Fallätscherunde mit "Obeneinstieg"


Publiziert von Uto869 Pro , 23. April 2018 um 16:55.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:22 April 2018
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH 
Zeitbedarf: 1:00
Aufstieg: 100 m
Abstieg: 100 m
Strecke:Fallätsche - Alpina-Hütte - Gleckstein-Hütte - Punkt 801
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV: S10 (Üetliberg); PW: PP Waldegg
Kartennummer:LK 1: 25'000, Blatt 1091 (Zürich)

Hier meine gestrige Fallätscherunde mit «Obeneinstieg»: eine sehr schöne und - für Fallätscheverhältnisse! - eher einfache Route, die einen guten Einblick in den Erosionstrichter gibt. Vom Aussichtspunkt mit den Bänklein an der Südwestecke der Fallätsche (siehe Karte, ganz unten) bin ich, am Sendemasten vorbei, auf Pfadspuren zuerst in südöstlicher und dann in nordöstlicher Richtung abgestiegen - bis an den Südrand des Erosionstrichters. Hat man diesen erreicht, geht man der Krete entlang abwärts (links fällt der Hang stets steil ab): etwa bis auf eine Höhe von 740m ü. M. Bevor der Pfad immer steiler abwärts führt, wendet man sich auf schwach ausgeprägten Pfadspuren nach rechts (gelber Pfeil bei der Abzweigung) und geht - schräg zum Hang abwärts – in südöstlicher Richtung, bis man auf den Zickzackpfad stösst, der direkt zur Alpina-Hütte hinunterführt (der Pfad war früher befestigt, kleine Eisenröhren zeigen, dass es da einst Stufen gab). Verpasst man die erwähnte Abzweigung an der Krete, stösst man unweigerlich auf das obere Ende des blauen Seiles, und man kann sich entscheiden: Ich wage mit Hilfe des Seiles den Abstieg über die Felsen, was nicht speziell schwierig ist, aber doch für einen kurzen Moment ziemlich ausgesetzt (T4+) - oder ich kehre um, steige wieder etwas auf und finde jetzt sicher die Abzweigung zur Alpina-Hütte (T3+). Bei der Hütte wendet man sich, am Holzschopf und am WC-Häuschen vorbei, nach Norden. Der Pfad ist jetzt nicht mehr zu verfehlen. Bald ist man unter den Felsen, und wenn man gut aufpasst, entdeckt man das untere Ende des blauen Seiles. Jetzt geht es mehr oder weniger horizontal weiter. Der Querpfad, auf dem man sich jetzt befindet, die Fallätsche-Traverse, führt einen so richtig in den Erosionstrichter hinein (T4). Links oben thront die Glecksteinhütte. Dann kommt, auch zur Linken, eine grosse Eisenleiter. Man bleibt jedoch auf dem Pfad, der horizontal Richtung Norden führt, Richtung Teehütte. Ein erster Bacheinschnitt, ein zweiter Bacheinschnitt, vorbei an zwei Höhlen, und dann muss man gut aufpassen: Gesucht ist jetzt der Abzweiger Richtung Westen, in die Höhe, der obere Teil der Direttissima Mitte Nord. Markante Treppensteine unmittelbar links am Rand des Querpfades zeigen an, dass es hier aufwärts geht (T4). Sollte man auf dem horizontalen Pfad zur Stelle gelangen, an der zwei kurze Reepschnurstücke helfen, eine heikle Ecke zu bewältigen, hat man den Abzweiger um wenige Schritte verpasst. Also unschwer über die Treppensteine hoch - und jetzt sind alle Pfadfindungsprobleme gelöst: Die Wegspur ist gut sichtbar. Zuerst geht es tendenziell etwas nach links, dann eher nach rechts, dann weiter steil «obsi», und schon steht man vor einer kleinen Höhle. Unter dem Felsendach befindet sich in einer alten Militärgamelle das Fallätsche-Büchlein, das dazu einlädt, sich zu verewigen (da das alte voll war, ist’s jetzt ein neues). Nach der Höhle geht es rechtsherum weiter, ein rotes Reepschnurstück weist den Weg und hilft über den nächsten Absatz hinweg. Dann wird es noch etwas steiler, auch etwas schwieriger (T4+), aber für Leute mit Alpinwandererfahrung immer noch gut machbar, insbesondere wenn man einen kleinen Pickel oder zumindest einen Stock bei sich hat. Bald schon ist der obere Rand des Erosionstrichters sichtbar. Einem alten, rindenlosen Baumgerippe entlang geht es hoch zu Punkt 801. Die Rundwanderung ist fast abgeschlossen, schnell ist man, wenn man will, wieder bei den Aussichtsbänklein.

 
Noch ein Wort in eigener Sache, insbesondere an die Adresse jener Pfädliliebhaberinnen und Üetlikraxler, die in den letzten Jahren meine Berichte eng verfolgt haben. Ich gehe jetzt auf die siebzig zu und muss erkennen, dass ich zwar noch fit genug bin, um alle «meine» Pfädli zu begehen, dass aber die Kraft nicht mehr wirklich reicht, um rund 50 Üetlipfädliberichte à jour zu halten. Die Landschaft verändert sich schnell, Rutsche und Holzschläge lassen gewisse Pfade fast verschwinden, Begehungen machen andere Pfade im Gelände deutlicher, Markierungen verblassen, Seil- und Reepschnurstücke verlieren an Zuverlässigkeit: alles Gründe, die für eine permanente Überarbeitung und Ergänzung der Berichte sprechen würden. Doch das muss ich jetzt in jüngere Hände legen. Oder zumindest darauf hinweisen, dass man bei der Suche nach Trampelpfaden das Alter der entsprechenden Berichte stets berücksichtigen muss. Und das Gleiche gilt für die Einstufung der Wegspuren und Routen: Pfade können einfacher werden, aber auch schwieriger. - Allen, die mir in den letzten Jahren mit Feedbacks geholfen haben, die Üetlipfädliwelt zu beschreiben, danke ich herzlich. Weiterhin viel Freude beim Begehen (und Bewahren) der wilden Natur vor den Toren der Stadt! Martin/Uto869

 Zur Erinnerung: Neben meinen Berichten, die unter www.trampelpfade-am-uetliberg.ch zusammengefasst sind, hilft auch die tolle interaktive Karte von Stijn, die Pfädliwelt am Zürcher Hausberg zu erkunden (Link: www.stijnvermeeren.be/uetliberg). Danke, Stijn!


Tourengänger: Uto869


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Kommentare (2)


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Stijn hat gesagt: Danke dir
Gesendet am 23. April 2018 um 23:43
Danke für die Erwähnung von meiner Karte. Der direkte Link wäre übrigens www.stijnvermeeren.be/uetliberg :).
LG, Stijn

Uto869 Pro hat gesagt:
Gesendet am 24. April 2018 um 08:40
Danke, Stijn! Hab' den Link gleich im Text angepasst. Herzlicher Gruss, Martin/Uto869


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