldawische Hauptstadt mit den grünen Parks und der Flaniermeile Bulvardul Ştefan cel Mare. Am Nachmittag fuhr ich dann zum Busbahnhof wo ich feststellen musste dass der 17-Uhr-Bus schon ausgebucht ist und nur der 19-Uhr-Bus noch Plätze frei hatte. Während der Wartezeit lernte ich Vladimir der Computerspezialist und Mircea kennen, der sogar Deutsch sprach! So wurde die Wartezeit mit ein paar Bierchen doch recht kurz!

28.4.-2.5.2009 -  TAGE 4-8:  Rumänien mit Vârful Moldoveanu (2543,5m).

Siehe Bericht "Vârful Viştea Mare (2527m) und Vârful Moldoveanu (2543,5m)": http://www.hikr.org/tour/post13243.html

Tour im Alleingang.

Die Uhrzeit der Fotos sind in MEZ, für die lokale OESZ müssen 2 Stunden dazugezählt werden (für die Fotos aus der Schweiz / Österreich 1 Stunde wegen der MESZ).

Tourengänger: Sputnik

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