Corn Suvretta 3072 m - Ein Firntraum


Publiziert von Ivo66 Pro , 22. April 2018 um 15:20.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:22 April 2018
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Strecke:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Fuorcla Chamuotsch - Corn Suvretta - Valletta dal Güglia - Alp Güglia
Kartennummer:S 1:50'000 Julierpass

Der Corn Suvretta ist einer der zahlreichen im Sommer nicht beachteten Berge hoch über dem Julierpass. Er liegt nur etwa 2 km nordwestlich des mächtigen Piz Julier und bietet in den Wintermonaten eine beliebte Skitour mit verhältnismässig wenigen Aufstiegshöhenmetern und dem meist alpin anmutenden Südostgrat, der den Schlussaufstieg vermittelt.

Auch heute war ein früher Aufbruch zur Tour angezeigt, denn die Temperaturen sollten wieder ungewöhnlich in die Höhe schiessen. Durch die Südwestexposition des schönen Hangs unterhalb der Fuorcla Chamuotsch am Südostgrat firnt das Gelände dort angenehm sanft auf. Wir erwischten mit dem Beginn der Abfahrt um etwa 10.45 Uhr den goldrichtigen Zeitpunkt.

Nach dem bequemen, allerdings aber lange im Schatten liegenden Aufstieg durch das Val Güglia, bereitete der Schlussaufstieg über den Südostgrat dann doch recht grosse Mühe. Nicht, dass er besonders anspruchsvoll zu begehen wäre - das Problem war heute ein anderes: Der Schnee war im oberen Teil zwar noch meistens gut tragend, bot auch oft perfekten Tritt, doch immer wieder durchbrachen wir die Schneedecke und mussten uns mühsam wieder befreien. 

Die meisten Tourengänger heute stiegen die felsigen Passagen des Grats mit den Skis auf dem Rucksack auf, was heute sicher die richtige Wahl war, denn so konnte man ein Einsinken im oberen Teil verhindern und der steile Südhang direkt unter dem Gipfel lud ausserdem zu einer attraktiven Abfahrt ein. 

Seit letztem Sommer hat der Corn Suvretta ein Gipfelbuch; ich freute mich auf den ersten Wintereintrag unsererseits, doch lag am Gipfel derart viel Schnee, dass der gesamte Steinmann unter der weissen Decke lag und man keine Chance hatte, ans Gipfelbuch zu gelangen. Überhaupt liegt nach wie vor ungewöhnlich viel Schnee in der ganzen Gegend; das Brücklein am südlichen Ende der Ebene im Val Güglia war nicht einmal zu erahnen. Seit unserem letzten Aufstieg hier vor zwei Monaten ist die Schneedecke also sicher um einen weiteren Meter gewachsen. Ein kleiner Wermutstropfen also: Die diesjährige Alpinwandersaison dürfte ziemlich kurz ausfallen.

Die Abfahrt - sie war natürlich viel zu kurz - bot dann Traumfirnverhältnisse. Schöner, feiner Sulz lag auf der harten Unterlage, die meistens schön regelmässig gestaltet war. Man hätte von Menschenhand keine bessere Skipiste präparieren können. Nur die letzten gut 100 Höhenmeter vor der Julierpassstrasse waren dann nicht mehr tragend - dies hatte sich bereits zu Beginn des Aufstiegs angedeutet, als wir dort schon um 06.30 Uhr immer wieder leicht eingebrochen waren. Kurz nach 11.00 Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt auf der Alp Güglia.  

Routenbeschreibung:

Aufstieg Alp Güglia - Fuorcla Chamuotsch (WS-)
Gleich gegenüber dem kleinen Parkplatz an der Julierpassstrasse montierten wir die Skier und stiegen östlich des Bachs auf. Man erreicht im Valletta dal Güglia eine lange Flachstelle. An dessen Ende steigt man weiter nördlich auf und dreht dann - mehr oder weniger immer im Talboden bleibend - gegen Nordosten, wo man den Südostgrat des Corn Suvretta erreicht. Die Skis deponierten wir eine Stufe nordwestlich der Fuorcla Chamuotsch.

Schlussaufsteig über den Südostgrat zum Gipfel (WS+)
Ziemlich direkt über den meist breiten Grat stiegen wir zum Gipfel hinauf. Es waren heute gute Trittspuren vorhanden. Das Gelände ist hin und wieder aber schon etwas abschüssig. Im oberen Teil wandelt sich der Grat in einen Gratrücken und verliert an Steilheit. Problemloser Schlussaufstieg auf den Gipfel. Ist man spät unterwegs, wird man zu Fuss immer wieder tief einsinken. 

Wir führten heute für die Begehung des Südostgrats Pickel mit; diese waren aufgrund des schönen Trittschnees in den ausgesetzteren Stellen aber nicht zwingend notwendig. Auf Steigeisen kann man bei den aktuellen Verhältnissen verzichten; die heikleren Stellen am Grat liegen schon früh in der Sonne.

Tourengänger: Ivo66, Lena


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»